Der Kampf um die Zukunft der Atomwirtschaft ist neu entbrannt. Die 17 deutschen Kernkraftwerke sollen länger laufen - darunter auch Uraltmeiler. Um den Bürgern die Entscheidung schmackhaft zu machen, verspricht die Koalition günstige Energiepreise und klimafreundlichen Strom. Experten kritisieren den schwarz-gelben Atomkurs. Sie befürchten, während die Konzerne zusätzliche Milliardengewinne erzielen, hätte die Gesellschaft nur Nachteile - zum Beispiel: noch mehr radioaktiver Abfall. Das Modul präsentiert Fakten, Belege und Argumente von Politikern, Umweltschützern, Verfassungsexperten und Vertretern der Energiewirtschaft. [Interaktiv]
Lüttig hat im Auftrag der Bundesregierung zwischen 1972 und 1975 nach eigenen Angaben 250 verschiedene Salzstöcke für die Lagerung atomarer Reststoffe untersucht. Der damalige Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und des Niedersächsischen Landesamts für Bodenforschung war in diesen Funktionen Niedersachsens ranghöchster Geologe. Gegen seinen Rat, so Lüttig, entschied sich der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) für Gorleben als Erkundungsort für ein Atom-Endlager. [Video starten]
Jahrzehntelang ist Atomstrom in Deutschland massiv durch den Staat gefördert worden. Mehr als 40 Milliarden Euro gab allein der Bund nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung für die Förderung der Atomenergie bereits aus. [Interaktiv]
Darf´s auch ein bisschen mehr sein? Ein paar zusätzliche Jahre, in denen deutsche Atomkraftwerke weiterlaufen dürfen - darum streitet die Koalition seit Wochen. Der baden-württembergische CDU-Ministerpräsident Mappus, der im Atomland Baden-Württemberg im kommenden Frühjahr gewählt werden will, ficht für mindestens fünfzehn weitere Jahre. An seiner Seite Volker Kauder und FDP-Wirtschaftsminister Brüderle. Alle gegen Umweltminister Norbert Röttgen, CDU. Dabei will auch er den Atommeilern mehr Zeit geben, aber eben nicht soviel. [Blog]