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12. Februar 2012
 

Abenteuer Wissen

 
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Skyline von Singapur bei Nacht

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Jeder Tropfen zählt

Eine Megacity will vom Wasserimport unabhängig werden

Die Millionenmetropole Singapur ist umgeben von Wasser - und doch sitzt sie buchstäblich auf dem Trockenen. Ein Projekt der Superlative soll Singapurs Traum von der Selbstversorgung erfüllen.

 
 
 
 

Der Inselstaat ist eines der bedeutendsten Handelszentren Südostasiens und beherbergt knapp fünf Millionen Menschen. Mit einer Fläche kleiner als Berlin, ist Singapur damit so dicht besiedelt wie kaum eine andere Stadt der Welt.

 

Pipelines werden zur Lebensader

Das große Problem des Inselstaates ist die Wasserversorgung. Singapur ist von der Malaiischen Halbinsel und dem südchinesischen Meer eingekesselt. Regen fällt zwar reichlich, doch die Stadt hat nicht genug Platz, um Wasser zu speichern. So läuft der kostbare Monsunregen größtenteils ins Meer ab. Singapur ist daher abhängig von Wasserimporten, und die Pipelines aus Malaysia werden zur Lebensader für die Millionenstadt. Eine sehr sichere Lösung ist das nicht für die Stadt, denn das Verhältnis zum großen Nachbarn ist angespannt.

 
Grafik: Kartenausschnitt von Singapur und Malaysia. Quelle: ZDF
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Kartenausschnitt: Singapur ist eingekesselt zwischen Malaysia im Norden und dem Südchinesischen Meer.
Yap Kheng Guan. Quelle: ZDF
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Yap Kheng Guan

Marina Barrage, ein Mega-Stausee im Herzen der City, soll in Zukunft die Wasserversorgung sichern. Yap Kheng Guan, der Direktor der Wasserbehörde PUB (Public Utilities Board), hat diesen kühnen Plan von Anfang an verfolgt. Ein 350 Meter langer Damm riegelt dabei den Singapore River von seiner Mündung ins Südchinesische Meer ab. Der aufgestaute Fluss verwandelt sich so in einen riesigen Süßwassersee, auf dem nur elektrobetriebene Boote verkehren dürfen. Was einmal den Durst der Stadt stillen soll, darf nicht verschmutzt werden.

 

Schutz vor den Fluten

Ausgestattet mit einem 200 Millionen Dollar Budget begannen im Jahr 2005 die Bauarbeiten. Über neun bewegliche Tore lässt sich der Pegel steuern. Der Damm sammelt so nicht nur Regenwasser, sondern verhindert auch Überschwemmungen. Durch Absenken der Tore fließt überschüssiges Wasser ab. Die Innenstadt Singapurs ist dadurch geschützt.

 
Grafik: Schleusentore des Damms. Quelle: ZDF
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Grafik: Die Schleusentore des Damms können abgesenkt werden und verhindern dadurch auch Überschwemmungen.
Pumpe Marina Barrage. Quelle: ZDF
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Installation einer Pumpe

Doch der Damm muss für alle Fälle gerüstet sein, denn das südchinesische Meer ist unberechenbar. Im Falle einer Flut oder eines heftigen Sturms darf der Stausee nicht zu voll werden oder Salzwasser ins Reservoir gelangen. Um das zu verhindern, wurden in einem futuristisch anmutenden Gebäude riesige Pumpen installiert, von denen jede 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bewegen kann. Eine einzige Pumpe könnte ein olympisches Schwimmbecken in weniger als einer Minute leersaugen. Steigt der Wasserpegel auf beiden Seiten des Damms zu hoch und die Tore versagen, springen die Pumpen ein.

 

Eine eigene Wasserquelle

Sieben dieser Pumpen, von denen jede so schwer ist wie ein Passagierjet, wurden installiert. Die Stahlgiganten garantieren die Sicherheit Singapurs. Aber noch ist das Wasser im Stausee zu brackig, um es zu trinken. Doch schon in zwei Jahren soll der See komplett aus Süßwasser bestehen und dann mindestens zehn Prozent des Trinkwasserbedarfs liefern. Singapur besitzt dann seine eigene künstliche Wasserquelle direkt vor der Haustür.

Doch um endlich unabhängig von Wasser-Importen zu werden, reicht das immer noch nicht. Yap Kheng Guan muss seinen letzten Trumpf ausspielen: das Meer. Es soll dem Löwenstaat täglich 100 Millionen Liter Trinkwasser liefern. Yap und sein Team lassen dafür eine der größten und modernsten Entsalzungsanlagen Asiens bauen. Durch Umkehr-Osmose verwandelt sie Meerwasser fast vollständig in Süßwasser. Bei diesem Verfahren wird das Wasser nicht erhitzt. Das verbraucht weniger Energie als herkömmliche Entsalzung. Yap Kheng Guan hat seine Mission erfüllt: Drei neue Quellen sprudeln nun für Singapur. Und er kämpft weiter um jeden Tropfen.

 
 
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