"Razzien und Randale - Wie weit dürfen Staat und Demonstranten gehen?"
Randale in Hamburg am Pfingstmontag: brennende Autos, Wasserwerfer, Festnahmen. Ein Vorgeschmack auf das, was uns nächste Woche beim G8-Gipfel in Heiligendamm erwartet? Die Sicherheitsorgane rüsten auf: Razzien bei vermeintlichen Gewalttätern, umstrittene Geruchsproben, der Schengen-Vertrag wird außer Kraft gesetzt, Grenzkontrollen - vor Heiligendamm beziehen amerikanische, britische und deutsche Marine-Einheiten Stellung. Der Zaun ist dicht... Eine Woche vor Beginn des G-8-Gipfels ist der Tagungsort Heiligendamm für den öffentlichen Verkehr gesperrt worden. Einwohner, Lieferanten und das Hotelpersonal können nur noch über zwei Sicherheitsschleusen in den Ort hinein. Der fast zwölf Kilometer lange und zweieinhalb Meter hohe Zaun soll Kritiker vom Veranstaltungsort fern halten.
Rund 200 Gruppen planen ihren Auftritt an der Ostsee. Seit Wochen trainieren Polizisten wie Demonstranten den Großeinsatz: Rund 100.000 Protestler werden auf 16.000 Polizisten und 1100 Soldaten treffen. Während sich die Vertreter der G8-Staaten nächste Woche im gut geschützten Tagungszentrum versammeln, planen die Gipfelgegner unter dem Motto "Eine andere Welt ist möglich" Aktionen, die von umherschweifenden Schrubber- und Besenbrigaden, Straßengymnastik und Golfen bis zur kompletten Blockade der Autobahnen A 19 und A 20 oder des Flughafens in Rostock-Laage reichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel beteuert inzwischen: "Wer friedlich protestiert, der findet auch unser Gehör." Doch die Zweifel sind groß, ob die friedlichen Demonstranten das Bild prägen werden - oder die gewaltbereiten.
Wie weit dürfen Staat und Demonstranten in ihren Maßnahmen gehen? Ist die Lage wirklich so ernst? Oder werden Bürgerrechte leichtfertig aufs Spiel gesetzt? Wie kann der Staat gewaltfreie Proteste zulassen - und gewalttätige unterbinden? Diese und andere Fragen diskutiert Maybrit Illner mit ihren Gästen.