Ein Magazin für Langschläfer ist "sonntags" nicht. Doch wer Anregungen über den Tag hinaus und Orientierung für seine praktische Lebensführung sucht, der sollte sonntags um 9.02 Uhr das ZDF einschalten. Berichtet wird von inspirierenden Menschen, ihrem Engagement, ihren Konflikten und Werten.
Wenn wir am Sonntagmorgen erwachen, dann liegt idealerweise ein freier Tag vor uns - ohne Arbeit und Einkäufe. Jenseits der Hektik des Alltags haben wir endlich einmal mehr Zeit für Familie und Freunde, vielleicht für einen Ausflug in die Natur oder einen Besuch im Museum.

Wir könnten uns also zurücklehnen und den "Tag des Herrn" zum Nachdenken und für besinnliche Stunden nutzen. Dieses "spezifische Sonntagmorgengefühl" möchte "sonntags" treffen und dazu beitragen, den kommenden Tag und vielleicht auch manches im eigenen Leben neu zu gestalten.
Seit der ersten Sendung im April 2003 stellt "sonntags - TV fürs Leben" Menschen vor, die anderen helfen und mit ihrem ehrenamtlichen Engagement etwas verändern. Etwa einen Clown, der Demenzkranke im Altenheim aufheitert. Oder ein Projekt, das Kindern einen gewaltfreien Umgang vermittelt. Oder eine Gruppe Rollstuhlfahrer, die für ihre Rechte kämpft. Neben "Menschen & Projekte" ist der "Ausflug" eine feste Rubrik der Sendung. Ausstellungen, Filme und ungewöhnliche Orte gibt es hier allwöchentlich zu entdecken.
Jede Woche greift die "sonntags"- Redaktion eine aktuelle Thematik auf. Der Bericht darüber gibt nicht einfach die Nachrichtenlage wieder, sondern zeigt die Menschen, deren Leben sich verändert: Warum verhungerte ein Arbeitsloser in Speyer? Wieso gibt es so viele Überwachungskameras in der Hauptstadt? Warum können Christen in China ihre Religion nicht frei ausüben?

Herzstück der Sendung ist der jeweilige Schwerpunkt. Ob die Lust auf Bücher, der Alltag von LKW-Fahrern das Für und Wider von Organspenden oder die Magie der menschlichen Stimme - "sonntags" sorgt immer wieder für eine überraschende Themenauswahl. Dazu wird stets ein Gast ins Studio geladen. Pater Amseln Grün, Schauspielerin Christine Neubauer, Rupert Neudeck oder Restaurantkritiker Jürgen Dollasse haben bereits im orangefarbenen Sessel Platz genommen.
Doch nicht Prominenz zählt bei der Auswahl der Studiogäste, sondern ihre Kompetenz und Lebenserfahrung. Gert Scobel, Moderator bei "sonntags" seit der ersten Sendung, versteht es, das Gespräch auf die entscheidenden Fragen hinzulenken und unerwartete Zusammenhänge herzustellen. Den Themen auf den Grund zu gehen, dies tut auch Andrea Ballschuh, die im wöchentlichen Wechsel "sonntags" moderiert.

Bei aller Themenvielfalt beschäftigt sich die Sendung immer wieder mit Religion. Im Zentrum stehen dabei weniger Kirchenpolitik oder spezielle konfessionelle Fragen, sondern Spiritualität und Glauben im Christentum ebenso wie im Islam oder im Buddhismus.

Und was wäre eine Ausgabe von "sonntags" ohne den Tipp zur Woche? Mit einer Unterbrechung durch Eckhard von Hirschhausen ist dafür Werner Küstenmacher, der Autor des Bestsellers "Simplify your life", zuständig. Ob auf der Autobahnbrücke, im Park eines Schlosses oder in der Welt seiner Karikaturen - in weniger als zwei Minuten schafft es Küstenmacher, uns zum Nachdenken anzuregen.
Er schlägt aus dem Unscheinbaren Funken und fragt beispielsweise, warum wir uns öfter loben sollten oder wieso Unvollkommenheit sinnvoll ist. Mit seinem Motto: "Sehen sie es doch mal so" verändert Küstenmacher unseren Blick auf uns selbst und unsere Umwelt. Und genau das ist Programm bei "sonntags", dem wöchentlichen "Serviceangebot für die Seele".