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20. März 2010
 

Volle Kanne

 
Mo-Fr, 9.05 Uhr
Bein mit Gipsverband. Quelle: mev
Durch Osteoporose können Knochen schneller brechen.

Poröse Knochen

Osteoporose betrifft fast acht Millionen Deutsche

Etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Knochenschwund (medizinisch: Osteoporose), Frauen doppelt so häufig wie Männer. Da sich die Erkrankung lange ohne deutliche Symptome entwickeln kann, werden viele Betroffene nicht rechtzeitig behandelt. Mit möglicherweise gravierenden Folgen: Knochenbrüche, Schmerzen und sogar Pflegebedürftigkeit. Dabei kann jeder viel tun, um der Alterserkrankung vorzubeugen. Ein wichtiger Faktor: Bewegung!

 
 
 
 

Knochengewebe ist eine lebende Verbindung von Zellen, die ständig neu auf-, um- und abgebaut werden. Bis zum 35. Lebensjahr befinden sich Knochenaufbau und Knochenabbau im Gleichgewicht. Dieser Prozess wird durch die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron beeinflusst. Etwa ab dem 40. Lebensjahr überwiegt der Knochenabbau. Bei Frauen kommt es in den Wechseljahren zu einem Mangel an Östrogen. Dadurch wird vermehrt Knochenmasse abgebaut.

 

Bei Männern wird mit fortschreitendem Alter weniger Testosteron produziert, was den Knochenabbau verstärkt. Darüber hinaus können weitere Faktoren wie zum Beispiel die Vererbung das Risiko für eine Osteoporose erhöhen. Auch übermäßiger Konsum von Koffein und Nikotin, zu wenig Bewegung, ein Mangel an Kalzium und Vitamin D sowie Untergewicht begünstigen eine Osteoporose. In seltenen Fällen wird die Osteoporose von einer anderen Erkrankung oder von Medikamenten ausgelöst.

 

Schnelle Brüche

Kommt es zu einem übermäßigen Knochenabbau, nimmt die Knochendichte ab. Die Knochen verlieren zunehmend an Stabilität, was zu einer erhöhten Gefahr von Knochenbrüchen führt. Frakturen zeigen sich insbesondere an den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, am Oberschenkelhals und am Handgelenk. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Knochen so porös, dass schon kleine Stürze, schweres Heben oder auch kräftiges Husten zu einem Knochenbruch führen können. Hinzu kommt, dass der Körper einfällt. Typisches Merkmal der Osteoporose ist der so genannte Witwenbuckel.

 

Die Röntgenuntersuchung gibt Aufschluss über mögliche Frakturen. Zur Früherkennung einer Osteoporose ist sie aber nicht geeignet. Dies ist mit Hilfe einer Knochendichtemessung möglich. Die Kosten dafür werden aber nur dann von den Krankenkassen erstattet, wenn ein begründeter Verdacht auf Osteoporose besteht, zum Beispiel dann, wenn bereits ein Knochen gebrochen wurde.

 

Knochenstoffwechsel anregen

Zur Behandlung der Osteoporose gehören Schmerztherapie, Muskelaufbau, ausgewogene Ernährung mit hohem Kalziumanteil und ausreichende Vitamin-D-Versorgung durch Sonnenlicht oder Vitamin-D-Präparate. Mit Medikamenten kann der Knochenstoffwechsel positiv beeinflusst werden. Fluoridhaltige Präparate steigern die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen. Bisphosphonate hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Zellen.

 

Seit einiger Zeit gibt es mit Strontiumranelat auch eine Substanz, die beide Wirkungsweisen kombiniert. Der Einsatz wird aber in der Regel erst empfohlen, wenn die anderen Optionen keine ausreichende Wirkung gezeigt haben. Darüber hinaus wirken auch sich selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs) positiv auf die Knochenstruktur aus. Eine Hormonersatztherapie dagegen ist wegen möglicher Nebenwirkungen heute sehr umstritten.

 

Infobox

Je früher, desto besser

Vorbeugung und frühzeitige Behandlung der Osteoporose sind besonders wichtig, da sowohl dem Entstehen der Erkrankung als auch dem Fortschreiten und den Komplikationen entgegengewirkt werden kann. Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig. Bewegung fördert den Transport des Kalziums in die Knochen. Außerdem steigert körperliche Aktivität sowohl die Muskelkraft als auch die Koordinationsleistung des Gehirns. Das senkt das Risiko für Stürze und Brüche. Besonders bei älteren Menschen gilt es, mögliche Gefahrenquellen zum Beispiel in der Wohnung auszuschalten. Auf Nikotin sollte verzichtet werden.