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Terra X

 
Hernan Cortés. Quelle: ZDF
Im zweiten Anlauf: 1521 eroberte und zerstörte Cortés Tenochtitlan.

Tag X: Der Untergang der Azteken - 30. Juni 1520

"Gottes General"

Cortés als Zerstörer der indianischen Kultur

Kaum aber war die "traurige Nacht" vergangen, fasste Cortés den Entschluss, Tenochtitlan erneut anzugreifen. Er musste die Azteken niederwerfen. Ohne Erfolg konnte er dem König nicht unter die Augen treten.

 
 
 
 

Am 28. April 1521 startete Cortés von drei Seiten her den erneuten Angriff auf das Aztekenreich. Die Einzelangriffe führten aber nicht zum Ziel, und ein allgemeiner Sturm wurde mit Verlust der Spanier abgeschlagen.

 

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Historiker Jaime Montell García über Cortés Motivation:

"Damit der König ihm seinen Ungehorsam verzieh, musste Cortés ihm ein großes Geschenk machen. Er beschloss, Karl V. das Reich der Azteken zu Füßen legen. Dazu musste er es aber erst einmal endgültig erobern. Wäre er mit leeren Händen nach Spanien zurückgekehrt, hätte man ihn als Verräter und Rebell gehängt."

Krieg gegen die Götzen

Erst nach Zerstörung von drei Vierteln der Azteken-Hauptstadt trafen drei Abteilungen der Spanier am 27. Juli 1521 auf dem großen Marktplatz in der Mitte der Stadt zusammen. Am 13. August 1521, fiel Tenochtitlan dann endgültig in die Hand der Spanier, an deren Seite 8000 Tlaxcalteken kämpften . Sie richteten unter den ihnen verhassten Azteken ein fürchterliches Blutbad an. Nie mehr sollten in den Tempeln Menschen geopfert werden. Deshalb ließ Cortés sie zerstören. Cortés sah sich als "Gottes General" und fühlte sich dazu berufen, Krieg gegen die Götzen der Azteken zu führen. Es stürzten aber nicht nur Götzenbilder.

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Jaime Montell García über die Zerstörungswut der Spanier:

"Das Tragische ist, dass die Konquistadoren alles Indianische zerstörten. Denn die Spanier hielten nicht nur die Religion der Indianer für Teufelswerk, sondern die ganze Kultur. Deshalb löschten sie gleich alles aus: Sie zerstörten sämtliche indianischen Bildnisse und Statuen. Sie töteten die gesamte Elite: Alle Priester, Adligen und Schreiber brachten sie um. Sie verbrannten die alten Schriften, zerstörten die Bilder und Idole. Sie enthaupteten buchstäblich diese Zivilisation."


Ein indianisches Gedicht beklagt:
"Weint, meine Freunde, weint:
Das Reich der Azteken ist verloren
Wir haben Blutvergießen und Schmerz gesehen
Wir liegen in Trümmern
Nur Kummer und Leiden bleiben in Mexiko
Wo es einst Schönheit und Mut gab."

 
Kirche. Quelle: ZDF
ZDF
Die Kirche Nuestra Señora de los Remidios steht auf einer Azteken-Pyramide.


Im Besitz Europas

Als "Neuspanien" wird nicht nur Mexiko Kolonie; Stück für Stück wird der amerikanische Kontinent von Europa in Besitz genommen. Damit beginnt eine neue Epoche der Weltgeschichte: das Zeitalter des Kolonialismus. Den spanischen Eroberern folgten katholische Missionare - mit ihnen begann die "geistige Konquista". Die Indianer wurden getauft und auf die Plantagen ihrer neuen Herren geschickt. Die katholischen Missionare waren aber auch die ersten, die den Indianern Menschenrechte zugestanden.

 

300 Jahre lang blieb Mexiko im Besitz Spaniens. Aus den europäischen Siedlern und den Einheimischen ging das Volk der Mexikaner hervor. Zugleich floss ein unendlicher Strom von Gold und Silber aus Lateinamerika nach Europa.

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Jaime Montell García über die Verwendung des Aztekengoldes:

"Leider wurde fast der ganze Reichtum in Kriege investiert. Karl V. führte ja sein Leben lang Kriege in Europa. Einen großen Teil des mexikanischen Goldes verschwendete er auch für die Einfuhr teurer Luxusgüter. So blieb das Gold nicht lange in Spanien. Es brachte dem Land nichts Gutes, nur Inflation, alle Preise stiegen ins Unermessliche. Spanien ist durch seine amerikanischen Kolonien nicht reich geworden, im Gegenteil: Es ist durch sie verarmt."

Goldobjekt der Sinú-Indios. Quelle: ZDF
ZDF
Nicht Gold, sondern Kartoffeln und Mais waren die Schätze der Neuen Welt.

Die wahren Schätze der neuen Welt entdeckte Europa erst später für sich: Kartoffeln, Mais und die Tomate, aztekisch tomatel.

Transatlantische Großmacht

Durch die Konquista wurde Spanien zur ersten transatlantischen Großmacht, zum ersten Reich, "in dem die Sonne nie unterging". Mit den Kolonialmächten eroberten europäische Werte und der christliche Glaube die Welt. Nach dem 30. Juni 1520 war nichts mehr wie zuvor.

Der spanische König adelte Hernán Cortés zum Marqués del Valle. "Nicht ein Held und auch kein Ritter, nur ein Räuberhauptmann war er", schrieb hingegen Heinrich Heine über ihn. Malinche ließ sich taufen, sie gebar Cortés einen Sohn. Er gilt als erster Mexikaner. Montezuma wurde zum Symbol für den Untergang der so glanzvollen wie finsteren Welt der Azteken.

 
 
 
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