Die Inselgruppe Sansibar, vor der Küste Ostafrikas, ist Teil des Unionsstaates Tansania. Wie fast überall auf der Erde sind auch die ärmsten Bevölkerungsschichten Afrikas unmittelbar abhängig von den Gütern der Natur. Seitdem der Markt für Gewürze eingebrochen ist, bauen Sansibars Frauen entlang der Küste Großalgen an. Ein Wirtschaftszweig, der nicht nur das persönliche Schicksal dieser Algenfischerinnen verändert hat. Das gesamte Inselleben profitiert davon.
Die Algen brauchen keinen fruchtbaren Boden: Um zu wachsen und sich zu vermehren, benötigen sie nur Wasser, Minerale, CO2 und Sonnenlicht. Auf den Algenfeldern an der Küste Sansibars können die Frauen nur bei Ebbe arbeiten. Bei Flut überschwemmt das Wasser die Gezeitenzone mehrere Meter. Seit die Fischbestände wegen der Dynamitfischerei stark zurückgegangen sind, gewinnt das Entwicklungsprojekt der Algenzucht zunehmend an Attraktivität.

Die Unterwasserplantagen ziehen sich viele Kilometer an der Küste entlang. Immer wieder gefährden heftige Stürme oder Krankheiten die gesamte Ernte. Wissenschaftlern vom Institut für Meereskunde der Universität von Dar Es Salaam begleiten das Projekt. Der Ertrag ist für den Export bestimmt, das meiste geht in die USA, nach Frankreich und Dänemark. Pro Kilogramm Trockengewicht bekommen die Frauen zwischen vier und acht Cent. Mehr...

Herausgerissen aus ihrem Lebenselixier sehen Meeresalgen wenig anziehend aus. Nur Strömung und Auftrieb halten ihren Körper flexibel und in Schwung. Seit Urzeiten erzeugen sie enorme Mengen an Biomasse und Sauerstoff. Algen gehören zur ältesten und erfolgreichsten Pflanzengruppe der Erde.
Viele Tausend bekannte Arten haben sich an den Küsten aller Klimazonen durchgesetzt. International sind sich Forscher einig: Algen sind die Pflanzen der Zukunft, gefragt beim Kampf gegen Hunger und Armut, in der Medizin und nicht zuletzt bei der Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid. Mehr...

In den letzten drei Jahrzehnten stieg die Oberflächentemperatur der Nordsee im Sommer durchschnittlich um 1,3 Grad Celsius - und mit ihr auch der Salzgehalt. Helgoland ist die einzige Hochseeinsel Deutschlands. Sie ist 35 Quadratkilometer groß mit einer vielfältigen marinen Tier- und Pflanzenwelt.
Die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts wissen, dass Veränderungen von Flora und Fauna sensible und aufschlussreiche Indikatoren für Auswirkungen auf Natur und Umwelt sind. Die Algenwälder sind Lebensraum, Brutstätte und Kinderstube unzähliger Meerestiere in der Nordsee. Zur Zeit interessiert die Meeresbiologen vor allem der üppig wuchernde Seetang in der Nord- und Ostsee. Die Algen sind nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch ein Lebensraum, der die Artenvielfalt erhält. Mehr... Dieser Link ist nicht mehr verfügbar