Faszination Vancouver - Modell für eine bessere Welt?
Vancouver - die Stadt, die seit vielen Jahren regelmässig zu den Metropolen mit der höchsten Lebensqualität weltweit gewählt wird - ist vom 12. bis 28. Februar Gastgeberin der XXI. Olympischen Winterspielen. Wie schon zu den Spielen in Sydney und Peking präsentiert Volker Panzer wieder eine "nachtstudio"-Sonderausgabe; dieses Mal aus dem ZDF-Olympiastudio in Whistler. Eingeladen sind deutsche und deutschsprachige Gäste, die seit vielen Jahren in Kanada leben und kompetente Einblicke in die gesellschaftliche Gegenwart dieses riesigen Landes geben können.
Kanada versteht sich im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nicht als "melting pot", als Schmelztiegel der Einwanderer aus verschiedenen Herkunftsländern, sondern ist stolz auf seinen Multikulturalismus und die ethno-kulturellen Verschiedenheiten. Vier Hauptgruppen prägen die heutige kanadische Bevölkerung: Die indianischen Ureinwohner, seit einigen Jahren offiziell als "First Nations" bezeichnet, die Anglo- und Frankokanadier, die sogenannten "Gründernationen", die "Europäischen Minderheiten", zu denen auch etwa 2,7 Millionen Deutschkanadier gehören und die sogenannten "Sichtbaren Minderheiten", zu denen unter anderen Araber, Lateinamerikaner und, besonders stark vertreten, Asiaten gehören.
Die Frage der Rechte der First Nations hat in Kanada eine kontroverse Diskussion ausgelöst, die bis heute anhält, der starke Zustrom finanzkräftiger Einwanderer aus China hat dem Land neue Impulse für seine Wirtschaft, aber auch neue Herausforderungen für seine Gesellschaft beschert. Kann Deutschland etwas lernen von dem "Multikulti"-Modell Kanada?
Gäste: Marianne Boelscher-Ignace, Ethnologin und Linguistin Julian Dierkes, Soziologe und Asien-Experte Daniel Pauly, Fischereiökologe Ulrike Radermacher, Anthropologin Jochen Schliessler, Dokumentarfilmer