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Paläste der Macht

 
König Abdullah und Königin Rania. Quelle: ap
König Abdullah II. und Königin Rania symbolisieren das moderne Jordanien.

Das jordanische Königshaus und der Aga Khan

Abdullahs Agenda

Die Reformpläne des jordanischen Königs

König Abdullah II. strebt eine systematische Modernisierung seines Landes an. Königin Rania engagiert sich für die Rechte der Frauen und Kinder. Gemeinsam stehen sie für ein Jordanien, das bereit ist, eine führende Rolle unter den Nationen des Nahen Ostens einzunehmen.

 
 
 
 

Die Herausforderungen für das Wirken König Abdullahs II. sind groß. Jordanien hat wenig Wasser, kaum Bodenschätze, kein Öl. Sein fruchtbarstes Ackerland hat das Land 1967 bei der israelischen Besetzung des Westjordanlandes verloren. Der israelisch-palästinensische Konflikt und die instabile Lage im Irak verlangsamen die wirtschaftliche Entwicklung Jordaniens, das sich für eine Fortsetzung des Friedensprozesses und der internationalen Unterstützung für die palästinensische Autonomiebehörde einsetzt.

Zitat

„ Meine Priorität ist ein besseres Leben für alle Jordanier.“

König Abdullah II.

Über die Hälfte der jordanischen Bevölkerung stammt aus Palästina. Verschlechtert sich die Lage im Westjordanland und um Jerusalem weiter, bedeutet das mehr palästinensische Flüchtlinge für Jordanien - eine Belastungsprobe für das politische, ökonomische und gesellschaftliche Gefüge des Landes. 2003 lebte bereits etwa 30 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Handel, Hilfe, Haushaltsdefizit

Jordanien ist von starken Partnern und ausländischen Finanzhilfen abhängig. Mit fast 30 Prozent sind die USA wichtigster Abnehmer jordanischer Exporte wie Textilien, chemische Erzeugnisse, Phosphat oder Pottasche. Als einer der zuverlässigen Partner der USA im Nahen Osten erhält Jordanien entsprechende politische und finanzielle Unterstützung. Seit 2001 besteht ein Freihandelsabkommen.

 
George Bush und König Abdullah von Jordanien. Quelle: ap
ap
Starke Partner: US-Präsident Bush und König Abdullah II.
 

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist außerdem ein Assoziierungsabkommen mit der EU von 2002: Jordanien baut bis 2016 seine Zölle und Abgaben im Handel mit der EU ab, im Gegenzug darf das Land bereits heute fast sämtliche Produkte zollfrei aus dem europäischen Binnenmarkt einführen. Stärkster europäischer Importlieferant ist Deutschland, vor allem Maschinen und Transportausrüstungen, aber auch Nahrungsmittel werden importiert. Trotz aller finanzieller Hilfen: 2005 hatte Jordanien nach Abzug der Geberzuflüsse noch immer ein Haushaltsdefizit von 11,2 Prozent zu verzeichnen.

Infobox

Aufschwung über Amman

Seit 2004 ist Amman eine Drehscheibe für die Irak-Hilfe - mit positiven Folgen für die Wirtschaft des Landes.

Der Irak und die Investitionen

Positiv für die wirtschaftliche Entwicklung ist, dass sich Jordanien seit 2004 zur ökonomischen Drehscheibe für den Irak entwickelt hat. Über die Hauptstadt Amman läuft ein Gros der Hilfe und des Handels für den Irak. Viele Firmen und Institutionen organisieren ihre Aktivitäten von hier aus. So konnte 2005 ein insgesamt hohes reales Wachstum von über sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) realisiert werden.

 

Seit seinem Amtsantritt im Jahre 1999 bemüht sich Abdullah II. außerdem um die Steigerung ausländischer Direktinvestitionen. Gute Chancen bietet die voranschreitende Privatisierung staatlicher Betriebe, zum Beispiel im Telekommunikations-Sektor.

 
Blick vom Palasthügel auf Amman. Quelle: ZDF,Christiane von Boehm
ZDF,Christiane von Boehm
Blick auf Jordaniens Hauptstadt Amman vom Palasthügel aus

Die Nationale Agenda

Die Vision des Königs ist es, Jordanien zu einer führenden Nation im Nahen Osten zu machen. Sein Ziel ist eine systematische Reformierung des Landes, sein Modernisierungsplan ist die Nationale Agenda. Mit ihr will er der Armut im Land entgegenwirken und die Arbeitslosigkeit bekämpfen. 2003 lag die offizielle Quote bei 16 Prozent. Eine neue Wirtschaftsstruktur soll mehr Arbeitsplätze bringen und die Exportfähigkeit Jordaniens verbessern.

 

Mit Hilfe seines Entwicklungskomitees möchte der König weiterhin ein neues Parteien- und Wahlgesetz durchsetzen und ein neues Mediengesetz schaffen. Auch die öffentliche Verwaltung und das Justizwesen stehen auf der umfassender Reformagenda Abdullahs II., die bis zum Jahre 2015 in Kraft treten soll.

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Politikstudium im Ausland

Abdullah II. studierte internationale Politik in Oxford und an der Georgetown Universität in Washington D.C.

Gleiche Chancen für alle

Wie alle Modernisierungsbestrebungen des Königs ist auch die Einteilung des Landes in die drei Verwaltungsbezirke Nord, Mitte und Süd letztlich zum Wohle des Volkes. Über die dadurch entstehende Dezentralisierung und Regionalisierung verspricht sich Abdullah II. im Rahmen der politischen Reformen eine aktivere Teilnahme der Bevölkerung am politischen Geschehen Jordaniens.

 

Denn oberste Priorität des Monarchen ist stets, "ein besseres Leben für alle Jordanier" zu ermöglichen, in einem Land "mit gleichen Möglichkeiten für alle."

 
 
 
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