Die wichtigsten Antworten auf die wichtigsten Fragen zu: "Das Philosophische Quartett".
Wie sieht das Format der Sendung aus?
Es unterscheidet sich wesentlich von anderen Talkshows auf dem Kultursektor. Es finden keine Experten- oder Betroffenheitsgespräche statt, sondern es wird "laut gedacht". Philosophisches Denken lebt von These und Antithese, dem Fragen nach dem "Was - wäre - wenn?", dem Gedankenspiel. Die Moderatoren animieren ihre Gäste dazu, ihre Denkpositionen in Frage zu stellen, also vermeintlich endgültig Durchdachtes noch einmal neu zu denken.
Für die Zuschauerinnen und Zuschauer entsteht daraus ein Aha-Effekt. Sie erhalten über allgemein Bekanntes neue Informationen durch andere Fragestellungen. Peter Sloterdijk: "Im Idealfall könnte es gelingen, die Zuschauer an ihren eigenen latenten Wissensreichtum zu erinnern und sie zur Wiederentdeckung ihrer Libido des Denkens anzuregen."
Wer moderiert die Sendung?
Die Gesprächsrunde hat zwei Moderatoren: Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski. Zusammen leiten sie die Gesprächsrunde und sind zugleich auch aktive Gesprächsteilnehmer mit provokanten Thesen, die den Gästen zur Debatte vorgelegt werden. Beide sind offen für einen Gedankenaustausch jenseits gängiger Statements.
Beabsichtigt ist keine Philosophie für Anfänger oder tiefschürfende Debatten, sondern eine Sendung voller Lust am provokanten Denken. Peter Sloterdijk hat mit seinen Veröffentlichungen Debatten provoziert und darf als der erfolgreichste und meistdiskutierte Vordenker unserer Zeit gelten. Rüdiger Safranski ist ein Philosoph und Bestseller-Autor, der die Gabe hat, schwierige Sachverhalte wie etwa die Philosophie Heideggers oder Nietzsches auch für philosophisch nicht vorgebildete Leser verständlich und spannend darzustellen. Beide zusammen sind Garanten für ungewöhnliche, interessante und unterhaltsame Streitgespräche.
Welche Gäste kann man erwarten?
Die Gäste sind so ausgewählt, dass sie nicht nur mit ihrem Sachverstand, sondern auch emotional mit dem Thema zu tun haben. Bergsteiger Reinhold Messner diskutierte über das Thema Angst, Martin Walser über Skandale, Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker über Krieg und Frieden, Egon Bahr über Großmächte, Springer-Chef Mathias Döpfner über Populismus, Joachim Fest und Fritz J. Raddatz über Biografien, Gesine Schwan über machtlose Politik oder "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über globale Katastrophen.
Welches Publikum gilt als Zielgruppe?
Das ZDF setzt mit dieser Reihe auf ein Publikum, das sich als aufgeweckte Zeitgenossen mit wichtigen Grundfragen unserer Gesellschaft auseinander setzen möchte: etwa dem Zusammenhang von Angst und Sicherheit in der Nachfolge des Terrors vom 11. September 2001 oder der Frage, wie wichtig Skandale für unsere Gesellschaft sind, der Frage, wie zeitgemäß Tugenden wie Tapferkeit oder Freundschaft heute sind, unseren Umgang mit dem Tod, dem Einfluss von Religionen oder Themen wie Bildung, Arbeitslosigkeit und unser deutsches Seelenleben.
Eine Quotenvorgabe gibt es nicht. Peter Sloterdijk versteht sich und seine Gesprächspartner "als eine intellektuelle Tafelrunde, die der Gesellschaft Beschreibungsvorschläge hinsichtlich ihrer Lage und ihrer Probleme unterbreitet". In diesem Sinne ist ein aufgeweckter und interessierter Zuschauer als Partner dieser Streitgespräche erwünscht. In unserem Online-Forum können die Zuschauer nach der Sendung weiterstreiten.
Wie sieht die Sendeform aus?
Die Sendung hat eine Länge von 60 Minuten. Pro Jahr sind sechs Folgen eingeplant. Es wird vor geladenem Publikum diskutiert und als Live-Aufzeichnung gesendet. Vom Live-Charakter verspricht sich das ZDF eine hohe Authentizität und zusätzliche Spannung, da nichts nachträglich korrigiert werden kann.