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10. Februar 2012
 

Dokumentation

 
 
Rückblick: Dokumentation vom 28.10.2009 Nachtprogramm
Stürmung der US Botschaft in Teheran

444 Tage Angst

Die Besetzung der Botschaft in Teheran

"Guten Abend. Die US-Botschaft in Teheran ist in der Hand iranischer Studenten. Allem Anschein nach haben sie bis zu 100 Geiseln in ihrer Gewalt." Die Eilmeldung in den Nachrichten am 4. November 1979 markiert den Beginn eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte der amerikanisch-iranischen Beziehungen.

Etwa 500 iranische Studenten stürmen am Vormittag des 4. November 1979 die US-Botschaft und bringen die Menschen dort in ihre Gewalt. 66 Amerikaner werden zu Gefangenen des Ayatollah-Regimes erklärt. Die Studenten wollen damit die Auslieferung des früheren Schahs Mohammad Reza Pahlavi erzwingen, dem die USA zuvor Asyl gewährten und der zu dieser Zeit in einer New Yorker Klinik behandelt wird.

Mit der Besetzung der Botschaft beginnt ein Nervenkrieg ohnegleichen. Einige Geiseln können nach Wochen fliehen, einige werden freigelassen; 52 Amerikaner aber erleben ein langes Martyrium: Bis zu ihrer Freilassung vergehen 444 Tage.

Unmittelbar nach der Geiselnahme verhängt der damalige US-Präsident Jimmy Carter Wirtschaftssanktionen gegen Iran, jedoch ohne Erfolg. Lange setzt Carter auf eine friedliche Lösung; doch weder diplomatische Bemühungen noch Appelle des UN-Sicherheitsrates führen zur Freilassung der Geiseln. Schließlich gibt der Präsident den Befehl zu einer Militäraktion, um die Geiseln zu befreien.

Doch die Befreiungsaktion scheitert kläglich in der iranischen Wüste: Acht US-Soldaten kommen beim Zusammenstoß zweier Flugzeuge in einem Sandsturm ums Leben. Die gescheiterte Militäraktion im April 1980, die Jimmy Carter vermutlich seine Wiederwahl kostete, ist der dramatische Höhepunkt im Kampf um das Leben und die Freiheit der 52 Geiseln in der US-Botschaft.

Die Dokumentation von Mark Bowden, der auch ein Buch über die Ereignisse in Teheran schrieb, beleuchtet die Hintergründe der Geiselnahme und zeigt auf, wie stark sie noch heute die Beziehungen zwischen den USA und Iran beeinflusst. Zahlreiche Augenzeugen kommen zu Wort: Geiseln und Geiselnehmer, aber auch die Entscheidungsträger von damals berichten, wie sie diese dramatische Zeit erlebt haben. Am 20. Januar 1981 wurden die Gefangenen schließlich freigelassen, im Gegenzug zur Freigabe des iranischen Vermögens und am Tag der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Ronald Reagan - nach 444 Tagen in Angst.

Film von Mark Bowden
 
 

Sendungsinformationen

Mittwoch, 28.10.2009 01:00 - 01:45 Uhr Nachtprogramm

VPS 29.10.2009 00:35

Länge: 45 min

Dokumentation, Deutschland, 2006

  • 16 zu 9