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21. November 2009
 

Die Wehrmacht

 
 
Rückblick: Die Wehrmacht vom 11.12.2007
 
Die Wehrmacht - Verbrechen der Armee.
Soldaten der Wehrmacht - personell und materiell unterlegen

Die Wehrmacht - Eine Bilanz

Kampf bis zum Untergang

Strategie der Selbstvernichtung

Im Herbst 1944 kehrte der Krieg dorthin zurück, wo er seinen Ausgangspunkt hatte. Im Osten wie im Westen standen die Alliierten an den deutschen Reichsgrenzen. Der Krieg war unübersehbar verloren, die personelle und materielle Unterlegenheit der Wehrmacht offenkundig. An die Stelle einer militärischen Strategie traten ideologisch motivierte Weisungen, die zu bedingungslosem Ausharren zwangen.

 
 
 
 

"Der Tod gehört ja zum Alltag. Und Sie legen sich die Frage vor: "Wie lange willst du eigentlich das hier noch durchstehen?" Wir wussten eines immer wieder: Als einfacher Soldat vorne kommst du nie heil raus", sagt der damalige Soldat Kurt Vetter.

 

Noch vier Wochen zu leben

Mit Phrasen wie "Wer selbst nicht mehr an den Sieg glaubt, kann nicht mit der erforderlichen Härte und Todesverachtung kämpfen", versuchten Generäle wie Walter Model ihre Divisionen nach vorne zu peitschen. "Kampf bis zum Sieg!", lautete eine jener Durchhalteparolen, mit denen nun bereits 16- oder 17-jährige Jungen an die Front geschickt wurden. Es war eine Strategie der Selbstvernichtung.

 
Hitler mit jungem Wehrmachtssoldaten.
"Führer befiehl!": Hitler mit jungen Wehrmachtssoldaten
 

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Rekruten der Wehrmacht betrug im Frühjahr 1945 nur noch knapp vier Wochen. Allein in den letzten vier Kriegsmonaten starben noch 1,2 Millionen deutsche Soldaten. Warum opferten sich Millionen Frontkämpfer auf für eine sinnlose Verlängerung des Leidens? Was motivierte die Soldaten, im Angesicht des Massensterbens durchzuhalten?

Zitat

„Die Generäle sahen es: Jeder Tag verlängerte das Sterben an der Front und in der Heimat. Aber es wurde weitergekämpft bis zum bitteren Ende. Im Grunde war das eine Strategie der Selbstvernichtung.“

Heinrich Schwendemann, Historiker

Schicksale im Durchhaltekrieg

Diesen Fragen geht der Film anhand eindrucksvoller Einzelfälle und Biografien auf den Grund. Im Lichte neuester Forschungsergebnisse zeichnet er differenziert das Verhalten und den Zwiespalt des Divisionskommandeurs Gerhard Graf von Schwerin nach, der später als "Retter von Aachen" in die Geschichte eingehen sollte.

Augenzeugen, Briefzitate und authentisches Filmmaterial geben einen Eindruck von der weithin unbekannt gebliebenen Schlacht um die abgelegene Insel Ösel vor Estland, in der beinahe jeder zweite Soldat ums Leben kam. Getreu der strikten Weisung "Keiner kommt lebend von der Insel, es sei denn nach Sibirien" wurden sie einem fanatischen Durchhaltewahn geopfert.

 

Ende einer Legende

Neuere Aktenfunde widerlegen die bis heute verbreitete Legende, die Wehrmachtführung hätte den Krieg im Osten in erster Linie deshalb weitergeführt, um die bedrohte Zivilbevölkerung zu retten. Wie Befehle und Protokolle jener Zeit beweisen, wurde der Evakuierung von Flüchtlingen in den Planungen der obersten Armeeführung tatsächlich zu keiner Zeit Bedeutung zugemessen.

 

Bedingungsloser Gehorsam

Auf der Grundlage von Dokumenten und Zeugenaussagen aus ihrem engsten Umfeld wird die Rolle der Oberbefehlshaber Schörner und Model eingehend untersucht, die sich bedingungslos in den Dienst von Hitlers Kriegsführung stellten, sich am Ende aber auf unterschiedliche Weise ihrer Verantwortung entzogen.

 
Ferdinand Schörner (Spielszene).
In Zivilkleidung versucht General Ferdinand Schörner bei Kriegsende, zu den Amerikanern überzulaufen. (Spielszene)
 

Und doch gab es einige wenige Offiziere, die ihr eigenes Gewissen über den geforderten Befehlsgehorsam stellten. Die Dokumentation setzt der Heldentat des bis heute unbekannt gebliebenen Wehrmachtkommandanten Josef Ritter von Gadolla ein Denkmal, der die Rettung der Stadt Gotha mit seinem eigenen Leben bezahlte.

 
 

Sendungsinformationen

Dienstag, 11.12.2007 20:15 - 21:00 Uhr

VPS 11.12.2007 20:15

Länge: 45 min

Dokumentation, Deutschland, 2007

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  • 16 zu 9