
Nadja und Ingo wollen die Einsamkeit der Skihütte eigentlich dazu nutzen, über ihre kriselnde Beziehung zu reden und so vielleicht wieder mehr zueinander zu finden.
Die 70er Jahre sind vorbei, und der 32-jährige Ingo spürt, dass von diesem Jahrzehnt weniger zurückbleiben könnte, als er mal als junger Mann gehofft hat. Dass der Kanzler jetzt Kohl heißt, kann ihn kaum noch aufregen, und an die Wirkung der Friedensbewegung zu glauben, fällt ihm schwer. Die Jugend schneidet sich die Haare kurz. Na und? Sieht gar nicht mal schlecht aus.
Spielfilm, Deutschland 2002, 107 Minuten
Regie: Stefan Krohmer
Buch: Daniel Nocke
Kamera: Benedict Neuenfels
Schnitt: Stephan Krumbiegel
Produktion: Home Run Pictures, Peter Rommel, Stuttgart,
ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ARTE, MFG Baden-Württemberg, ÖFI Österreichisches Filminstitut, Cine Tirol Filmförderung
Redaktion: Lucas Schmidt, ZDF und Georg Steinert, ARTE
Besetzung:
Valerie Koch, Hans-Jochen Wagner, Ingo Haeb, Alexandra Neldel, Stefan Hornung, Anneke Kim Sarnau, Devid Striesow, Nina Weniger und viele andere
Doch in den Alpen kommt alles ganz anders als geplant. Denn schon kurz nach ihrer Ankunft werden Ingo und Nadja von der Volleyball-Mannschaft von Nadjas jüngerem Bruder Knut heimgesucht. Knut, der selbst erst später kommen soll, hatte die spontane Idee, seine Schwester und ihren Freund auf der elterlichen Skihütte zu überraschen.
Die Spannungen zwischen Nadja und Ingo ob dieses unerwarteten Besuches nehmen zu, gefördert durch Ingos Eifersucht. Aber auch innerhalb der ganzen Gruppe beginnt das feine psychologische Gefüge auseinander zu brechen, als bekannt wird, das Knut an der Grenze aus nicht bekannten Gründen festgehalten wird ...

Hinter dieser tragikomischen Liebesgeschichte versucht der Film, ein genaues Stimmungsbild dieser Übergangs-Zeit zwischen den Idealen der 68er Bewegung und den Anfängen der New Economy zu entwerfen.
"Sie haben Knut" wurde mit dem Preis der deutschen Filmkritik für das beste Drehbuch ausgezeichnet und erhielt den Regiepreis beim Filmkunstfest Schwerin 2003.
Regisseur Stefan Krohmer und Autor Daniel Nocke, beide Absolventen der Filmakademie Ludwigsburg, haben bereits ihren Diplomfilm "Barracuda Dancing" (1999) in Zusammenarbeit mit dem Kleinen Fernsehspiel realisiert. Für ihre beiden Fernsehfilme "Ende der Saison" (2000) und "Familienkreise" (2002) erhielten sie jeweils den Grimme-Preis in Gold. Ihr neuer Kinofilm "Sommer 04 an der Schlei" hatte seine Premiere bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes in der Sektion "Quinzaine des Réalisateurs".
Regisseur Stefan Krohmer versammelt in seinem Ensemblefilm eine Großzahl von jungen Schauspielerinnen und Schauspielern, die mittlerweile zu festen Größen in Film- und Fernsehen gehören, wie zum Beispiel Anneke Kim Sarnau, Devid Striesow, Hans-Jochen Wagner und Alexandra Neldel.
Pressestimmen:
"In fast dokumentarischer Manier trifft Krohmer mit pointierten Dialogen und überzeugender Besetzung den richtigen Ton."
(Blickpunkt Film)
"Endlich ein guter Nostalgie-Film: In seinem Regiedebüt 'Sie haben Knut' rechnet Stefan Krohmer mit den achtziger Jahren ab. [...] Krohmers Erstling ist ein wunderbar unprätentiöser Film über die Liebe in den Zeiten des Betroffenheitsgeklampfes. Über kindliche Fluchtinstinkte und Verantwortungsresistenzen."
(Die Zeit, 45/03, 30.10.2003)