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11. März 2010
 

Dokumentation

 
Peter Leppelt und Wulf Bolte (r). Quelle: ZDF
Die Datenschutzberater Peter Leppelt und Wulf Bolte

Der gläserne Deutsche

Wie schütze ich meine Daten?

Expertentipps für den Alltag

von Peter Leppelt und Wulf Bolte

Sie selbst haben ihre Daten noch im Griff: Schon im Studium spezialisierten sich die Informatiker Peter Leppelt und Wulf Bolte auf den Datenschutz. Heute geben sie ihr Wissen an Privatpersonen weiter. Hier haben sie ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, die nicht rundum schützen, aber ein wenig sicherer machen:

 
 
 
 

Tipps zum Umgang mit dem Privat-Computer: Der eigene Computer verrät oftmals mehr über eine Person, als ihr Tagebuch. Emails, Chatprotokolle, Rechnungen und Gesundheitsdaten, Lebensläufe und Bewerbungen, alles findet sich auf dem heimischen PC. Der eigene Computer gehört zur Privatspähre in der Wohnung und sollte genau so geschützt werden:

  • Den PC mit einem Passwort schützen reicht nicht. Die Festplatte vollständig verschlüsseln! Dafür gibt es Programme, die das recht komfortabel tun. Die Software "TrueCrypt" beispielsweise ist kostenlos erhältlich und vertrauenswürdig.
  • Wenn auch schon tausendmal gehört: Keine Email-Anhänge öffnen, die nicht zweifelsfrei sicher sind. Und Emails vor dem Versenden mit einer PGP/GPG-Verschlüsselung-Verschlüsselung versehen.
  • Vorsicht bei Freeware: Freeware sind Programme, die zwar kostenlos angeboten werden, aber nicht quelloffen sind. Beispiele: das Spiel "Moorhuhn". Problem dabei: Sie werden sehr häufig als Virencontainer benutzt.
  • Der Internet-Explorer, Google Chrome und Microsoft Outlook sind wiederholt durch Sicherheitslücken aufgefallen. Besser: Den Browser Firefox verwenden.
  • "_A_dblocker" verwenden. Die filtern Werbung weg (beispielsweise Adblock+ als Firefox-Plugin - sehr komfortabel). Das macht das Surfen insgesamt angenehmer. Aber sehr viel wichtiger: Sie können auch Tracking-Systeme wegfiltern, die Nutzerverhalten aufzeichnen.
  • Für Experimentierfreudige: Das nicht-kommerzielle Betriebssystem Linux ist allein schon deshalb sicherer, weil sich Angreifer vorzugsweise Windows-Anwender als Ziel suchen.
 


Tipps zum Verhalten in sozialen Netzwerken (StudiVZ, Facebook, etc.):
Das Internet vergisst nie! Wer seine Daten ins Netz stellt, muss davon ausgehen, dass diese schnell kopiert werden - und deshalb immer wieder neu auftauchen können.

  • Nur Daten ins Netz einstellen, wenn diese von jedem Menschen auf der Erde für alle Zeiten gesehen werden dürfen.
 


Tipps zum Einsatz von Mobiltelefonen:
Auch Handys sind kleine Computer, die vor fremdem Zugriff geschützt werden müssen. Weder ihr Adressbuch, ihre SMS, ihre Fotos sind für die Öffentlichkeit bestimmt, noch ihr genauer Aufenthaltsort und der lässt sich über ihr Handy bestimmen - auch wenn dies ohne ihre Zustimmung nicht erlaubt ist.

  • Das Mobiltelefon mit einem Passwort zu schützen und
  • es nicht unbeaufsichtigt liegen zu lassen (damit niemand heimlich die Bestätigungs-SMS für einen Handy-Ortungsdienst senden kann.)
  • Vorsicht vor Programmen auf dem Handy, die Daten im Internet speichern. Bestes Beipiel: Googles Handy-Betriebssystem Android. Geräte mit Android haben praktisch keinen lokalen Speicher mehr. Kalender, Kontakte, E-Mails, Notizen werden komplett im Netz gespeichert, in diesem Fall auf den Servern von Google - und können dort von Google auch eingesehen werden.


Tipps zum Schutz vor RFID-Chips:
Noch sind die kleinen Chips nur an wenigen Produkten und dann meist auch leicht zu finden. Ab 2010 jedoch ist jeder Personalausweis mit einem RFID-Chip ausgestattet, den muss man bei sich führen. Dennoch: Unnötig mit sich herumtragen sollte man so einen Chip auf keinen Fall, schließlich lassen die Informationen auf dem Chip Rückschlüsse auf ihren Lebenswandel zu.

  • Chips an Kleidungsstücken oder Verpackungen einfach abschneiden oder abziehen.
  • In der Mikrowelle haben Chips auch keine Überlebenschance.
  • Sollte man einen RFID-Chip bei sich tragen müssen (z. B. im Reisepass- oder Studierendenausweis, dann kann dieser etwa mit Alufolie, die diesen komplett umschließt, vor fremdem Auslesen geschützt werden.)
  • Vor allem Mitarbeiter- und Studentenausweise und viele Nahverkehrstickets sind schon häufig mit den Chips ausgerüstet. Erkundigen Sie sich, welche Informatioen darauf gespeichert werden.


Tipps zur Google-Suche:
Googles, das wertvollste Unternehmen der Welt, hat das erklärte Ziel, "die Informationen der Welt zu organisieren". Auf die Frage: "Was mache ich am 23.8.2010?" würde Google eines Tages gerne antworten können: "Du triffst Dich mit Hanna im Café Glocksee." Deshalb kein Tipp, sondern nur für den Hinterkopf: Wenn Sie alle Googledienste nutzen, weiß eine einzige Firma: wo Sie sind (Maps/Earth); wie Sie heißen (iGoogle); für welche Nachrichten Sie sich interessieren (News, Blogs); was Sie im Internet suchen (Suche); um Ihre vollständige Surfchronik über beliebig lange Zeiträume (Google Chrome); um Ihre komplette Krankengeschichte (Google Health); Welche Bilder Sie ansehen (Bildersuche); was auf Ihrer Festplatte ist (Desktopsuche); was Sie einkaufen (Shopping/Froogle); welche Routen Sie planen (Maps); um Ihre Termine (Calendar) und Ihre E-Mails (GMail); welche Videos Sie interessieren (Google Video/YouTube); mit wem Sie über was reden (Groups); welche Bücher Sie lesen (Bücher) und was für Fotos Sie haben (Picasa); den Inhalt Ihrer Briefe und Dokumente (Text & Tabellen, Translator); allgemein Notizen (Notizen); in welchem Bereich Sie forschen/lernen (Scholar); welche Freunde Sie haben (GMail, Orkut); was exakt Sie auf völlig fremden Seiten tun (genaues Klickprofil, Interessensauswertung, Google Analytics); was sich auf Ihrem Handy befindet (Android).

 


Tipps zum Schutz vor Datendieben und -händlern:

  • Rabattsysteme wie Payback oder HappyDigits bringen finanziell wenig, kosten aber eine Menge privater Daten.
  • Gewinnspiele haben oft nur das Ziel, an Ihre Daten zu kommen. Die Teilnahme lohnt sich selten.
  • Wann immer Sie Ihre privaten Daten preisgeben, etwa um eine Zeitung zu abbonieren oder um beim Versandhändler zu bestellen: Schauen Sie in die Geschäftsbedingungen. Will man die Daten für Werbung nutzen, dürfen Sie diese Passage streichen.
 
 

 
 
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