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10. Februar 2012
 

Dokumentation

 
 
Rückblick: Dokumentation vom 23.12.2009
Weihnachts-Quiz

Crazy Christmas!

Weihnachten in aller Welt

Adventszeit. Während wir uns auf Weihnachten vorbereiten, passieren an anderen Orten der Welt erstaunliche Dinge. ZDF-Auslandskorrespondenten berichten aus Peking, Kairo, dem arktischen Yellowknife in Kanada und von der Insel Réunion über ungewöhnliche Sitten und Gebräuche aber auch über die Stimmung in der Vorweihnachtszeit.

Dschungel, Berge, Vulkane und grandiose Strände, türkisblaues Meer. Ein Stück Frankreich, mitten im indischen Ozean. Südeuropa-Korrespondent Stephan Merseburger berichtet von einer bunten Welt. Das ist La Réunion. Die für das Weihnachtsgebäck so wichtige Bourbon-Vanille stammt aus La Réunion.

La Réunion, das ist Weihnachten mit Mangos und Kokosnüssen, Südseefischen und Riesenkrabben, aber auch eingeflogenem Foie Gras und Champagner. Denn natürlich gibt es auch hier jene entsandten Festlandsfranzosen, die dank des kolonialen Trennungsgeldes aus dem Vollen schöpfen. Gleichzeitig ist die Insel ein ethnischer und religiöser Schmelztiegel. Creolen, Madagassen, Chinesen, Inder und Europäer kamen und sind geblieben, Buddhisten, Hindus, Moslems, Anhänger von Naturreligionen und Christen leben friedlich nebeneinander.

La Réunion ist ein unbekannter Außenposten Europas im indischen Ozean, dessen Sound an den Blues erinnert. Kein Wunder, denn auch hier gab es Sklaverei und Sklavenhandel. Die Befreiung vom Joch wird kurz vor Weihnachten gefeiert. Dezember ist der Party-Monat in La Réunion.

Es ist noch keine 15 Jahre her, da spielte Weihnachten in China keine Rolle, Weihnachtsbäume und -bräuche gab es nicht. Heute ist Peking in der Vorweihnachtszeit bevölkert von Weihnachtsmännern und -frauen, kein Einkaufszentrum ohne Krippenspiel, Weihnachtsdekoration und schrill bunte Weihnachtsbäume überall. Weihnachten bedeutet in China heute vor allem Kaufrausch und Party.

Und mittendrin eine wachsende westliche Gemeinschaft, die sich zwischen all dem Krach und Funkeln nichts sehnlicher wünscht als Besinnlichkeit. Johannes Hano, ZDF-Korrespondent in China, begleitet eine chinesische und eine deutsche Familie bei ihren Weihnachtsvorbereitungen. Er spricht mit Händlern über das Geschäft mit rosa Weihnachtsbäumen und genießt die Weihnachtsstimmung auf Pekings größtem und beliebtesten Weihnachtsmarkt. Johannes Hano beschreibt, wie europäische und chinesische Weihnachtskultur aufeinander treffen.

Zirka vier Stunden Autofahrt von Kairo entfernt liegt die Oase Bahareya, berühmt geworden durch ihr "Tal der goldenen Mumien". Die meisten Besucher der Oase aber zieht es noch ein Stück weiter direkt in die so genannte "Weiße Wüste". Erosion und Wind haben die bizarren Kalksteinformationen abgeschliffen und den weißen Staub über die Wüste verteilt.

Es sieht so aus, als hätte es gerade geschneit, und das über hunderte von Kilometern. Besonders nachts, wenn der Mond scheint, wirkt dieser Ort wie ein Wintermärchenland. Dietmar Ossenberg, ZDF-Korrespondent in Kairo hat Heimweh geplagte Europäer dabei beobachtet, wie es sie gerade in der Adventszeit hierher zieht, um am Lagerfeuer mit selbstgebackenen Plätzchen ein wenig Weihnachstimmung aufkommen zu lassen.

Dabei könnte, wer möchte, auch in Kairo seinen Gefühlen freien Raum lassen. Die Bäckereien verkaufen Weihnachtsstollen und Nikoläuse aus Lebkuchen. Lichterketten, Sterne und stilisierte Tannenbäume zieren die Eingangshallen und Fassaden der großen Fünf-Sterne-Hotels. Weihnachtslieder bei Sonnenuntergang inklusive. Und alles nur, damit sich Touristen und Ausländer wohlfühlen.

Kairos Gärtner haben den Trend erkannt und verkaufen heimische Nadelbäume als Weihnachtsbaumersatz. Plastikweihnachtsmänner importiert aus China finden reißenden Absatz, auch bei muslimischen Ägyptern. Die meisten wissen nichts von der Symbolik aber sie kaufen, weil es bunt ist. Die christlichen Gemeinden, wie zum Beispiel die katholischen Borromäerinnen feiern jeden Tag ihre Vorweihnachtsgottesdienste. Und wer möchte, kann in einem der vielen Chöre und Singkreise mit dabei sein. Echten Weihnachtsfanatikern fehlt es also an nichts am Nil.

30 Grad Kälte und nur ein paar Stunden am Tag ist es hell in der Goldgräberstadt. Weiße Weihnacht ist in dieser arktischen Region garantiert: Klaus-Peter Siegloch, ZDF-Korrespondent in New York, ist hoch in den eisigen Norden Amerikas gefahren - nach Yellowknife, der Hauptstadt der kanadischen Nord West Territorien.

Die Stadt schimmert im Lichtermeer amerikanischer Weihnachtsdekorationen, mit Santa Claus und Engeln, Schneemann und Sternen. Der Sklavensee ist schon seit Monaten zugefroren, die Hausboote sitzen fest und der Schnee knistert unter den dicken Stiefeln. Wie jedes Jahr baut ein Künstler ein Eisschloss auf dem See.

Es gibt einen Christkindlsmarkt, auf dem japanische Touristen und Einheimische warme Getränken und frisch geräucherten Fisch genießen können. Schneemobile knattern über den See auf dem Weg zum Eisfischen. Hier lernen Inuit Kinder von ihren Großeltern, wie man Iglus baut. Schlittenhunde sind für japanische Touristen reserviert, die zu Hunderten zur Weihnachtszeit nach Yellowknife auf Flitterwochen fliegen.

Am späten Nachmittag pilgern sie aus der Stadt zu einem ganz besonderen Schauspiel: den tanzenden Polarlichtern, die zur Weihnachtszeit besonders intensiv sind. Denn die Japaner glauben, dass Kinder, die unter der Aurora Borealis gezeugt werden, ein Leben lang glücklich sind.

Mit den ZDF-Korrespondenten Johannes Hano, Stephan Merseburger, Dietmar Ossenberg und Klaus-Peter Siegloch.
 
 

Sendungsinformationen

Mittwoch, 23.12.2009 23:20 - 23:50 Uhr

VPS 23.12.2009 23:15

Länge: 30 min

Dokumentation, Deutschland, 2009

  • 16 zu 9
  • Untertitel