Mit dem Frachtschiff über die Weltmeere, das riecht nach Abenteuer, Seemannsgarn und stürmischer See. Und in der Tat: Wer die richtige Route wählt, der kann atemberaubende Erlebnisse zu Wasser haben. Hier empfehlen wir schöne Seerouten, die von Frachtern befahren werden.
Die Vorstellung, mit einem Schiff einen der großen Ozeane zu überqueren und in einer neuen Welt anzukommen, fasziniert die Menschheit seit Jahrhunderten. Wer dieses Fernweh verspürt, der sollte sich seinen Traum von der Überquerung eines Weltmeeres auch erfüllen. Ein Frachtschiff ist dafür besonders geeignet, da es von der Atmosphäre an Bord am ehesten an das Schicksal der früheren "Smutjes" erinnert. Die Möglichkeit als Kombüsejunge sich eine Überfahrt zu finanzieren, gibt es heutzutage aber nicht mehr.
Als Passagier bewegt man sich unbehelligt, so lange man die Arbeitsprozesse nicht stört. Nichts lenkt den Reisenden von der Naturgewalt des Ozeans ab. Man spürt die Weite des Weltmeers. Doch eines muss dem Passagier auch bewusst sein: Die Überfahrt kann bis zu zehn Tage dauern, in denen nichts passiert. Es gibt keine Form von Animation oder Ablenkung. Gerade im Pazifik droht bei der nördlichen Route südlich der Aleuten Nebel - und zwar tagelang. Trotzdem ist es ein erhabenes Gefühl, über Wasser einen Ozean überquert zu haben. Meist reist man als einziger Passagier und hat so "sein Schiff" exklusiv für sich alleine.
Eine lohnende Fahrt sind die Hurtigrouten in Norwegen. Es sind kleine Transportschiffe, die seit Jahrhunderten die zerklüftete Küste Norwegens abfahren. Ursprünglich brachten sie Post und allerlei Lebensnotwendige zu den Einwohnern der entlegenen Ortschaften in den Fjörden des nördlichen Polarkreises. Auch heute noch wird die Grundversorgung der Dörfer mit den Transportschiffen sichergestellt.
Die Hurtigrouten sind wohl eine der reizvollsten Seereisen der Welt und es überrascht nicht, dass heute Kreuzfahrtschiffe den Frachtern auf dieser alten Route folgen. Wer die Fjörde Norwegens authentisch erleben möchte und dafür etwas Lärm beim Be- und Entladen in Kauf nimmt, der sollte eine Kabine auf den kleinen Frachtschiffen buchen.
Ebenfalls eine nördliche Seereise gibt es in Island. Auch dort werden entlegene Ortschaften an der Küste mit Frachtschiffen versorgt. Wie die Postschiffe der Hurtigrouten bewegen sich auch die isländischen Schiffe stets in Küstennähe, was optisch sehr reizvoll ist.
Zudem kann problemlos an Orten aussteigen, an denen man Gefallen gefunden hat und mit dem nächsten Schiff weiterfahren. Sorgen um freie Plätze an Bord muss man nicht haben, die Schiffe der "Artic Umiac Line" können bis zu 58 Passagiere aufnehmen.
Auch in Polynesien werden die Post und der Bedarf des täglichen Lebens per Schiff zu den entlegenen Inseln des Archipels transportiert. Auch hier stehen die Routen und Abfahrtzeiten fest und man kann bequem zu- oder aussteigen. Bis zu 200 Passagiere kann ein Frachtschiff der Reederei "Compagnie polynesiene de Transport maritime" an Bord nehmen.
Als Tourist aus Deutschland steht man dabei allerdings vor einem anderen Problem: Wie komme ich überhaupt in die Südsee? Wer auf das Flugzeug verzichtet, auf den wartet schon eine halbe Weltumschiffung ...