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12. Februar 2012
 

Die Königskinder

 
Rückblick: Die Königskinder vom 21.07.2009
Kronprinzessin Mary und Kronprinz Frederik von Dänemark in Flensburg (2009). Quelle: dpa
Mary und Frederik zu Besuch in Flensburg (2009)

Die Königskinder

Frederik und Mary

Die perfekte Prinzessin

Nicht einmal als kleines Mädchen träumte sie den Prinzessinnentraum. Als Prinzessin Diana heiratete, wollte sie noch Tierärztin werden. Zuhause am anderen Ende der Welt, in Tasmanien, wuchs sie auf - tausende Kilometer entfernt von den Königshäusern Europas. Niemandem schien es weniger vorherbestimmt, einmal Königin von Dänemark zu werden, der ältesten Monarchie Europas.

 
 
 

Doch dann lernte die bildhübsche, kluge Australierin Mary Elizabeth Donaldson während der Olympischen Spiele 2000 in Sydney den dänischen Kronprinzen Frederik kennen. Vier Jahre später machte die Hochzeit sie zu Kronprinzessin Mary von Dänemark - inzwischen beliebtestes Mitglied des dänischen Königshauses. "Wenn mir früher jemand ein Bild von meinem jetzigen Leben gezeigt hätte, hätte ich nur gelacht und gedacht, das ist ein Scherz", sagt sie selbst.

Kronprinz Frederik (2000). Quelle: dpa
dpa
Kronprinz Frederik (2000)

Vorbestimmter Lebensweg

Ihm hingegen war sein ganzer Lebensweg schon in die Wiege gelegt - wählen, frei entscheiden, das konnte Kronprinz Frederik von Dänemark nie. Als ältester Sohn von Königin Margrethe wird er eines Tages den dänischen Thron besteigen.

Lange probte er den Aufstand gegen sein royales Schicksal, haderte mit dem vorbestimmten Weg, flüchtete sich in Extremsportarten und amouröse Abenteuer - bis zu dem Tag, an dem er Mary traf. Heute ist der royale Rebell von einst an der Seite seiner bürgerlichen Frau zum würdigen Thronfolger gereift.

 

PR für das Königshaus

"Ein Königshaus muss wie eine Firma geführt und wie eine Marke gepflegt werden." Das ist Marys Konzept für die Monarchie im 21. Jahrhundert. "Auch ein Königshaus muss wie jedes andere Unternehmen Strategien entwickeln in einer von Konkurrenz geprägten Welt."

 
Frederik und Mary von Dänemark nach ihrer Trauung (2004). Quelle: reuters
reuters
Frederik und Mary von Dänemark nach ihrer Trauung (2004)
 

Die bürgerliche Businessfrau, so scheint es, hat ihren Traumberuf gefunden. Ehrgeizig, entschlossen und hochprofessionell bereitete sie sich auf ihre neue Rolle vor, lernte Dänisch, paukte Geschichte und Kultur Dänemarks, machte sich vertraut mit den unzähligen Feinheiten von Hofprotokoll und Etikette auf internationalem Parkett.

 

Bindeglied zum Volk

Überall in Europa halten bürgerliche Prinzessinnen Einzug in die Königshäuser. Was bieten die jungen Frauen, was bietet Kronprinzessin Mary mit ihrer bürgerlichen Vergangenheit, der Monarchie im 21. Jahrhundert? Sind bürgerliche Prinzessinnen der Motor der Modernisierung, das Bindeglied zum Volk in einer Zeit, in der die Monarchie leicht als Anachronismus erscheinen könnte, letzte Legitimation einer uralten Tradition?

"Bürgerlich geborene Prinzessinnen modernisieren das Königshaus", sagt die dänische Soziologin Emilia van Hauen im ZDF-Interview. "So verbindet sich die Tradition, die Geschichte vieler hundert Jahre mit der vom bürgerlichen Mädchen, ein Leben, das wir kennen. Ich glaube nicht, dass eine adelige Frau diese Identifizierung leisten könnte."

Kronprinzessin Mary von Dänemark (2003). Quelle: dpa
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Kronprinzessin Mary

Immer im Rampenlicht

Doch bei allem, was die Bürgerlichen dem Königshaus bieten, bei allem, was sie durch ihr neues Leben gewinnen - sie selbst haben auch viel zu verlieren: vor allem ihr altes Leben, ihre Freiheit. Kronprinzessin Mary - immer im Rampenlicht, immer strahlend.

Was ist Wirklichkeit, was schöner Schein und perfekte Inszenierung? Welchen Preis zahlt sie für die perfekte Performance? "Es ist eine Gratwanderung", bekennt Kronprinzessin Mary selbst. "Es ist die Kunst etwas von mir zu geben, ohne zuviel zu geben. Das ist nicht immer einfach."

 

"Wir sind Kollegen"

Das musste die Kronprinzessin auch schon am eigenen Leib erfahren. Nachdem sie zunächst durch Diskretion und Zurückhaltung gegenüber den Medien eine gute Figur gemacht hatte, wurde sie schon bald nach der Hochzeit von der Boulevardpresse als "Luxusprinzessin" betitelt, weil sich ihr ehrenamtliches Engagement zunächst auf dänisches Modedesign beschränkte. Doch die Kronprinzessin ist bekannt dafür, dass sie schnell lernt und Kritik aufnimmt.

 
Mary und Frederik mit ihrer Tochter Isabella und ihrem Sohn Christian. Quelle: dpa
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Mary und Frederik mit ihrer Tochter Isabella und ihrem Sohn Christian
 

Inzwischen ist sie Schirmherrin von mehr als zwanzig sozialen Organisationen und kümmert sich mit dem "Mary-Fond" um all jene, die am Rande der Gesellschaft stehen. Kurzum: Trotz gelegentlicher Kritik scheint Mary einfach die perfekte Prinzessin zu sein - fast schon stiehlt sie ihrem rhetorisch wenig erfolgreichen Ehemann Kronprinz Frederik die Schau. Konkurrenz, Gefahr für die Liebe? Der zukünftige König von Dänemark sonnt sich in Marys Licht: "Ich denke, es ist wunderbar, dass Mary all diese Aufmerksamkeit bekommt. Wir sind Kollegen, wir sind Mann und Frau, wir sind Liebende - es ist einfach wundervoll mit Mary!"

 

Im Rahmen der vierteiligen Reihe "Königskinder" porträtieren die ZDF-Autoren Annette von der Heyde und Katja Schupp das dänische Thronfolgerpaar als moderne Rollenvorbilder und beleuchten mit Aussagen von Wegbegleitern, Befürwortern und Kritikern die Potentiale und Stolpersteine der Monarchie im 21. Jahrhundert.