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Wunderbare Welt

 
 Quelle: ZDF
Die Pfeilspitze in der Schulter bringt neue Erkenntnisse.

Ötzis Rückkehr

Unfall oder Mord?

Neueste Untersuchungen bringen Licht ins Dunkel

Mehrere hundert Wissenschaftler haben die Gletschermumie beinahe zehn Jahre lang intensiv auf Herz und Nieren geprüft. Trotz verschiedener hoch moderner Methoden blieb ihnen jedoch ein winziges, aber wichtiges Detail lange Zeit verborgen: eine Pfeilspitze aus Feuerstein in Ötzis Brust.

 
 
 
 

Der vorgeschichtliche Südtiroler besaß eine umfangreiche und sehr effiziente Ausrüstung. Dank seines guten Equipments konnte er längere Zeit im Gebirge bleiben und sich selbst versorgen. Pfeil und Bogen erlaubten ihm, Wild zu erlegen, feine Netze, aus Gras geflochten, dienten dem Vogelfang. Außerdem führte "Ötzi" diverses Werkzeug etwa zum Abhäuten von Tieren und in einem Gefäß aus Birkenrinde die Glut des letzten Feuers mit sich. Bewaffnet mit einem Feuersteindolch und einem Holzbeil mit Kupferklinge konnte er sich wirkungsvoll verteidigen.

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Die Verletzung am Schulterblatt

Schnittwunden

Die Entdeckung der Pfeilspitze unter dem linken Schulterblatt des Toten veranlasst die Mediziner, noch einmal ganz genau nachzuschauen. Tatsächlich finden sie auch die Eintrittsöffnung. Die Wundränder sind nicht verheilt. "Ötzi" wurde also kurz vor seinem Tod von hinten durch den Pfeil getroffen. Aufwändige Untersuchungen ergeben, dass die Verletzung den Tod bedingt haben könnte, entweder durch starken Blutverlust oder durch Erschöpfung infolge starker Schmerzen. Doch noch bleiben Fragen. Fiel "Ötzi" im Kampf oder wurde er gemein gemeuchelt?

 

Da erinnert sich der Wirt der Similaun-Hütte an einen Umstand, der fast ein Jahrzehnt lang nicht beachtet worden ist. Als er 1991 den Leichnam am Fundort betrachtete, hielt der Tote einen Steindolch in der Hand. Während der laienhaften Bergungsversuche muss es von der Mumie getrennt worden sein. Hat sich der Ötztalmann gewehrt, ehe er starb? Das Messer, tiefe Einschnitte an der rechten Hand und mehrere Blutreste legen die Vermutung nahe.

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Noch immer zu sehen -Schnittwunden an der Hand

Blutspuren

Die schwere Schnittwunde zwischen Daumen und Zeigefinger kann nach Auffassung von Gerichtsmedizinern nicht bei Schnitzarbeiten oder ähnlichen Tätigkeiten entstanden sein. Alles spricht dafür, dass "Ötzi" in einen heftigen Kampf verwickelt war. Er hielt sein Messer trotz der Verletzung fest umklammert. Vielleicht erhob er seine Hand zur Abwehr und zog sich so die Wunde zu.

 

Den schlagenden Beweis für die Kampftheorie stellt der australische Arzt Dr. Thomas Loy im August 2003 in Bozen vor. Der Forensiker aus Queensland hat die DNS von mehreren Blutspuren auf "Ötzis" Waffen und Kleidung untersucht. Das Ergebnis: Es handelt sich um das Blut verschiedener Zeitgenossen des Gletschermannes. Die genauen Umstände der dramatischen Ereignisse vor 5300 Jahren liegen jedoch noch immer im Dunkel der Geschichte.