Einkommen als Menschenrecht - Die letzte große Vision?
Was Karl Marx nicht über die Lippen brachte, spricht der Unternehmer Götz Werner aus: Geld für Alle - ohne Arbeitszwang oder Tätigkeitsverpflichtung, ohne Bedürftigkeits- und Einkommensprüfung. Der Gedanke: Jeder Bürger bekommt ein monatliches Grundgehalt, unabhängig davon wie alt oder jung, arm oder reich er ist. Das Revolutionäre daran ist: Anders als bei der Sozialhilfe ist die Auszahlung nicht daran gekoppelt, dass man eine Leistung erbringt. Anstelle der Arbeit soll der Konsum besteuert werden - durch wesentlich höhere Mehrwertsteuer.
Die Idee dazu stammt nicht von Unternehmer Götz Werner, auch nicht von Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman, dem sie seit 1962 oft zugeschrieben wird. Schon 1848 wollte der belgische Publizist Joseph Charlier die Bürger mit einer regelmäßigen Zahlung beglücken. Er sprach von Bodendividende. 1943 forderte die englische Ökonomin und liberale Politikerin Lady Juliet Rhys-Williams in Großbritannien einen Gesellschaftsvertrag mit einer Art Grundeinkommen.
Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen begeistert linke Denker und liberale Ökonomen gleichermaßen. Die andauernd hohe Arbeitslosigkeit, Hartz IV als für den Einzelnen "entwürdigende" Form von Arbeitsmarktpolitik, letztlich aber auch die Kosten des Sozialstaats haben ihr zu neuer Blüte verholfen. Die dazugehörige Debatte hat in jüngster Zeit eine regelrechte Renaissance erlebt.
Geld für Alle - tatsächlich eine revolutionäre Idee? Tut das dem Menschen wirklich gut?Ist das Grundeinkommen gerecht? Ist es finanzierbar? Warum eigentlich nicht Vermögen für Alle? Ist Geld für Alle nicht zutiefst unsozial? Verschlankt das Grundeinkommen tatsächlich den Staat?Welchen Sinn macht dann noch Arbeit? Darf es ein Recht auf Faulheit geben? Welchen Sinn sollte Arbeit überhaupt haben? Wäre die Idee vom Grundeinkommen ein Modell für die Zukunft?
"Einkommen als Menschenrecht - Die letzte große Vision?" diskutiert Volker Panzer mit seinen Gästen.