Wer Wetten dass..? sagt, muss auch Thomas Gottschalk sagen. Seit dem 26. September 1987, als er in Hof die Sendung von Frank Elstner übernahm, ist der blonde Sunnyboy "Mr. Wetten dass..?" - auch wenn er von 1992 bis 1994 eine kleine "Kunstpause" einlegte.
Tatsächlich ist die Sendung für Gottschalk wie maßgeschneidert: Der Einfallsreichtum der Kandidaten und der Glanz der internationalen Stars ergänzen sich optimal mit "Thommys" kreativer Schlagfertigkeit. Und der weiß, was er an der Sendung hat: "Ich habe im Leben viel Glück gehabt, aber zweimal hat Fortuna besonders zugeschlagen. Einmal an dem Tag, an dem ich meine Frau getroffen habe, und das zweite Mal, als Frank Elstner mich anrief und fragte, ob ich sein Nachfolger bei "Wetten, dass..?" werden wollte."
Dass er einmal Deutschlands beliebtester Showmaster werden würde, hätte sich Thomas zunächst aber sicher auch nicht träumen lassen. Als Sohn eines Rechtsanwalts am 18. Mai 1950 in Bamberg geboren, schlug er nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Kulmbach erst einmal die Lehrer-Laufbahn ein. Mit vollem Erfolg: Gottschalk ist examinierter Grund- und Hauptschullehrer.
Bereits während des Studiums (Germanistik und Geschichte) aber entdeckte er seine wahre Berufung. Ab 1971 arbeitete er als freier Mitarbeiter des Jugendfunks beim Bayerischen Rundfunk, 1973 wurde er Sprecher der Abendschau-Nachrichten. 1976 wurde für Thomas dann zum Glücksjahr: Zum einen heiratete er seine Freundin Thea, zum anderen erhielt er beim BR nach einem Abstecher zum "Münchner Merkur" eine Festanstellung. Bekannt und beliebt, vor allem bei den Jugendlichen, wurde er mit seinen schnodderigen Ansagen in der Hörfunksendung "Pop nach acht".
Den Durchbruch im Fernsehen schaffte er mit der Sendung "Telespiele" (ab 1977), die zunächst im dritten Fernsehprogramm des BR, ab 1980 dann bundesweit in der ARD gesendet wurde. 1982 wechselte Thomas zum ZDF, wo er bis 1987 mit großem Erfolg "Na sowas" präsentierte - eine Mischung aus Talk- und Musik-Show rund um den "ganz normalen Wahnsinn" des Alltags.
Der Ruf, Deutschlands hoffnungsvollster Nachwuchs-Showmaster zu sein, war mit der "Goldenen Kamera" 1985 für "Na sowas" endgültig bestätigt. Dann schlug das Schicksal richtig zu. Mit "Wetten, dass..?" übernahm Gottschalk 1987 die erfolgreichste Samstagabendshow Europas. Bald schon zeigte sich, daß der große Blonde mit der "Supernase" ein würdiger Nachfolger Frank Elstners war - selbst an seinen extravaganten Kleidungsstil gewöhnten sich die Zuschauer schnell ...
Inzwischen sieht es fast so aus, als ob die "Ehe" Gottschalk - Wetten, dass..? nach dem kleinen kleinen Seitensprung von 1992 nun ewig halten wird. Thommys Worte zur hundertsten Sendung jedenfalls klingen wie eine Liebeserklärung an die Show und ihr Publikum: "Wetten, dass..? ist für mich nach wie vor eine der besten Unterhaltungsideen in der Fernsehwelt - der Einfallsreichtum meiner Kandidaten fasziniert mich immer noch. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, wünsche ich mir und vor allem den Zuschauern von Wetten, dass..?."
Neben Wetten, dass..? moderiert Thomas Gottschalk für das ZDF Galas wie die "Goldene Kamera" oder "Der Deutsche Fernsehpreis 2004" sowie Shows wie "50 Jahre Rock!", "Gottschalks große Benimm-Show" und "Gottschalks großer Bibel-Test". Im Rahmen der innovativen Sendereihe "Gottschalk zieht ein!" war der Starmoderator zudem in einer ungewohnten Rolle, als Hausmann und Familienvater zu sehen.
"Piratensender Powerplay", "Die Supernasen" (3 Filme)
1987 "Zärtliche Chaoten"
1990 "Eine Frau namens Harry"
1991 "Trabbi goes to Hollywood"
1978 Kurt-Magnus-Preis für "überdurchschnittliche Fähigkeiten" beim Hörfunk
bis 1988 drei Bambis (zurückgegeben aus Ärger über die Berichterstattung der Burda-Blätter)
1986 Goldene Kamera
1987 Telestar
1991 Goldenes Schlitzohr
1991 Das Goldene Kabel
1994 Goldene Europa
1999 Bayerischer Fernsehpreis
2002 Goldene Kamera ("Hall of Fame")
2002 Medienpreis für Sprachkultur (Sparte Radio / Fernsehen) der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
2005 Goldene Rose von Montreux
2007 Cicero-Rednerpreis des Verlages der Deutschen Wirtschaft