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21. November 2009
 

nachtstudio

 
immer sonntags
 
Rückblick: nachtstudio vom 16.09.2007 Nachtprogramm
Caspar David Friedrich - "Nebelschwaden". Quelle: dpa
Caspar David Friedrichs Gemälde "Nebelschwaden"

Sendung am 16. September 2007

Romantik - ein deutscher Sonderweg?

Flucht aus der Wirklichkeit

Die gescheiterte Revolution in Deutschland sahen die Romantiker mit ihrer individualistischen Grundeinstellung als einen Grund, um in ihrer Dichtung in Melancholie und in fantastische, unwirkliche, idyllische Welten zu fliehen. Und sich damit aus dem gesellschaftlichen Leben weitgehend zurückzuziehen.

 
 
 

"Die Welt muss romantisiert werden!" So lautete um 1800 die Forderung Friedrich von Hardenbergs alias Novalis und seiner Zeitgenossen. Damit war nicht nur die vielleicht originellste Strömung der deutschen Literatur, sondern auch eine neue Geisteshaltung geboren, die auch heute noch zu finden ist: Die Protestaktionen Jugendlicher gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm sind eindeutiger Beleg dafür.

Revolution des Geistes

Doch was ist das genau, das Romantische? Abkehr von der Vernunftsdiktatur der Aufklärung, Feier des Irrationalen, Wunderbaren und Rauschhaften? Während gegen Ende des 18. Jahrhunderts europaweit die modernen Wissenschaften ihren Siegeszug beginnen, in Frankreich die Bürger auf die Straße gehen und Blut vergossen wird, begeben sich auf deutschem Territorium die jungen Dichter und Denker auf einen Sonderweg: Revolution des Geistes lautet ihre Parole.

 

Dass dieser Sonderweg bis hin zum Nationalsozialismus führte, wurde immer wieder behauptet. In der Tat sind die Ideen von der Nation, dem Völkischen und der Nachkommenschaft der Nibelungen hochromantisch. Und so ist auch zu fragen: Wann kann man von einem romantischen Gefühl profitieren, und wann sollte man lieber der Vernunft den Vorrang lassen? Wird Romantik, die auf individueller Ebene den zunehmenden Schwund der Religion kompensiert, grundsätzlich gefährlich, wenn sie auf den Bereich der Politik übergreift?

 

Wiederkehr des Romantischen

Neben diesen Fragen diskutiert Volker Panzer zusammen mit seinen Gästen, dem Philosoph und Bestsellerautor Rüdiger Safranski, dem Literaturwissenschaftler Jochen Hörisch und der Journalistin Elke Schmitter, auch über die Wiederkehr des Romantischen nach 1945 - sei es während der 68er Generation oder der sich neu formierenden Bewegung gegen den Klimawandel.

 
 

Buchtipps:

  • Detlef Kremer: Romantik. J.B. Metzler Verlag, Stuttgart 2006
  • Heinrich Heine/ Elke Schmitter: Und Grüß mich nicht unter den Linden. Heine Gedichte. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2003
  • Herbert Uerlings (Hg.): Theorie der Romantik. Reclam Verlag, Leipzig/Ditzingen 2000
  • Gerhard Schulz: Romantik. Geschichte und Begriff. C.H.Beck, München 1996
  • Karl Heinz Bohrer: Die Kritik der Romantik. edition suhrkamp, Frankfurt 1989
  • Joseph Freiherr von Eichendorff: Novellen / Märchen / Gedichte, gelesen von Anna Thalbach, Wanja Mues, Gerd Wameling, Elke Heidenreich, Gert Westphal, Peter Lühr, Mathias Wiemann und Klausjürgen Wussow, Deutsche Grammophon Literatur: Berlin 2007.
 
 

Infobox

Das letzte Wort:

"Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt." (Joseph von Eichendorff)

 
 

Das nächste ZDF-nachtstudio kommt am 23. September 2007. Zum Thema "Die zweite Erde" diskutiert Volker Panzer mit dem Astrophysiker Harald Lesch, dem Bestseller-Autor Andreas Eschbach sowie dem Autor und Journalisten Hans-Arthur Marsiske.

 
 

Sendungsinformationen

Sonntag, 16.09.2007 00:20 - 01:20 Uhr Nachtprogramm

VPS 17.09.2007 00:20

Länge: 60 min

Gesprächsreihe, Deutschland, 2007

  • 16 zu 9
 

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