Er hat bisher mehr als 80 Bücher mit insgesamt über 30.000 Seiten veröffentlicht. Er hält pro Jahr etwa 100 Vorträge vor Tausenden von Zuhörern. Er hat eine eigene Radiosendung und ist darüber hinaus ständig präsent in Printmedien und Fernsehen. Eugen Drewermann, der bekannteste Kirchenkritiker in diesem Land.
Eugen Drewermann wurde 1940 in Bergkamen bei Dortmund als Sohn eines Bergmanns geboren. Der Vater war evangelisch, die Mutter katholisch. Die traumatischen Kindheitserlebnisse der Bombenangriffe in den letzten Kriegsjahren hinterließen einen tiefen und prägenden Eindruck bei ihm. Er las als Jugendlicher bereits die Schriften Albert Schweitzers, studierte schließlich Philosophie in Münster, Theologie in Paderborn, Psychoanalyse in Göttingen und wurde 1966 zum Priester geweiht. Er lehrte bis 1991 an der Katholischen Theologischen Fakultät in Paderborn und war nebenbei auch als Psychotherapeut tätig.
Seine Publikationen, in denen er den christlichen Glauben vor allem als Erlösungslehre und Lebenshilfe deutet, sein Bemühen, die Theologie wieder "vom Kopf auf die Füße zu stellen", führten bald zu Spannungen mit der katholischen Amtskirche. 1986 drückte der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger "große Besorgnis" über Drewermanns Äußerungen aus. Nach der Veröffentlichung seines Buches "Kleriker - Psychogramm eines Ideals" und einem Interview mit dem Spiegel, in dem er die Jungfrauengeburt als biologische Tatsache anzweifelte, kam es zum Bruch.
1991 wurde Drewermann die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen, 1992 ein Predigtverbot erteilt. 2005 schließlich, an seinem 65. Geburtstag, trat er aus der römisch-katholischen Kirche aus. Sein kritisches Engagement blieb ungebrochen. Auch zu gesellschaftspolitischen Fragen wie dem Umweltschutz oder der Finanzkrise nimmt der Christ und Theologe leidenschaftlich Stellung.
"Erklär mir die Welt" - Volker Panzer lädt zum Gespräch mit seinem Gast Eugen Drewermann im ZDF-nachtstudio am Sonntag, den 5. Februar 2012 um 1.15 Uhr. (Erstausstrahlung am 18. Dezember 2011.)
Literaturtipps:
"Moralisch gut ist, wer sich eingebettet und aufgehoben weiß im unendlichen All." (Giordano Bruno)
Das nächste ZDF-nachtstudio kommt am 12. Februar 2012. Zum Thema "100 Jahre Babelsberg - Wie sieht die Zukunft des Kinos aus?" diskutiert Volker Panzer mit dem Kameramann Michael Ballhaus, dem Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Volker Schlöndorff, dem Leiter der BERLINALE Dieter Kosslick sowie dem Filmproduzenten Stefan Arndt.