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Alexander der Große . Quelle: ZDF
Alexander der Große eroberte auch den Nahen Osten.

Das Bibelrätsel: Der Zorn Gottes

Besatzung und Befreiung

Die Griechen erobern den Nahen Osten

Nach dem beispiellosen Siegeszug Alexanders des Großen herrschen auch im Land der Bibel die Griechen und drücken dem Land ihren hellenistischen Stempel auf. Und wieder ist die kulturelle und religiöse Identität der Israeliten in Gefahr. Unter ihrem Anführer Judas Makkabäus befreien sie sich vom Joch der fremden Herren.

 
 
 
 

Die Nachfolger Alexanders bauen Paläste in Israel und feiern die Nacktheit des menschlichen Körpers. Sport wird zum Modetrend und in Sichtweite des Tempels werden Wagenrennen ausgetragen.

 
Wagenrennen. Quelle: ZDF
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Wagenrennen waren ein beliebter Zeitvertreib.

Gespaltene Gesellschaft

Vor allem die "besseren Kreise" fühlen sich vom Hellenismus angezogen. Aber was für die einen mondän und weltoffen ist, ist für die anderen ein Skandal.

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Prof. Alexander Demandt,
Historiker, FU Berlin:

"Die griechische Nacktheit, die griechische Liberalität, die griechische Homosexualität, auch der griechische Atheismus, das sind Dinge, die natürlich für die Frommen, für die Strengen untragbar waren. Sie haben geglaubt, wer mit diese Leuten paktiert, der ist des Teufels."

Sportdarstellung auf einer Tonschale. Quelle: ZDF
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Sport wurde zur neuen Mode.

Kein Pakt mit den Griechen! Das fordern Männer, die sich "Chassidim", die "Frommen", nennen. Ein Riss geht durch die jüdische Gesellschaft. Das Establishment Jerusalems ruft sogar die fremden Machthaber gegen die Chassidim zu Hilfe. Aber gerade diese frommen Rebellen sind Schlüsselfiguren für die Überlieferung der Bibel, denn durch sie erhält sie ihre endgültige Gestalt.

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Die Thora

Den Text, der auf die Chassidim zurückgeht, nennen Juden die "Thora", das "Gesetz". In die christliche Bibel ist er unter dem Namen "Die fünf Bücher Moses" eingegangen. Bis heute ist die Thora der heiligste Text für strenggläubige Juden. Wörtlich befolgen sie alle Regeln, die darin formuliert sind. Und weil Gott dort spricht: "Binde die Worte, die ich Dir gebiete, zum Zeichen an deine Hand", tragen die frommen Männer beim Gebet die Teffilim, die Gebetsriemen, an denen Bibeltexte befestigt sind. Für diese Männer ist das ganze Leben Gottesdienst - wie für ihre Vorfahren, die frommen Rebellen aus der Zeit der Griechenherrschaft.


Unterdrückung und Widerstand

Vor über 2000 Jahren spitzt sich die Lage in Jerusalem zu. Der Tempelberg und das Haus Gottes werden zum Schauplatz von Gewalt. Auf den Widerstand der Chassidim gegen die fremden Sitten reagiert König Antiochos mit der Plünderung und Schändung des Tempels in Jerusalem.

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Der Historiker Flavius Josephus zur Plünderung:

"Er schleppte die heiligen Gefäße, die goldenen Leuchter, den goldenen Altar, und die Weihrauchfässer fort. Und an der Stelle des Altars ließ der König einen anderen errichten und schlachtete Schweine auf demselben."


Eine düstere Zeit der Unterdrückung und Verfolgung des Glaubens beginnt. 167 vor Christus startet der griechische König Antiochos einen Generalangriff auf die jüdische Religion. Familien, die ihre Kinder beschneiden lassen oder den Sabbat halten, lässt der Tyrann ermorden.

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Das Buch Daniel

Damals verfasst ein frommer Schreiber in Jerusalem einen rätselhaften Text, der an den Hof von Babylon zurückführt. Unter dem Titel, "Das Buch Daniel" wird er später in die Bibel aufgenommen. Er erzählt von einer rauschenden Feier im Palast des Königs Belsazar. Der Wein steigt dem Herrscher zu Kopf. Er lässt seine Gäste aus den geraubten Gefäßen des Jerusalemer Tempels trinken. Für diesen Frevel bestraft ihn Gott. Unheimliches geschieht. Auf der Palastwand erscheint eine Flammenschrift. Der König ist zu Tode erschrocken. "Mene Tekel Upharsim" schreibt die Geisterhand. Der jüdische Prophet Daniel deutet dem König die rätselhaften Worte. "Gewogen und zu leicht befunden", lautet der Satz. Das heißt: Der Gott der Juden wird den König Babylons vernichten. Noch in derselben Nacht - erzählt die Bibel- wird Belzasar von seinen Dienern ermordet.

 
Menetekel. Quelle: ZDF
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Menetekel: "Gewogen und zu leicht befunden".
 

Die Mordaktionen des Königs Antiochos provozieren den Widerstand der Bevölkerung. Ein Mann namens Mattathias sticht einen Juden nieder, der das von den Griechen geforderte Staatsopfer leisten will und tötet auch den Regierungsbeamten. Der blutige Auftritt wird zum Signal für die Revolte. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht von der Heldentat. Gesetzestreue Juden werden zu Rebellen.

Der Tod von Mattathias. Quelle: ZDF
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Judas übernimmt das Kommando.

Judas Makkabäus, der Hammer

Nach dem Tod des Anführers Mattathias übernimmt sein Sohn Judas das Kommando über die Aufständischen. Er macht aus einer Schar schlecht bewaffneter Freischärler eine schlagkräftige Armee. In erbitterten Kämpfen gelingt es ihm, Israel vom Joch der fremden Herren zu befreien. Nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft kehren Juden auf den Thron Israels zurück.

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Prof. Gerd Lüdemann, Historiker,
Universität Göttingen:

Hätte es ihn nicht gegeben, dann hätte es das Judentum wahrscheinlich in der Form, wie es sich weiterentwickelt hat nicht gegeben. Es hätte dann auch kein Christentum gegeben. Insofern hat er eine ganz große Bedeutung gehabt, ohne ihn wäre die Welt eine andere geworden.


Durch den Sieg des Judas Makkabäus kehrt der Kult des Einen Gottes nach Jerusalem zurück. Der siegreiche Freiheitskämpfer stiftet eine neue Menora, einen siebenarmigen Leuchter für den Tempel.

 
Neue Menora. Quelle: ZDF
ZDF
Judas stiftet eine neue Menora.
 

Ein Ereignis, dem fromme Juden alljährlich im November beim Lichtfest Hanukka gedenken. Die Erinnerung an eine glänzende Epoche und die große Zeit der wieder gewonnen Selbständigkeit.

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Der siebenarmige Leuchter

Die Menora ist ein Leuchter in Gestalt eines Baumes mit sieben Armen. Die Zahl ihrer Arme erinnert an die sieben Tage, die Gott für die Schöpfung brauchte. Ein religiöses Symbol des Lebens und ein politisches Symbol des Willens zu überleben.


Ein Jahrhundert lang regieren die Makkabäer unter dem Zeichen der Menora über Israel. Dann betritt die neue Großmacht Rom die Bühne der Geschichte und ein Mann mit Namen Jesus tritt auf. Damit beginnt ein völlig neues Kapitel der Bibel.

 
 
 
 
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