Hauptnavigation:

Sie sind hier:

 

Paläste der Macht

 
Königin Rania von Jordanien. Quelle: ZDF,Christiane von Boehm
Rania ist eine engagierte Frau.

Das jordanische Königshaus und der Aga Khan

Für ein neues Frauenbild

Die ausgezeichnete Arbeit einer
mutigen Königin

Königin Rania von Jordanien macht sich für die Schwächsten der Gesellschaft stark - mit Erfolg. Sie engagiert sich für das Wohl der Kinder und der Hilfsbedürftigen. Unermüdlich kämpft sie den Islamisten zum Trotz für die Rechte der Frauen. Für ihr großes Engagement wurde sie mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

 
 
 
 

Königin Ranias Familie stammt aus dem Westjordanland. 1967 war sie infolge des israelisch-arabischen Sechs-Tage-Krieges nach Kuwait ausgewandert. Dort wurde Rania am 31. August 1970 geboren. In Kuwait besuchte sie auch die britische Schule, machte Abitur. Aufgrund des Golfkrieges und der Besetzung Kuwaits zog ihre Familie 1990 nach Amman. Währenddessen studierte Rania an der Amerikanischen Universität von Kairo Betriebswirtschaft. Nach dem Bachelor-Studium folgte sie ihrer Familie in die jordanische Hauptstadt. In Amman arbeitete Rania bei einer Bank.

Im Kreise der Königsfamilie

Zitat

„Die Macht der Frauen heute zu stärken, ist vielleicht das bedeutendste Erbe, das wir unseren Kindern hinterlassen können.“

Königin Rania auf ihrer Website

Ihren Ehemann lernte die attraktive Palästinenserin bei einem Bankett kennen; ein Bruder des damaligen Prinzen Abdullah hatte eingeladen. Als das Paar 1993 heiratete, deutete nichts auf eine spätere Herrschaft Abdullahs hin. Über 30 Jahre war sein Onkel Hassan Kronprinz. 1999 erklärte König Hussein kurz vor seinem Tod überraschend Abdullah zum Thronfolger. Der wollte eigentlich gar nicht König werden. Viel lieber wäre er beim Militär geblieben.

Nicht nur der frisch Gekrönte musste sich mit seiner neuen Rolle erst arrangieren. Auch für Rania, plötzlich Königin von Jordanien, war vieles ungewohnt. Doch sie verstand es, ihre exponierte Stellung intensiv für die Bekämpfung der Armut und für die Belange der Frauen und Kinder zu nutzen. Dr. Hatem Bustami, seit 20 Jahren in der Deutsch-Jordanischen Gesellschaft aktiv und Kenner des Landes, bestätigt: "Rania hat sehr viel für die Rechte der Frauen und die Rechte der Kinder getan".

 
Königin Rania mit Frauen und Kindern. Quelle: reuters
reuters
Die Königin hat ein offenes Ohr für die Sorgen der Frauen.
 

Keine Angst vor Tabuthemen

Das Engagement der Königin im Spannungsfeld von Orient und Okzident ist in der Tat beeindruckend: Rania ist unter anderem Vorsitzende des nationalen Forums für die Sicherheit von Kindern, Vorstandsmitglied der Weltstiftung für Kinderschutzimpfung und UNICEF-Botschafterin. Außerdem sitzt sie im internationalen UN-Beratungskomitee für Umwelt und Gesundheit. Die Liste ihrer karitativen Aktivitäten ist lang.

Infobox

Königin Rania von Jordanien ist selbst Mutter von vier Kindern im Alter von 13, elf, sieben und zwei Jahren.

Königin Rania spricht auch unangenehme Themen an, bricht Tabus. Mit der von ihr mitbegründeten und geleiteten Gesellschaft "The Jordan River Foundation" kämpft sie unter anderem gegen Kindesmissbrauch. Dank Rania ist Jordanien das erste arabische Land, das sich des lange tabuisierten Problems annimmt. Dr. Bustami, selbst Jordanier und Arzt für Allgemeinmedizin, berichtet, die Königin habe unter anderem auch "eingeführt, dass eine Frau, wenn sie von ihrem Mann misshandelt wird, sich mit ihren Kindern in einer Art Frauenhaus aufhalten kann." Viele Jordanierinnen lieben Königin Rania für ihr Engagement. "In dieser Hinsicht sind sehr viele junge Frauen von ihr begeistert", so Dr. Bustami weiter.

 
Königin Rania trifft junge Jordanierinnen. Quelle: reuters
reuters
Königin Rania trifft junge Jordanierinnen.
 

Preisgekröntes Engagement

Für viele ein Vorbild, für andere ein rotes Tuch - nicht jeder Jordanier teilt die Position der Königin. Ranias Forderung nach Abschaffung des Artikels 340 des Strafgesetzbuches, in dem der "Ehrenmord" als geringfügig eingestuft wird, handelt ihr von traditionell-islamischen Jordaniern harsche Kritik ein. Doch sie lässt sich davon nicht beirren. Der überwiegend positive Zuspruch aus der Bevölkerung und internationale Auszeichnungen bestärken Rania, ihre Arbeit fortzuführen.

2002 wurde sie für ihren unermüdlichen Einsatz mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet. Laut Preisstifter Karlheinz Kögel verkörpere sie "ein neues selbstbewusstes Bild der Frau, die mutig und modern aus ihrer traditionellen Rolle in einer Monarchie heraustritt". Mit diesem neuen Selbstbewusstsein ist Rania ein Vorbild für viele Frauen, nicht nur in Jordanien.

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg