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10. Februar 2012
 

maybrit illner

 
donnerstags, 22.15 Uhr
 
Rückblick: Maybrit Illner vom 26.11.2009
Maybrit Illner

Maybrit Illner

Eltern unter Verdacht: Geld für Kinder oder für Schnaps?

Die schwarz-gelbe Koalition will den Familien etwas Gutes tun: Sie möchte ein Betreuungsgeld von 150 Euro einführen und damit vor allem Eltern beglücken, die ihre Kleinkinder nicht schon früh in Krippen, Kitas oder Kindergärten geben, sondern zu Hause erziehen wollen. Schließlich, so argumentiert vor allem die CSU, sei das nach wie vor das Beste für den Nachwuchs und die Familien. "Unsinn", wettert vor allem der Berliner Bezirks-Bürgermeister Buschkowsky, in weiten Teilen der Unterschicht werde dieses Geld nicht den Kindern zugute kommen, sondern "versoffen".

Doch wenn der Staat zusätzliche Steuermilliarden investieren wolle, dann müssten die vor allem den Kindern aus Problemfamilien helfen, früh genug aus diesem Milieu heraus zu kommen, vernünftig sprechen, schreiben und lesen zu lernen und nicht den sonst vorgezeichneten Weg in Arbeitslosigkeit oder gar Kriminalität einzuschlagen. Das Betreuungsgeld dürfe auf keinen Fall bar ausgezahlt werden, sondern höchstens in Form von Gutscheinen, sagt auch die FDP, die sonst ja gern auf die Freiheit des Individuums verweist.

Ein Kulturkampf ums Kind ist entbrannt - mit zum Teil sehr ungewöhnlichen ideologischen Frontlinien: Schlagworte wie "vernachlässigte Kinder", "unmündige Eltern", "Herdprämie", "soziale Ausgrenzung", "Rabenmütter" und "Diskriminierung der Unterschicht" machen die Runde.

"Maybrit ILLNER" will Klarheit in die verworrene Debatte bringen: Was ist wirklich gut für Kinder? Nicht zuletzt für die vielen Kinder, die heute in "prekären Verhältnissen" aufwachsen und deren Schicksal zum Sprengstoff werden könnte für unsere Gesellschaft. Da geht es um Integration und gezielte Betreuung, aber auch um das Interesse des Staates an Familien, die zu ihrer Verantwortung stehen und die Erziehung nicht allzu früh aus der Hand geben wollen.

Da geht es, wie die Bundeskanzlerin in dieser Woche betont hat, um unser Menschenbild. Aber natürlich auch um Pragmatismus: Wie hilft der Staat jenen Kindern am besten, deren Eltern berufstätig sein müssen, um den Lebensunterhalt zu sichern? Wie den Alleinerziehenden? Den Migrantenfamilien? Wie wird das Betreuungsgeld langfristig am sinnvollsten eingesetzt? Darüber diskutiert Maybrit Illner mit ihren Gästen.

Gäste:
Heinz Buschkowsky
(SPD) Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln
Christine Haderthauer (CSU) Sozialministerin Bayern
Katja Kipping (Die LINKE)
Stellv. Parteichefin und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales
Miriam Gruß (FDP) Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Elisabeth Bußmann
Präsidentin des Familienbundes der Katholiken
Walter Wüllenweber
STERN-Journalist
 
 

Sendungsinformationen

Donnerstag, 26.11.2009 23:15 - 00:15 Uhr

VPS 26.11.2009 23:00

Länge: 60 min

Talkshow, Deutschland, 2009

  • 16 zu 9
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