Hauptnavigation:

Sie sind hier:

12. Februar 2012
 

Terra X

 
Terra XXL-Logo.

Terra XXL

Die langen Terra X-Nächte

Seit 30 Jahren präsentiert Terra X "Expeditionen ins Unbekannte" am Sonntagabend. Terra X sorgt aber auch immer wieder für schlaflose Nächte - beispielsweise mit Terra XXL und "Deutschland in Aufruhr".

 
 
 
 

In der Nacht von Sonntag, 12. Februar 2012, auf Montag
Deutschland in Aufruhr

01.50 Uhr: Thomas Müntzer und der Krieg der Bauern
Es war die Zeit der Umwälzung, die Reformation rüttelte an der bestehenden Ordnung. 1521 herrschte Aufruhr im sächsischen Zwickau: Der junge Priester Thomas Müntzer (1489 bis 1525), der an der Marienkirche predigte, wandte sich gegen die kirchliche und weltliche Obrigkeit und forderte für alle Menschen das gottgegebene Recht auf Freiheit und Gleichheit.

 

Müntzer war kein Mann der Kompromisse. Die Kirchenkritik Luthers, den er einst bewundert hatte, ging ihm nicht weit genug. Nicht nur das Papsttum, auch die ständisch geprägte weltliche Ordnung war ihm ein Dorn im Auge. Christus sei in einem Viehstall geboren, schrieb er, er sei auf der Seite der Armen und Entrechteten. Die Fürsten, die in Pelzmäntel gekleidet auf Seidenkissen säßen, seien "Christo ain greuel". In einer Schrift "wider das geistlose, sanftlebende Fleisch zu Wittenberg" nahm er 1524 gegen Luther Stellung und bekräftigte seine Absicht, eine gerechtere Ordnung durchzusetzen - notfalls mit Gewalt.

02.35 Uhr: Karl Marx und der Klassenkampf
Er ist einer der wirkungsvollsten Bestsellerautoren der Weltgeschichte und doch haben die wenigsten sein Werk vollständig gelesen. Seine Lehre wurde zu einer Ersatzreligion, auch wenn der Urheber sich nie als Glaubensstifter verstand, sondern als wissenschaftlicher Analytiker. "Ich bin kein Marxist", kokettierte Karl Marx (1818 bis 1883), der mit seinem Werk wie kein Deutscher seit Luther den Lauf der Weltgeschichte beeinflusste. Ab Mitte des 20. Jahrhundert wurde etwa die Hälfte der Menschheit von Regierungen geführt, die sich auf den deutschen Denker beriefen.

 

In seinem Hauptwerk "Das Kapital" sezierte Karl Marx, geprägt von dialektischen und materialistischen Modellen seiner Zeit, mit brillanter Tiefenschärfe die komplexen Zusammenhänge von Geld und Warenwelt. Seine Sicht auf das soziale Elend der frühen Industriezeit schärfte der Fabrikantensohn Friedrich Engels. Von seinem Gesinnungsfreund inspiriert, schuf Marx 1848 im "Kommunistischen Manifest" das theoretische Rüstzeug für eine internationale Arbeiterbewegung, die später in sozialdemokratisch orientierten Parteien ihren Siegeszug antrat. Sein Gedankengut diente aber auch als Legitimation für kommunistische Diktaturen, die dazu beitrugen, dem 20. Jahrhundert einen totalitären Stempel aufzudrücken.

03.20 Uhr: Rosa Luxemburg und die Freiheit
Sie stammte aus dem von Russland annektierten Teil Polens. Rosa Luxemburg (1871 bis 1919) wurde politische Aktivistin in einer Zeit, in der Frauen in Deutschland noch nicht wählen durften. Die Arbeiterbewegung in Europa befand sich im Aufbruch, Sozialisten wurden überall verfolgt. Schon in jungen Jahren kämpfte Rosa Luxemburg für die Rechte der Arbeiterschaft; ab 1898, nachdem sie die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatte, auch in der SPD des wilhelminischen Deutschland.

 

Rosa Luxemburg war Jüdin, sehr gebildet, besaß einen scharfen Verstand und ein mitreißendes Temperament. Sie war eine großartige Rednerin und brillante Schriftstellerin. Konflikte scheute sie nicht. Bei Streitfragen innerhalb der SPD nahm sie eine radikale Position ein. Ihr Engagement brachte sie wiederholte Male ins Gefängnis - verurteilt wegen Majestätsbeleidigung, Aufforderung zu Ungehorsam, Gefährdung des öffentlichen Friedens. Unermüdlich sprach sich Rosa Luxemburg gegen preußischen Militarismus und gegen die Aufrüstung aus.

 

Rückblick: Sonntag, 5. Februar 2012
Deutsche Herrscher

02.30 Uhr: Karl der Große und die Sachsen (2010)
Er galt schon bei seinen Zeitgenossen als "Vater Europas": Karl der Große (vermutlich 748 bis 814). Er schuf ein Fundament, das den Kontinent prägte. Deutsche und Franzosen betrachten den legendären Karolinger gleichermaßen als Stammvater.

Karls Imperium reichte von der Nordsee bis nach Mittelitalien, von Ungarn bis nach Spanien. Der Umriss erinnert an die Ausdehnung der europäischen "Sechsergemeinschaft" 1.200 Jahre später. Der Frankenherrscher schuf nicht nur ein Imperium, er gab ihm auch eine Ordnung, setzte Ankerpunkte für eine gemeinsame religiöse und kulturelle Identität. Er wollte nicht nur Herrscher der Franken sein, sondern der gesamten römischen Christenheit. Wo er regierte, sollte auch ein Glaube die Teile seines europäischen Reiches miteinander verbinden.

03.15 Uhr: Friedrich II. und der Kreuzzug (2010)
"Das Staunen der Welt" nannten manche Zeitgenossen den Staufer Friedrich II. (1194 bis 1250), dessen Reich von Sizilien bis zur Nordseeküste reichte. Neben Deutsch sprach er Italienisch, Französisch, Griechisch und Arabisch, dichtete, philosophierte und schrieb ein Buch über die Falkenjagd.

Als Kleinkind schon besaß er die deutsche Königswürde, seine Mutter Konstanze von Sizilien ließ ihn dort zum Monarchen krönen. Auf deutschem Boden tobte ein erbitterter Thronstreit zwischen Staufern und Welfen. Wieder einmal war das Fürstenlager gespalten und der Papst mischte mit. Später eroberte Friedrich die Herrschaft im Norden zurück. Seine Heimat aber blieb Italien. Er lebte die meiste Zeit außerhalb deutscher Lande und machte auch keinen Hehl aus seiner Vorliebe für den Süden. Herkunft, Wesen und Auftreten ließen ihn in Deutschland zu einem Fremden werden, und doch fühlten sich dort viele zu diesem exotisch anmutenden Monarchen auf seltsame Weise hingezogen.

03.55 Uhr: Karl IV. und der Schwarze Tod (2010)
Die Regierungszeit Karls IV. (1316 bis 1378) zählt zu den dramatischsten Epochen der deutschen Geschichte. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts rafft die Pest ein Drittel der Deutschen dahin. Der König, der in dieser Schreckenszeit regierte, entstammte der Dynastie der Luxemburger.

Karl IV. wurde 1316 in Prag geboren. Sein Vater Johann hatte eine böhmische Prinzessin geheiratet und war dadurch einer der mächtigsten Männer im Reich geworden. 1346 gelang es dem ehrgeizigen Luxemburger durch die Zahlung horrender Bestechungsgelder, seinen Sohn Karl als Gegenkönig zum amtierenden Ludwig dem Bayern wählen zu lassen. Karls Position im Reich war zunächst schwach, aber durch den plötzlichen Tod Ludwigs wenige Monate nach der Wahl änderte sich die Lage. Durch geschicktes politisches Taktieren, strategische Eheschließungen und nicht zuletzt durch die Veräußerung königlicher Privilegien sorgte Karl IV. für Frieden und konsolidierte seine Herrschaft.

 

Rückblick: Sonntag, 29. Januar 2012
Naturphänomene

 

1.40 Uhr Fata Morgana - Naturwunder und Zauberspuk (2000)

Luftspiegelung eines Fährschiffs über dem Watt. Quelle: ZDF
ZDF
Luftspiegelung einer Fähre: "Fata Morgana"

Jeder kennt das verblüffende Phänomen: schnurgerade Asphaltstraßen, die bei flimmernder Hochsommerhitze einfach weggespiegelt sind. Oder vorgetäuschte Wasserflächen mitten in der Wüste. Den optischen Trick der Natur nannte Goethe "einen Streif erlogener Meere". Seit jeher narren flirrende Spukbilder die Sinne der Menschen - ob in den Sandmeeren des Orients, ob in unseren Breiten oder im Norden am Polarkreis.

 

Doch wie kommt das einzigartige Spektakel zu "einer festen Adresse" in der Straße von Messina? Warum hat die Fata Morgana ausgerechnet in der Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien ihren melodischen Namen erhalten? Welche rätselhafte Figur verbirgt sich hinter der geheimnisvollen Schönen?

 

2.25 Uhr Im Bann der Blitze (2010)

Sie erleuchten die dunkelste Nacht taghell. Ihr Donnergrollen erzeugt Schaudern und Faszination zugleich. Gewitter sind eine überirdische Show - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Erforschung des elektrischen Himmels ist eines der großen Abenteuer der Wissenschaft.

Dank eines weltweiten Blitzortungssystems weiß man inzwischen, dass Blitze und Gewitter nicht bloß gefährlich schöne Naturschauspiele sind, sondern auch das Klima der Erde entscheidend beeinflussen. Seit es diese Sensoren gibt, bleibt gewissermaßen kein Blitz unbeobachtet.

 

Kaum eine Erscheinung am Nachthimmel elektrisiert den Menschen so wie das Nordlicht. Wie aus dem Nichts taucht das Himmelsfeuer plötzlich auf und erstrahlt in leuchtenden Farben.

Die naturwissenschaftliche Erklärung für das nächtliche Spektakel lieferte erst der norwegische Forscher Kristian Birkeland. Vor gut 100 Jahren kam er dem Rätsel auf die Spur. Abenteuerliche Expeditionen führten ihn an den Rand der Arktis, wo er monatelang in einem abgelegenen Observatorium und tiefer Polarnacht das Phänomen studierte. Mit seinen Erkenntnissen war der Gelehrte seiner Zeit weit voraus. Keiner wollte ihm glauben, dass ein Strom aus elektrisch geladenen Teilchen von der Sonne zur Erde kommt und in den Polarregionen den Himmel zum Leuchten bringt.

 
 

Rückblick: Sonntag, 22. Januar 2012
Das Erbe der Pharaonen

01.45 Uhr: Die Wiederkehr des Pharao (2011)
Es ist ein Bau der Superlative. Es ist der größte Tempel, der je für einen Pharao erbaut wurde. Seine Fertigstellung dauerte fast drei Jahrzehnte und in seinem Inneren wurden mehr als 1.000 Statuen aufgestellt. Als die Ägyptologin Hourig Sourouzian vor mehr als zehn Jahren die Arbeiten am Totentempel Amenophis III. aufnahm, waren nur noch zwei Kolossalstatuen des Pharaos, die so genannten Memnonkolosse, von der gigantischen Anlage zu sehen. Denn um 1220 vor Christus, wenige Jahrzehnte nach seiner Fertigstellung, zerstörte ein Erdbeben große Teile des Tempels.

 

In den folgenden Jahrhunderten diente er als Steinbruch für die umliegenden Bauten anderer Pharaonen. Auch in der Neuzeit wurden noch unzählige Statuen von dem Areal entfernt. Sie sind heute über Museen in der ganzen Welt verstreut, wie die löwenköpfige Göttin Sachmet, von der einst 730 Skulpturen das Gebäude zierten. Wegen des fortschreitenden Zerfalls setzte die "World Monuments Watch" die Reste des Tempels auf die Liste der 100 am meisten gefährdeten Denkmäler der Welt.

Statuen von Mariette und Brugsch vor Tal der Könige.
Forscher Heinrich Brugsch

02.30 Uhr: Troja ist überall: Das Versteck der Pharaonen (2007)
In der Mitte des 19. Jahrhundert waren es vor allem Abenteurer, die auszogen, um das Gold und die Kunstschätze des Alten Ägypten zu rauben. Sie sprengten sich ihren Weg in die Gräber der Pharaonen mit Dynamit frei und verließen das Nilland mit reich gefüllten Schatzkisten. Bis aus den intellektuellen Zentren Europas ein neuer Geist Ägypten erreichte und mit ihm die Methoden einer neuen Generation von Forschern, für die der wissenschaftliche Schatz weit bedeutender war als das Gold der Pharaonen.

 

Südlich von Kairo, genauer in Sakkara, hatte der Franzose Auguste Mariette 1851 den Zugang zu einem Grab gefunden. Obwohl er nicht auf der Suche nach der letzten Ruhestätte eines Pharaos war, vermutete er reiche Schätze an diesem Ort. Denn in Sakkara wurden vor 3.000 Jahren die heiligen Apis-Stiere begraben. Legenden zufolge mit ähnlich pompösem Aufwand wie die Gottkönige selbst.

03.15 Uhr: Im Schattenreich der Pharaonen (2009)
Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wo liegt das Jenseits und was erwartet die Verstorbenen dort? Kein Volk auf der Welt hat je so detaillierte Antworten auf diese Fragen entwickelt, wie das der Pharaonen. In Hunderten von Gräbern erzählen Reliefs, Malereien und ausführliche Inschriften an den Wänden von der Jenseitsexistenz der alten Ägypter. Nichts wurde bei der Reise in die Unterwelt dem Zufall überlassen. Mystische Gebete, geheimnisvolle Rituale sowie unzählige Grabbeigaben sollten für einen reibungslosen Übergang vom Dies- ins Jenseits sorgen.

IIm Schattenreich der Pharaonen" taucht buchstäblich in die Unterwelt im Land am Nil. Mit führenden Wissenschaftlern geht es tief hinab in eines der größten und reich bemaltesten Gräber im Tal der Könige, in das Grab Pharao Sethos I., Dr. Zahi Hawass wagt einen neuen Vorstoß in einen geheimen Gang im unterirdischen Reich. In Sakkara gibt der Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts, Prof. Dreyer, den Blick auf einen Palast frei, in dem ewige Dunkelheit herrscht. Die Dokumentation folgt der Osirislegende nach Abydos ins Grab des Osiris, einer berühmten Wallfahrtsstätte im alten Ägypten. Einmal im Jahr pilgerten unzählige Gläubige zu den Mysterienspielen, die dort zu Ehren des Herrschers des Totenreiches abgehalten wurden.

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg

ZDF Mediathek

Facebook-Terra X