Werner Eichhorst vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat die sogenannten traditionellen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland untersucht. Das Ergebnis seiner Studie: In Deutschland geht die Zahl der Festanstellungen seit Jahren zurück, sank von 2001 bis 2008 von etwa 65 auf 60 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Drittel, während in anderen Ländern die Zahl der festen Jobs sogar steigt. Eichhorst sieht in dieser Entwicklung eine Bedrohung für die "Finanzierung des Sozialstaates".
Im Frontal21-Interview erklärt der Wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung, Professor Gustav Horn, inwiefern die Entwicklung weg von festangestellten Arbeitsverhältnissen zunächst Unternehmen nützt, dies aber langfristig Wirtschaft und Unternehmen schädigt. Horn plädiert deshalb für grundlegende Reformen des Arbeitsmarktes und der Finanzierung der Sozialsysteme.
Aus Sorge um das Baby nehmen viele Schwangere, was immer der Arzt ihnen zusätzlich zu den üblichen drei Ultraschall-Untersuchungen anbietet: Alle möglichen Checks und Vitamintabletten. Ob das etwas bringt, ist nicht erwiesen. Deshalb zahlen gesetzliche Krankenkassen dafür nicht. Sondern die Schwangeren, an denen Ärzte gut verdienen.
Kranken- und Pflegekassen, Renten- und Arbeitslosenversicherung steuern auf Notstand zu. Es kommt einfach nicht genug rein von den Beitragszahlern. Also sollen sie zunächst mehr ins Milliardenloch des Gesundheitssystems einzahlen. Mehr Netto vom Brutto? Von wegen.
Versicherte müssen in den kommenden Jahren mit einem starken Rückgang der gesetzlichen Leistungen aus der Sozialversicherung rechnen. Das befürchtet Professor Jörg Schiller von der Universität Hohenheim. Der Experte für Versicherungswirtschaft und Sozialsysteme sagte im Frontal21-Interview: "Die Sozialversicherung ist dafür da, Grundprobleme zu lösen." Sie sei aber nicht dazu da, ein "Rundum-Sorglos-Paket" zur Verfügung zu stellen. Die private Vorsorge in den Bereichen Gesundheit, Rente und Pflege sei deshalb seiner Ansicht nach notwendiger denn je.
Der Kampf um die Zukunft der Atomwirtschaft ist neu entbrannt. Die 17 deutschen Kernkraftwerke sollen länger laufen - darunter auch Uraltmeiler. Um den Bürgern die Entscheidung schmackhaft zu machen, verspricht die Koalition günstige Energiepreise und klimafreundlichen Strom. Experten kritisieren den schwarz-gelben Atomkurs. Sie befürchten, während die Konzerne zusätzliche Milliardengewinne erzielen, hätte die Gesellschaft nur Nachteile - zum Beispiel: noch mehr radioaktiver Abfall. Das Modul präsentiert Fakten, Belege und Argumente von Politikern, Umweltschützern, Verfassungsexperten und Vertretern der Energiewirtschaft. [Interaktiv]