Gesine Cukrowski. Quelle: ZDF/Daniela Incoronato
Gesine Cukrowski

Hintergrund

"Witzige Zufälle und Parallelen"

Gesine Cukrowski im Interview

von Torsten Haselbauer

Eigentlich habe Dr. Judith Sommer mit ihr so rein gar nichts zu tun, doch es gebe eine Reihe von witzigen Zufällen und Parallelen zwischen Gesine Cukrowski und der Figur, die sie in "Der letzte Zeuge" verkörpert, berichtet die Schauspielerin im Gespräch mit ZDFonline.

 
 

"Judith Sommer hat in der Serie Dinge erlebt, die auch mir so passiert sind", erzählt Gesine Cukrowski: "Judith ist in die USA gegangen, ich bin die USA gegangen - und einiges mehr. Ich habe den Autor da fast in Verdacht, ein wenig nachgeholfen zu haben."

Besondere Verantwortung als Mutter

"Der letzte Zeuge", die erfolgreiche Krimi-Serie im ZDF, in der sie gemeinsam mit Ulrich Mühe am Obduktionstisch Mordfälle löst, steht auch für eine besonders ehrliche und genaue Darstellung der Arbeit eines Rechtsmediziners. Durch die Dreharbeiten, bei denen sie in der Kühlkammer oft tote Menschen gesehen hat, habe sich ihre Sicht auf das Sterben und das Verwesen gewandelt.

Wie eine Herbststimmung sei das gewesen, wegen der Farben, die die Haut eines Toten annehme. "Es hat mich fast beruhigt, weil es so natürlich war", sagt Cukrowski. Ihr Verhältnis zum Tod allerdings vermochte die Serie jedoch nicht zu ändern: "Die Angst vor dem Tod war immer da und bleibt natürlich. Vor allem dadurch, weil ich Mutter geworden bin und nun eine ganz besondere Verantwortung habe."

Bekanntheit hilft beim Arztbesuch

Anfangs, so berichtet die Schauspielerin, dachte sie, das sei eine Rolle, die sie nie spielen könne: "Ich habe mir das wirklich vorher sehr gründlich überlegt. Ich konnte früher doch nicht einmal in ein Krankenhaus zu Besuch gehen!" An die medizinischen Hintergründe für die Rolle sei sie deshalb sachlich-wissenschaftlich hernagegangen, ganz wie ein Medizin-Student, ohne jede Emotionen. "Dann ging es", so Cukrowski.

Viel dazu gelernt hat sie also durch die Rolle der Judith Sommer - medizinisch und fürs Leben. Vor allem aber scheint ihr die Bekanntheit durch die Serie zumindest in einem Lebensbereich zu helfen: "In Arztpraxen habe ich manchmal den Eindruck, ich werde ein wenig freundlicher behandelt. Der Arzt denkt vielleicht, jetzt ist die Kollegin Dr. Judith Sommer bei mir", gesteht sie augenzwinkernd.