Kinder bekommen ist ein großes Glück. Kinder erziehen erweist sich dann doch schwieriger als erwartet. Und das liegt nicht nur an den Kindern selbst. Die Anforderungen an die Eltern sind immens, und der Druck, der auf den Eltern lastet - oder den sie sich selber machen - ist riesig. Man will alles richtig machen, doch tappt man von einer Falle in die nächste.
Seit es Menschen gibt, gibt es Kinder. Und die müssen erzogen werden. Soviel steht fest. Wie sie, zu was und wie lange sie erzogen werden müssen, das steht schon lange nicht mehr fest. Unsere pluralistische Gesellschaft wartet auch in Bezug auf die Kindererziehung mit sehr unterschiedlichen Ansätzen auf, die alles etwas für und gegen sich haben. Das macht es den Eltern nicht leicht.
Es gab und gibt immer Trends, die sich für eine bestimmte Zeit durchzusetzen scheinen und die sich dann aus verschiedenen Gründen doch als nicht vollkommen ideal erweisen. Das Ei des Kolumbus in Sachen Kindererziehung ist noch nicht gefunden.
Das Spektrum reicht von autoritären Strukturen bis hin zur Haltung des Laissez-faire - mit einer guten Begründung ist alles möglich. Tigermütter können ihre Kinder drillen und fördern bis es nicht mehr geht, andere Eltern lassen die Kleinen im Matsch versinken, bis sie vor lauter Kreativität keine Lust mehr haben, die einen buchen für jeden Tag einen Förderkurs von Frühchinesisch bis Klangschalenmusik, die anderen kaufen die neueste Playstation und ein dickes Fernsehprogramm, die einen versehen die hauseigenen Computer mit kindgerechten Sperren, die anderen richten die ersten E-Mail-Accounts der Zweijährigen ein. Das Spektrum ist immens, und das Ziel bei fast allen Eltern gleich: Es soll den Kindern gut gehen - jetzt und in der Zukunft.
Dieser schon immer legitime Anspruch überfordert Eltern von heute zunehmend. Im Moment macht sich die Überzeugung breit, dass die Kinder sie selbst werden und bleiben sollen. Das klingt gut, aber wie macht man das? Angeblich gelingt es nur, wenn auch die Eltern authentisch sind. Aber wer ist das schon? Ist die Kindererziehung als großes Ganzes also sowieso zum Scheitern verurteilt, weil die Eltern schon nicht mit sich im Reinen sind. Oder können wir es bei unseren Kindern doch alles anders und besser machen? Sind bestimmte Erziehungsmethoden geeigneter als andere, um glückliche Kinder großzuziehen? Wie abhängig sind die einzelnen Methoden vom sozialen Umfeld?
Volker Panzer diskutiert die unterschiedlichen Erziehungsmethoden mit seinen Gästen: dem Biologen und Leiter der Forschungsabteilung der Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Erlangen Ralph Dawirs, der Journalistin Susanne Leinemann, dem Kinderarzt Herbert Renz-Polster und dem Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff im ZDF-nachtstudio am Sonntag, den 15. Januar 2012 um 0.30 Uhr, wie immer im Anschluss an die Spätausgabe der "heute"-Nachrichten.
Buchtipps der Redaktion:
"Der Verstand wird sich sein Recht schon verschaffen, und der Mensch ist glücklich, der sich einen Teil des Kindersinnes aus seinen ersten Dämmerungsjahren in das Leben hinüber zu retten verstand". (Heinrich Hoffmann)
Das nächste nachtstudio kommt am 22. Januar 2012 um 0.30 Uhr. Volker Panzer diskutiert dann mit dem Journalisten und Autor Jens Bisky, dem Historiker Tillmann Bendikowski, der Historikerin Ute Frevert und der Philosophin Ursula Pia Jauch zum Thema "Jeder nach seiner Fasson - Der Alte Fritz und die Folgen."