Hauptnavigation:

Sie sind hier:

 

Weltjugendtag 2008 in Sydney

 
Papst Benedikt XVI. Quelle: dpa
Papst Benedikt XVI. am Flughafen

Weltjugendtag 2008

Ein Papst wartet nicht

Als Journalist im Flieger des Pontifex (Teil 1)

von Jürgen Erbacher

Es ist jedes Mal das gleiche Ritual: Sechs Wochen vor der Papstreise beginnt das Rennen um die begehrten Plätze in der Papstmaschine. Normalerweise stehen zwischen 60 und 70 Plätze zur Verfügung. Doch nach Sydney zum Weltjugendtag 2008 reisen nur 45 Pressevertreter im päpstlichen Flieger - darunter auch das ZDF.

 
 
 
 

Für einzelne Reisen haben sich in der Vergangenheit bis zu 120 oder mehr Journalisten beworben. Einige können sich ihres Platzes sicher sein - etwa die Vatikanisten der großen italienischen Tageszeitungen und der großen Nachrichtenagenturen. Andere müssen jedes Mal wieder aufs neue Bangen, ob sie letztendlich auf der Liste stehen, die wenige Tage nach Bewerbungsschluss im Pressesaal des Heiligen Stuhls aushängt. In der Regel erhalten nur ständige Romkorrespondenten ein Ticket. Zudem sind einige Plätze für Journalisten aus dem Gastland reserviert. Sydney ist meine siebte Reise mit dem Papstflieger.

 

Der Papst reist mit einem kleinen Gefolge. Die offizielle Delegation umfasst knapp über 20 Personen, darunter der Kardinalssekretär, der Päpstliche Zeremonienmeister und vatikanische Sicherheitsleute.

Zitat

„Wehe man kommt zu spät zu einem Termin: Das Donnergrollen der Kollegen sowie des Assistenten des Vatikanischen Pressesaals ist einem gewiss.“

Jürgen Erbacher

Wie bei einer Klassenfahrt

Wenn es dann losgeht, ist es ein wenig wie bei einer Klassenfahrt. Am Tag vor der Abreise treffen sich die mitreisenden Journalisten im Pressesaal des Heiligen Stuhls. Ab 10 Uhr bekommt man dort seine Akkreditierung für den "Volo Papale" sowie das kleine Arbeitshandbuch, in dem alle Zeiten genaustens aufgeführt sind. Wehe man kommt zu spät zu einem Termin: Das Donnergrollen der Kollegen sowie des Assistenten des Vatikanischen Pressesaals ist einem gewiss. Es empfiehlt sich also, das "kleine Evangelium" für die Mitglieder des VAMP (Vatican Media Pool) genau zu studieren.

 

Zusammen mit der Akkreditierung gibt es auch kleine Etiketten für das Gepäck. Bereits bei der Bewerbung muss man genau angeben, wie viele Gepäckstücke in den Laderaum gehen und wie viel Handgepäck man mitführt. Ohne Sonderbadget geht kein Gepäckstück mit auf die Maschine. Für manchen TV-Kollegen beginnt bereits das Feilschen um jedes Etikett; denn der Vatikan möchte möglichst wenig Gepäck mit im Flieger haben.

Der Tower des Leonardo da Vinci Flughafen. Quelle: reuters
reuters
Fiumicino: Von hier startet der Papst samt Jounalistentross.

Run auf die Plätze

Mit der Akkreditierung in der Hand bewegt sich dann der Journalistentross zu den Büros der Fluggesellschaften in Rom; dort werden die Tickets meist bar bezahlt. Traditionell fliegt der Papst auf dem Hinweg mit Alitalia, auf dem Rückweg mit der Fluglinie des Gastlandes - in diesem Fall Qantas. Am Abflugtag trifft man sich dann wieder, beim Check-In im römischen Flughafen Fiumicino. Das Gepäck wird von Sicherheitsleuten eigens kontrolliert, alle Koffer werden geöffnet. Ein Bus bringt den Tross zum Flugzeug, das meist an einer Außenposition streng bewacht parkt.

 

Dort beginnt der Run auf die Plätze - jeder will möglichst weit vorne sitzen im Journalistenabteil - denn nachher kommt der Papst vorbei und da will natürlich jeder den besten Platz haben. Allerdings sind die ersten Reihen für Fotografen und Kameraleute reserviert. Dann heißt es warten; denn die Journalisten müssen meist eine knappe Stunde vor dem Papst im Flieger sein, damit alles startklar ist, wenn der Pontifex kommt. Denn ein Papst wartet nicht.

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg