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23. Februar 2012
 

Frontal21

 
dienstags 21 Uhr

Verbotene Eier aus Käfighaltung

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Der Beitrag als Video

Frontal21 exklusiv

Eier aus Käfighaltung trotz Verbots im Umlauf

EU-Kommissar will durchgreifen

von J. Göbel, M. Karremann, C. Rohde

Seit Januar 2012 sind herkömmliche Batteriekäfige EU-weit verboten. Dennoch leben immer noch mehr als 47 Millionen Legehennen nach offiziellen Angaben der EU in dieser quälerischen Haltungsform. Laut EU-Kommissariat für Verbraucherschutz haben 15 Mitgliedsstaaten trotz jahrelanger Übergangsfristen das Käfigverbot der EU ignoriert, darunter große Eierproduzenten wie Italien, Spanien, Belgien und Polen.

 
 
 
 

Verbraucherschutzkommissar John Dalli kündigt gegenüber dem ZDF-Magazin Frontal21 an, die Kommission werde in den kommenden Tagen Vertragsverletzungsverfahren gegen EU-Mitglieder einleiten, die die alten Batteriekäfige trotz geltender Gesetze nicht abgeschafft haben. "Ich verspreche, dass ich durchgreifen werde", sagt er dem ZDF.

 

Verfahren gegen EU-Mitglieder

Zwölf Jahre hatten die EU-Staaten Zeit, eine EU-Richtlinie zum Verbot der Batteriekäfige umzusetzen. Dies sei nicht ausreichend kontrolliert worden, bemängelt Dalli. "Wir müssen aus diesem Fall lernen." Dalli fordert deshalb erweiterte Sanktionsmöglichkeiten der EU-Kommission gegenüber den Mitgliedsstaaten. Für jedes Gesetz müsse es während der Umsetzungszeit konkrete Aktionspläne geben, die von der EU-Kommission kontrolliert werden. Bisher habe die Kommission keine Möglichkeit, rechtzeitig einzugreifen, wenn EU-Richtlinien nicht fristgemäß in nationales Recht umgesetzt werden. "Wir haben derzeit dazu nicht die Macht", räumt Dalli gegenüber Frontal21 ein. Das mache der "Käfigei-Fall" sehr deutlich.

 

Deutschland hat die alte Käfighaltung bereits 2000 abgeschafft. Bei den sogenannten Schaleneiern hat der Handel Käfigeier fast vollständig ausgelistet, weil viele Konsumenten diese Eier nicht mehr kaufen wollten. Für Eiprodukte wie Nudeln, Majonäse oder Backwaren werden hingegen immer noch Eier aus illegalen Batteriekäfigen verwendet, so dass sie auch auf den Tischen deutscher Verbraucher landen können. Diese Eier werden oft nicht gekennzeichnet, weil sie direkt in sogenannten Ei-Aufschlagwerken verarbeitet werden.

 

Kennzeichnung auch für Eiprodukte

Sind die Eier einmal aufgeschlagen, ist ein Herkunftsnachweis fast unmöglich. Fast 40 Prozent aller produzierten Eier geht in die Verarbeitung. Tierschützer und die deutsche Eierindustrie fordern deshalb eine verpflichtende Kennzeichnung auch für Eiprodukte. Bisher ist dies für Unternehmen nur freiwillig.

 

Frontal21 berichtet am Dienstag 21 Uhr über illegale Käfighaltung, das Versagen der europäischen Landwirtschaftspolitik und die Folgen für die deutschen Verbraucher.

 
 
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