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Bedrohung im Osten. Quelle: ZDF
Sebastiano Venier, erfahrener Admiral der venezianischen Flotte

Tauchfahrt in die Vergangenheit - Die Seeschlacht von Lepanto

Bedrohung im Osten

Konstantinopels Aufstieg zum bedeutenden Kriegshafen

Eine der Schlüsselfiguren des blutigen See-Gefechts war der Venezianer Francesco Duodo, ein angesehener Waffenkonstrukteur und Schiffsbauer. Die bahnbrechende Erfindung des kühlen Strategen sollte das spätere Duell im Mittelmeer maßgeblich beeinflussen.

 
 
 
 

Ihm zur Seite stand Sebastiano Venier, erfahrener Admiral der venezianischen Flotte. Die heimlichen Zusammenkünfte fanden aus gutem Grund statt. Die Machthaber der Republik waren beunruhigt. Denn ihr Handelsmonopol drohte auseinander zu brechen. Die europäischen Staaten jener Zeit blickten furchtsam in Richtung Osten. Dort hatte sich innerhalb von zwei Jahrhunderten das Osmanische Reich etabliert.

 
 Quelle: ZDF
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Ausdehnungsgebiet des Osmanischen Reichs
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Sebastiano Venier

Beispielloser Beutezug

Die Hauptstadt des Imperiums war Konstantinopel, das heutige Istanbul. Die blühende Metropole am Bosporus wurde in kurzer Zeit zu einem bedeutenden Kriegshafen. Im Namen Allahs machten sich die Türken von dort aus auf den Weg nach Westen. Ein beispielloser Beutezug begann. Sultan Selim I. arbeitete Hand in Hand mit Piraten und abtrünnigen Christen. Mit Feuer und Schwert rückten die Muslime zu Wasser und zu Lande unaufhaltsam vor. In halb Europa hinterließen sie eine Spur der Verwüstung.

 

Um 1570 erstreckte sich das Herrschaftsgebiet des Sultans rund um das Schwarze Meer, über Griechenland, den Balkan und Nordafrika. Ein Ende der Eroberung war nicht in Sicht. Horrormeldungen von brutaler Folter und anderen Greueltaten versetzten das Abendland in Angst und Schrecken.

 
 Quelle: ZDF
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In Europa kursierten Berichte über brutale Foltermethoden der Osmanen
 

Rüstung für den Gegenschlag

In Venedig bemühten die führenden Köpfe der Politik die hohe Kunst der Diplomatie, um die Osmanen aufzuhalten. Zumindest offiziell. Hinter den Kulissen jedoch bereitete sich die Lagunenstadt auf den Gegenschlag vor. Die Memoiren von Francesco Duodo machen es deutlich: "Im Jahr 1570 wurde beschlossen, außer einer großen Anzahl von zierlichen Galeeren elf große Galeeren zu bauen und sie für den Krieg auszurüsten."

 Quelle: ZDF
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Nachteil der Galeere: Kanonen nur an Bug und Heck

Das war die Geburtsstunde eines neuen Schiffstyps, der waffenstarken Galeasse. Alles geschah in völliger Diskretion. Die Schiffe wurden mit immenser Artillerie ausgerüstet, insgesamt mit 30 bis 40 Geschützen. Diese wurden sowohl am Bug als auch am Heck sowie an den Seiten positioniert. So konnten die Schiffe in alle Richtungen feuern. Ein entscheidender Vorteil im Vergleich zur herkömmlichen Galeere, dem Erfolgsmodell, das die Seemächte der damaligen Zeit im Mittelmeerraum einsetzten. Mit maximal sechs leichten Kanonen und einem schweren Geschütz am Bug sowie zwei weiteren kleinen Kanonen am Heck konnte das Traditionsschiff nur nach vorne oder hinten feuern. Bei einem Angriff von der Seite - eine unzulängliche Bewaffnung.

 
 
 
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