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Wunderbare Welt

 
Evita Peron. Quelle: ZDF
Evita Perón

Affäre Nazigold

Geheime Pfade

Evita Perón ebnet der braunen Elite Fluchtwege aus Europa

Dank der Geheimdiplomatie der argentinischen Präsidentengattin erfahren NS-Verbrecher verdeckte Hilfe von verschiedenen Seiten. Ein mysteriöses Nazi-Hilfswerk namens ODESSA soll angeblich weltweit operieren, um alte Komplizen zu unterstützen, zu retten und vielleicht sogar neu zu formieren - Mythos oder Wirklichkeit?

 
 
 
 

Aus Spanien kommend, legt Evita einen Zwischenstopp in Rom ein. Sie bittet Papst Pius XII. um Unterstützung bei der Rettung einiger Flüchtlinge. Abseits des Protokolls soll in Italien auch eine Begegnung mit dem umstrittenen Monsignore Draganovic stattgefunden haben.

Aktentasche. Quelle: ZDF
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Unterlagen für kirchliche Fluchthilfe

Geistlicher Beistand

Krunoslav Stjepan Draganovic (1889 - 1959) ist Führer der Kroatischen Gemeinde in Rom. Er verhilft nach dem Zweiten Weltkrieg vielen Nazis zur Flucht. Die Kirchenleitung weiß von den Machenschaften des Geistlichen. Auch Ante Pavelic, berüchtigter Gründer der faschistischen Ustascha und ehemaliger brauner Staatschef Kroatiens, gelangt mit Hilfe des Monsignore nach Rom und schließlich nach Argentinien.

 

Ein anderer kirchlicher Fluchthelfer: Bischof Dr. Alois Hudal, Rektor der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell'Anima in Rom. Er ermöglicht Hunderten von kleinen und großen Nazis das Entkommen. Als Mönche verkleidet, werden sie an alliierten Kontrollpunkten vorbeigeschleust, in Klöstern versteckt und bei günstiger Gelegenheit nach Südamerika verschifft. Obwohl 1947 von dem amerikanischen Agenten Vincent La Vista enttarnt, funktioniert dieser als "Klosterlinie" bezeichnete Fluchtweg jahrelang.

Evita Peron und ihr Mann. Quelle: ZDF
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Evita war eine leidenschaftliche Rednerin

ODESSA

Der Vatikan galt in informierten Kreisen als Fluchthilfe-Organisation für illegale Emigranten. Die USA bauten jedoch bald einen eigenen "Reiseservice" auf. Diese zunächst für ihre Spione bestimmte "Rattenlinie" bediente sich ebenfalls der Hilfe von Monsignore Draganovic. Täter wie Klaus Barbie, der "Schlächter von Lyon", gelangten so, zwischen Kroaten gemischt, nach Südamerika.

 

Geradezu sagenumwoben ist eine geheime Organisation, deren Existenz von Historikern bis heute angezweifelt wird: ODESSA (Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen). Der Nazi-Jäger Simon Wiesenthal, der wesentlich zur Enttarnung Adolf Eichmanns in Argentinien beitrug, hat die Bezeichnung ODESSA publik gemacht, ohne jedoch harte Fakten zu nennen.

 

CAPRI

Präsident Perón bietet nicht nur vielen Nazi-Verbrechern Unterschlupf. Er holt auch zahlreiche hochkarätige Wissenschaftler des Dritten Reiches nach Argentinien, die mit der braunen Politkaste eng verwoben gewesen sind. Perón will die Forschung seines Landes auf internationales Niveau heben. So findet auch der berühmte Flugzeugkonstrukteur der Focke-Wulf-Werke, Prof. Kurt Tank, in Argentinien die Möglichkeit, erfolgreich weiter zu arbeiten.

 

1950 gründet Ex-SS-Mann Horst Carlos Fuldner, vermutlich mit Unterstützung Ludwig Freudes, das Unternehmen CAPRI (Compañía Argentina para Proyectos y Realizaciones Industriales - Fuldner y Cía). In dieser Industrie-Gesellschaft finden nicht nur deutsche Wissenschaftler, sondern auch Polit-Verbrecher wie Adolf Eichmann Anstellung. Viele Forscher kehren nach dem Konkurs der Firma (1954/55) nach Deutschland oder Österreich zurück.