Im September 1834 müssen Charles Goodyear und seine Familie aus Pennsylvania fliehen. Die Gläubiger sitzen ihnen im Nacken. Bis zum Umfallen hat Goodyear gearbeitet - mit Eisenwaren gehandelt. Die Wirtschaftskrise hat sein Geschäft in den Abgrund gerissen. 12.000 Dollar Schulden. Gefängnis droht. Da packt die Familie ihre Sachen und geht nach New York.
Es ist die Zeit des industriellen Aufbruchs in Amerika. Charles Goodyear weiß, dass er die enormen Schulden niemals mit Lohnarbeit tilgen kann. Da fasst er den verwegenen Plan als Erfinder sein Glück zu versuchen. In einer Nebenstraße Manhattans macht Goodyear eine schicksalhafte Entdeckung.
Im Laden der ältesten Kautschukfirma Amerikas werden Produkte aus dem Naturstoff angeboten. Rettungswesten, Regenmäntel Schuhe. Unendlich scheinen die Möglichkeiten dieser wundersamen Substanz zu sein. Magisch wird Goodyear davon angezogen. Doch der Geschäftsführer klagt, der Boom mit Kautschukartikeln sei vorbei. Niemand kaufe mehr ihre Produkte, denn Kautschuk sei unberechenbar: Im Sommer weich und klebrig verliert das Material seine Form während es im Winter hart wird und bricht. Und dann der unausstehliche Geruch. Die Kautschukfirma sei fast bankrott. Kautschuk, das wisse man jetzt, sei nichts für das nordamerikanische Klima.
Goodyear ist fasziniert von dem eigentümlichen elastischen Stoff und fasst einen Entschluss der sein Leben verändern wird. Gelänge es Kautschuk von seinen unangenehmen Eigenschaften zu befreien wäre sein Erfolg grenzenlos. Er will den Schlüssel dazu finden.
Ca-Hu-Chu heißt in der Sprache der Manina-Indianer der "weinende Baum". Sie nutzen seit über 500 Jahren den Pflanzensaft, formen Flaschen, Tabakbeutel oder wasserdichte Schuhe daraus. Im Dschungel Brasiliens entdeckten die Spanischen Eroberer den eigentümlichen Stoff. Und mit den Spaniern kam Kautschuk schon im 16. Jahrhundert nach Europa - als viel versprechendes Wundermaterial.
Ein Radiergummi war die erste Anwendung und zu Beginn des 19. Jahrhunderts steigt die Nachfrage nach dem vielseitigem Rohstoff. Charles Goodyear sieht sich bereits als reichen und angesehenen Erfinder. In Gedanken schafft er eine Welt aus Kautschuk. Grenzenlos erscheinen ihm die Möglichkeiten des wasserdichten und elastischen Materials.
Goodyear macht sich unverzüglich an die Arbeit und aus der Küche ihres ärmlichen Heims ein Labor. Jeden Cent gibt er für seine Versuche aus, auch wenn die Familie große Not leiden muss. Er verkauft die Schulbücher seiner Kinder für fünf Dollar nur um seine Experimente weiterführen zu können.

Der rohe Kautschuk muss zunächst gelöst werden. Doch Terpentin ist teuer. Sorgt das Lösungsmittel dafür, dass das Material immer so klebrig bleibt? Goodyear probiert einen anderen Weg, besorgt sich die schwer zu transportierende und sündhaft teure Latexmilch. Versucht mit dem Pflanzensaft wasserdichte Kleidung herzustellen. Das Geld für seine Experimente leiht er sich bei Nachbarn, Kaufleuten und Händlern. Immer wieder beteuert er der Durchbruch stehe kurz bevor und dann seien gigantische Geschäfte in Sicht.