Der FDP-Politiker und "überzeugte Christ" Wolfgang Kubicki fordert im Frontal21-Interview die juristische Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften seitens des Staates. Es dürfte keine Privilegien einzelner Religionsgemeinschaften wie der katholischen und der evangelischen Kirche geben, so der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag von Schleswig-Holstein. Auch angesichts der Haushalts-Probleme des Staates sei darum eine Revision der Kirchenstaatsveträge aus 50er und 60er Jahren notwendig.
Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters, SPD, beklagt im Frontal21-Interview das Dilemma: einerseits gibt es ab 2013 einen Rechtsanspruch auf Betreuung der unter Dreijährigen andererseits fehlt den Städten wie Köln das Geld, die Plätze auch anzubieten. Hier klaffen "Wunsch und Wirklichkeit" auseinander, "wir Kommunen sind allein gelassen", so Roters. Darum fordert der Kölner Oberbürgermeister: den Solidarpakt mit den neuen Bundesländern für drei Jahre auszusetzen und das eingesparte Geld für den Ausbau der Krippenplätze im Westen der Republik einzusetzen.
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, SPD, greift im Frontal21-Interview scharf die Familienpolitik der Bundesregierung an: "Die Bundesregierung stolziert mit Spendierhosen durch die Landschaft ... und die Rechnung wird an die Rathäuser geschickt". Ude fürchtet eine Prozesslawine, wenn Eltern keine Betreuungsplätze für ihre Kinder bekommen, obwohl sie dann einen Rechtsanspruch auf Betreuung unter Dreijähriger haben. Heute hinke man dem sogenannten "Krippenziel" - einer Betreuungsquote von 35 Prozent - weit hinterher, so Ude.
Die Fachanwältin für Familienrecht und Rechtsberaterin beim "Verband Alleinerziehender Mütter und Väter e.V.", Eva Schönberger, erklärt im Frontal21-Interview die Folgen des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz für die Eltern. Die wachsende Gruppe der alleinerziehenden Eltern ist nach Schönbergers Einschätzung ganz besonders auf die Betreuung in Krippen angewiesen. Die Münchnerin sieht einen Zusammenhang zwischen der in Deutschland niedrigsten Geburtenrate innerhalb Europas und der im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich schlecht ausgebauten Betreuung in Krippen.
Achim Tiffe vom Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen kritisiert im Frontal21-Interview die mangelnden Kontrollen unseriöser Anbieter von Gold-Geschäften seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): "Das ist eine Katastrophe in Deutschland und das passiert in anderen Ländern nicht so". Viele Verbraucher würden dem Gold-Hype folgen und dann aber auf "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" hereinfallen und ihr Geld verlieren. Tiffe rät Kleinanleger gründsätzlich von Gold-Geschäften ab.
Sie sind ein Sicherheitsrisiko: Mehrere tausend Autofahrer, die in Deutschland mit illegalen Führerscheinen unterwegs sind - erworben ohne reguläre Prüfung. Stattdessen bezahlten die Fahrer für die Fahrerlaubnisse. Der kriminelle Handel beschäftigt Ermittlungsbehörden und Justiz in mehreren Städten. Einige TÜV-Prüfer und Fahrschulbesitzer sind bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Gegen ein Schmiergeld von mehreren hundert Euro haben TÜV-Mitarbeiter Fahrschülern verbotenerweise bei theoretischen und praktischen Prüfungen geholfen. Vor allem Prüflinge mit schlechten Deutsch-Kenntnissen ließen sich auf solche kriminellen Angebote ein.
Frontal21 berichtete über die Tricks von Telefonabzockern. Die ziehen ihren Opfern mit falschen Gewinnversprechen Millionen aus der Tasche. Frontal 21 berichtete auch über die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Bundesligaclubs. Bei beiden Themen gab es neue Entwicklungen.