Das auslandsjournal berichtet diese Woche über den italienischen Umgang mit Steuersündern, die Jagd nach Osama Bin Laden, die umstrittene Vergangenheit der ukrainischen Präsidentschaftskandidatin und über den beschwerlichen Abbau von Vogelkot vor der Küste Perus.
Lügen lohnt sich?
Während in Deutschland über eine illegale Daten-CD diskutiert wird, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen, schlägt die italienische Regierung einen anderen Weg ein. Bereits im September hatte sie zum wiederholten Mal eine Amnestie für alle Steuerhinterzieher ausgerufen. Nur rund fünf Prozent zahlen diejenigen, die ihre schwarzen Kassen bis Ende April dem Staat melden. Etwa 100 Milliarden Euro haben so schon den Weg zurück aus den Steuerparadiesen nach Italien gefunden. Für den Staat bedeutet das: Mehreinnahmen von rund fünf Milliarden Euro. Für Steuerhinterzieher bedeutet das: Straffreiheit und viel Geld gespart.
Spurlos verschwunden?
Er ist der meistgesuchte Mann der Welt. Auf seinen Kopf ist eine Belohnung von 27 Millionen Dollar ausgesetzt. An seine Fersen haben sich die besten Eliteeinheiten der Welt geheftet. Es wurden Armeen mobilisiert, Informanten bestochen und Gefangene gefoltert. Mehr als zehn Jahre dauert die Jagd nun schon und noch immer ist Osama bin Laden nicht gefasst. Stets scheint der saudische Al-Kaida-Chef seinen Häschern einen Schritt voraus, finden sie nur leere Höhlen und verlassene Verstecke. Ist Bin Laden zu gewieft für seine Verfolger?
Immer mehr Menschen vermuten hinter seiner Flucht mehr als bloßes Versagen der Verfolger. Ist ein freier Osama bin Laden nicht viel nützlicher als gefangen oder tot? Dient er doch so als Begründung für Amerikas Feldzüge gegen den Terror. Wollen ihn aus diesem Grund die Amerikaner vielleicht gar nicht erst fangen?
Oligarchin im Präsidentenamt?
Julia Timoschenko ist die Heldin der Orangenen Revolution. Durch ihre charismatischen Auftritte wurde die Frau mit dem blonden Haarkranz zur ukrainischen Ikone der Demokratie, zur vermeindlichen Feindin von Korruption und Oligarchenherrschaft. Inzwischen ist sie Regierungschefin und strebt bei den Stichwahlen am Wochenende nach dem Präsidentenamt. Dabei ist die Vergangenheit des Politstars durchaus widersprüchlich. Gehörte sie doch einst selbst zu den nun bekämpften Oligarchen: Wohlhabend durch einen Videoverleih in ihrer Heimatstadt geworden, wurde sie später eine millionschwere Gashändlerin. Auch Gerüchte über krumme Geschäfte halten sich hartnäckig.
Stinkende Geschäfte
Sieben Tage in der Woche schuften die Arbeiter auf der Pazifikinsel Macabi vor der Küste Perus. Hacke, Schaufel und ihre eigene Muskelkraft sind die einzigen Hilfsmittel, die sie für den Abbau von Guano haben. Der Vogelkot ist ein begehrter Naturdünger und wichtiges Exportgut des Landes. Der überdurchschnittliche Lohn lockt viele Wanderarbeiter auf die Insel. Doch der beißende Gestank nach Amoniak und Stickstoff macht die Knochenarbeit zur Qual.