Chantal und Pascal kommen vor 30 Jahren als Zwillinge auf die Welt. Doch der Schock für die Eltern ist groß, als sie feststellen, dass ihrer Tochter durch einen genetischen Defekt Arme und Beine weitgehend fehlen. Pascal dagegen ist völlig gesund.
Obwohl die beiden als Zwillinge stark zusammenhalten, verläuft ihr Leben völlig unterschiedlich. Jeder entwickelt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten. Beide finden schließlich Halt im christlichen Glauben. Heute sagt Chantal: "Gott hat mich ohne Arme und Beine gemacht, damit ich andere Menschen mit Behinderungen zu einem glücklichen Leben ermutigen kann." Eine persönliche Reformation, eine innere Erneuerung ihres Lebens als bekennende Christin hat dieses starke Bekenntnis möglich gemacht. Sie weiß, sie ist angenommen, so wie sie ist.


Chantal durchlebt eine harte Kindheit. Ihre starke Behinderung ist nicht nur für sie ein Hindernis. Vor allem Außenstehende wissen meist nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen. Auch die Pubertät erlebt sie als schwierig. Die beiden Zwillinge sind einerseits genetisch eng verbunden. Anderseits trennt sie die schwere Behinderung Chantals. Eine echte Herausforderung an das Leben.
Die lebensfrohe und aktive Frau ist im täglichen Leben sowohl zu Hause als auch unterwegs ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Trotzdem schafft sie erstaunlich viele Dinge wie Schminken oder Telefonieren mit viel Geschick auch weitgehend allein. Um möglichst normal zu leben, läuft Chantal viel auf ihren Prothesen, statt im Rollstuhl zu fahren. Damit geht sie in die Kneipe und in die Kirche.
Pascal hat Sportmanagement studiert und liebt die Bewegung. Er arbeitet in einem medizinischen Fitnesszentrum als Gesundheitscoach. Die Branche gefällt ihm. Hier würde er sich gerne weiter entwickeln. Chantal dagegen vermittelt als studierte Psychologin Fachkräfte für die Arbeitsagentur. Und sie ist begeisterte Sängerin in ihrer eigenen Funk-Band.
Die Dokumentation zum Reformationstag begleitet die beiden ungleichen Zwillinge allein und bei gemeinsamen Aktivitäten wie bei einem Ausflug in die Lutherstadt Wittenberg. Vor allem Chantal verbindet mit dem Geist der Reformation den wichtigsten Teil ihrer persönlichen Geschichte: die vorgegebenen Grenzen zu überschreiten und dadurch eine andere Perspektive auf das eigene Leben zu gewinnen.