Viele kennen Otto Waalkes vor allem als Komiker aus Film und Fernsehen. Mindestens genau so erfolgreich ist er aber als Produzent: Seine Filme, in denen der Ostfriese selbst auch die Hauptrolle spielt, gehören zu den größten Kassenschlagern der Nachkriegszeit. Am 5. November ist er zu Gast bei "Wetten, dass..?" in Leipzig.
Sein musisches und komödiantisches Talent entwickelte Otto Waalkes schon früh. 1948 als Sohn eines Malermeisters in Emden geboren, hatte er schon als Kind eine besondere Leidenschaft fürs Malen und Zeichnen, stand schon als Vierzehnjähriger in Ostfriesland mit der Amateurband "The Rustlers" auf der Bühne und galt in der Schule als Klassenclown.
Nach dem Abitur studierte er zunächst Pädagogik, wechselte aber bald zur Hamburger Kunstakademie. Nebenbei arbeitete er als Alleinunterhalter in Studenten- und Szenekneipen. Da seine Gags und Witze stets mehr Beifall ernteten als die Lieder, die er auf der Gitarre spielte, verlegte er sich bald ganz auf seine "Blödeleien". In Hamburg wohnte er unter anderem in einer WG mit 14 Mitbewohnern, unter ihnen Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.

1972 versuchte er, mit einem Konzertmitschnitt einen Plattenvertrag zu bekommen. Als die Plattenfirmen aber ablehnten, gründete er kurzerhand mit einem Freund seine eigene Firma: die "Rüssel-Räkords". Diese sollte der Grundstein für ein riesiges "Rüssel-Imperium" werden: In der Folge war Otto Hauptdarsteller zahlreicher Fernsehshows, tourte ständig durch Deutschland, gründete einen eigenen Musikverlag und veröffentlichte mehrere Bücher.
Allein bis 1985 produzierte er zehn Langspielplatten mit einer Gesamtauflage von 5,6 Millionen und verbuchte auch mit seinen Büchern "Das Buch Otto" (1980) und "Das zweite Buch Otto" (1984) mit zusammen knapp einer Million Exemplaren sensationelle Verkaufserfolge. 1985 lief mit "Otto - der Film" sein erster Spielfilm an, der sich mit mehr als zwölf Millionen Zuschauern zu einem der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilme mauserte.

Ottos Markenzeichen, die "Ottifanten", wurden als Schlüsselanhänger, Aufkleber und Plüschtiere vermarktet und waren als Zeichentrickserie 1993 auch im Fernsehen erfolgreich. In "Otto - die Serie" schlachtete er alte Edgar-Wallace-Filme aus den 60er Jahren aus, um sie per Computertechnik mit zum Teil aufwändig nachgedrehten Szenen zu bestücken, in denen er in altbekannter Manier etwa als Baby oder Pfarrer auftaucht.
Nach einigen Live-Tourneen, Einsätzen als Synchronsprecher und seinem im Jahr 2000 gedrehten "Katastrofenfilm", in dem auch seine Ehefrau, die Schauspielerin Eva Hassmann, mitwirkte, hat Otto in den letzten Jahren vor allem mit seinen "Zwergenfilmen" seine Fans begeistert: 2004 erschien "Sieben Zwerge - Männer allein im Wald", den Otto auch als Co-Produzent betreute.
Neben Nina Hagen als böse Hexe und deren Tochter Cosma Shiva Hagen als Schneewittchen war fast die gesamte deutsche Comedy-Szene mit Auftritten vertreten. Der Film erwies sich als Kassenschlager und erreichte mehr als 1,8 Millionen Zuschauer. So folgte 2006 die Fortsetzung, "Sieben Zwerge - Der Wald ist nicht genug". Daneben war Otto Waalkes auch als deutsche Stimme des Faultiers Sid in den "Ice Age"-Filmen zu hören.

Im Juni 2008 feierte Otto Waalkes mit einer großen Fernsehshow seinen 60. Geburtstag. An die Rente denkt er allerdings noch lange nicht. Im Mai 2009 war er mit dem Pianisten Justus Frantz unterwegs, um eine lustige Version des Märchens "Peter und der Wolf" auf die Bühne zu bringen. Im August 2009 hatte er einige Auftritte im Berliner Admiralspalast, und Ende 2010 kam Otto Waalkes letzter Kinofilm "Ottos Eleven" in die Kinos. Am 5. November wird der Komiker und Produzent als Wettpate bei Thomas Gottschalk zu Gast sein.