
Mit Torten kennt sie sich spätestens seit der Kult-Show "Alles. Nichts. Oder?!" bestens aus - schließlich bekam sie pro Sendung mindestens eine der Kalorienbomben ins Gesicht. Und auch sonst bringt das blonde Kölner "Mädsche" mit der großen Klappe alles mit, was man für einen richtigen Kaffeeklatsch braucht: viel Humor, Schlagfertigkeit und Intelligenz.
"Ich fühle mich pudelwohl, wenn ich im Mittelpunkt stehe", bekennt Hella Kemper (wie sie mit richtigem Namen heißt) freimütig. Dass sie Spaß am Darstellen hat, zeigte die Gummersbacherin bereits in frühester Jugend. Vor allem ihre Mitschüler bekamen ihr unbestreitbares Talent für Komik Tag für Tag zu spüren. Und so stand denn auch für TV-Junkie Hella schnell fest, dass sie selbst vor die Kamera will.
Trotz sechs Absagen von Schauspiel-Schulen ließ sich Hella nicht entmutigen und begann, in Köln Germanistik und Theaterwissenschaft zu studieren. Um ihr Studium zu finanzieren, gründete sie 1980 mit Dirk Bach die Comedy-Truppe "Stinkmäuse" und eroberte damit - ganz nebenbei - die Kölner Kleinkunstszene, in der sie in den Folgejahren immer mehr für Furore sorgte. Die RTL-Tortenshow "Alles. Nichts. Oder?!", die sie von 1988 bis 1992 mit Hugo Egon Balder moderierte, machte sie schließlich bundesweit als Frau von Sinnen bekannt. Weitere TV-Shows ("Weiber von Sinnen"), Soloprogramme ("Ich bremse auch für Männer") und Buchveröffentlichungen ("Jenseits der Scham") folgten.
Nach einer eineinhalbjährigen Pause kehrte Hella von Sinnen 1994 mit zwölf Folgen der Komikshow "Wenn die Putzfrau zweimal klingelt" auf den Bildschirm zurück und begann eine erfolgreiche Bühnenkarriere mit Soloprogrammen. Im September 1995 stellte sie im Kölner Café "Gloria" mit "Ich bremse auch für Männer" ihr erstes Programm für die Bühne vor. Sie tourte mit Erfolg durch Deutschland und die Schweiz - und machte ab 2002 doch wieder Fernsehen. Nach acht Jahren Pause startete sie bei RTL die Show "Kinder bei Sinnen". Bei Sat.1 führt von Sinnen in "Genial daneben" seit Januar 2003 die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Hugo Egon Balder fort.
Ihre Popularität nutzt Hella von Sinnen, die von sich selbst sagt: "Ich für meinen Teil bin jedenfalls stolz, lesbisch zu sein", immer wieder, um für mehr Toleranz gegenüber Minderheiten zu werben. So kämpfte sie vehement für eine Gesetzesänderung zur Anerkennung der homosexuellen Ehe. Unvergessen ist auch ihr Aids-Aufklärungs-Spot, in dem sie als Kassiererin durch den Supermarkt brüllt: "Rita, wat kosten die Kondome?".