Viele Urlauber werden in den nächsten Wochen ins Ausland reisen. Dann stellt sich die Frage, wie man vor Ort bezahlt. Um Ärger zu vermeiden, gehen Sie am besten schon bei der Planung auf Nummer sicher. Denn sind im Urlaub Geld und Karten weg, ist die Erholung meist auch dahin.
Der richtige Mix der Reisekasse ist für jeden Urlauber unterschiedlich - je nachdem wohin die Reise geht und wie lange man unterwegs ist. Bei Fremdwährungen kann es günstiger sein, das Geld vor Ort zu tauschen. Etwas Bargeld in Landeswährung sollten Sie aber immer im Gepäck haben. Bei Fernreisen außerhalb Europas kann es schwierig werden, Euro in die jeweilige Landeswährung zu tauschen. Darüber sollte man sich im Vorfeld erkundigen. Wer beispielsweise in die USA, nach Südamerika oder Asien reist, sollte Dollar in der Tasche haben.

Für Pauschalurlauber, die im Vorfeld schon Unterkunft, Essen und Transfer bezahlt haben, reichen in der Regel etwas Bargeld und eine EC-Karte. Oft steht im Reisekatalog, welche Zahlungsmittel vor Ort akzeptiert werden. Individualreisende sollten ihre Urlaubskasse flexibler zusammenstellen. In touristisch erschlossenen Gebieten kommt man mit EC- und Kreditkarte fast immer ans Ziel. Außerhalb von Europa bieten sich dazu Reiseschecks und Bargeld in kleinen Stückelungen an. Allerdings sollte man sich vorab im Reisebüro oder bei der Bank über Währung und Zahlungsmittel schlau machen.
Reiseschecks gelten als sichere Geldreserve, sind jedoch relativ umständlich und werden nicht immer gerne genommen. Beim Kauf fallen Gebühren an, dafür sind sie gegen Verlust versichert. Die weltweit gültigen Schecks empfehlen sich als Bargeldergänzung für Individualtouristen, die auch in abgelegeneren Gegenden unterwegs sind. Die Schecks werden beim Kauf in Deutschland unterschrieben, beim Einlösen wird eine weitere Unterschrift verlangt. Der Verlust muss umgehend gemeldet werden, dann werden sie schnell ersetzt. Wichtig ist, die Kaufabrechnung und die Seriennummern der Schecks getrennt von den Schecks aufzubewahren.

Grundsätzlich ist Bargeld die unsicherste Variante, weil es bei Verlust nicht ersetzt werden kann. Die EC-Karte ist da schon sicherer und man kann damit in fast allen touristischen Gebieten gegen Gebühr Geld am Automaten abheben. Manche Banken berechnen ihren Kunden nichts, wenn sie an Zweigstellen im Ausland Geld holen. Die Verbraucherzentrale warnt, dass einige Banken die Karten immer wieder aufgrund von vermeintlich auffälligen Kontobewegungen im Ausland sperren, die sich aber meist als Fehlalarm herausstellen. Die Geldinstitute wägen in diesen Fällen ab zwischen Sicherheitsinteressen und Kundenansprüchen. Das kann die Verbraucher in unangenehme Situationen bringen.
Um Missbrauch am Geldautomaten vorzubeugen, haben viele deutsche Banken Limits für Abbuchungen festgelegt. Erfragen Sie vor Abreise das Limit bei Ihrer Bank und lassen Sie es sich möglicherweise erhöhen. 100-prozentige Sicherheit bietet allerdings auch die EC-Karte nicht. Die Tricks, die Gauner hierzulande anwenden, sind auch im Ausland beliebt: Während man am Automaten Geld zieht, wird die PIN-Nummer ausgespäht und anschließend das Portemonnaie geklaut. Oder: Beim bargeldlosen Bezahlen wird von der Karte eine Dublette gezogen. Lassen Sie sie daher nicht aus den Augen. Vor manipulierten Geldautomaten ist man auch in Urlaubsländern nicht gefeit.
In manchen Ländern ist die Kreditkarte das unkomplizierteste Zahlungsmittel. Oft lassen sich selbst kleine Beträge - zum Beispiel für einen Kaffee - damit begleichen. Am Automaten Geld zu ziehen ist jedoch mit der Kreditkarte meist teuer.
Wenn das Plastikgeld weg ist, müssen Sie schnell reagieren und den Diebstahl oder Verlust sofort melden. Unter der zentralen Rufnummer 0049 - 116 116 (in Deutschland gebührenfrei unter 116 116)(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) können Sie fast alle Karten sperren lassen, auch die SIM-Karte Ihres Handys oder den Zugang zu Ihrem Online-Banking-Account. Einige Kreditinstitute sind zwar nicht angeschlossen, doch werden Sie entweder weitergeleitet oder bekommen eine Nummer genannt. Den Diebstahl sollten Sie auch bei der Polizei melden und die Reiseleitung informieren.
Auch wenn Sie alle notwendigen Schritte nach einem Kartendiebstahl unternommen haben - bleiben Sie aufmerksam. Kontrollieren Sie weiterhin die Auszüge des gesperrten Kontos und melden Sie falsche Abbuchungen sofort der Bank. Falsch abgebuchte Beträge können von der Bank rückgängig gemacht und erstattet werden.
Schecks, Bargeld, EC- und Kreditkarten bewahren Sie am besten zusammen mit anderen Wertsachen im Hotelsafe auf. Wenn der Safe aufgebrochen wird, ist der Inhalt versichert. Wer unterwegs ist, sollte Geld und Karten unter den Mitreisenden aufteilen - dann ist im Ernstfall nicht alles auf einmal verloren. Wichtig ist, alle Daten wie die Kreditkartennummer parat zu haben. Kopien von Kreditkarte, EC-Karte und Reisepass sollten Sie mit im Reisegepäck haben oder zu Hause bei Freunden deponieren.
Wer im Ausland plötzlich ohne Bargeld und Karte dasteht, kann zur Not eine Blitzüberweisung per Geld-Transfer in Auftrag geben. Um Geld empfangen zu können, muss man nur einen gültigen Ausweis vorlegen und bestimmte Angaben zum Absender machen. Meist kann das Geld binnen weniger Minuten in Empfang genommen werden. Nachteil: Der Transferservice ist sehr teuer.