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Abenteuer Wissen

 
Geheime Nachrichtenzentrale. Quelle: ZDF
Telefonzentrale im unterirdischen Bunker bei Freudenberg

Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski

Geheime DDR-Führungszentrale

Expedition in die Bunkeranlage des DDR-Innenministeriums

Im Wald versteckt liegt das "Objekt 7001" bei Freudenberg, 40 Kilometer nordöstlich von Berlin. In einem Atomschutzbunker, tief unter der Erde, war zu Zeiten des Kalten Krieges die Nachrichtenzentrale der ehemaligen DDR untergebracht. Die Bunkerspezialisten Sebastian Tenschert und Sascha Keil sind mit einem Kamerateam das erste Mal auf Spurensuche in der unterirdischen Anlage.

 
 
 
 

Ein Teil des Bunkers ist seit 15 Jahren völlig abgedichtet. Außer einem unvollständigen Plan existieren keine Unterlagen mehr. Die Experten müssen in der Bunkeranlage mit allem rechnen: zurückgelassene chemische Substanzen, Trümmerverschüttungen oder Pilz-Sporenbefall.

Metallkasten mit Innenleben. Quelle: ZDF
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Metallkasten mit interessantem Innenleben

Expedition ins Dunkel

Pfützen im Eingangsbereich lassen vermuten, dass Grundwasser den Bunker geflutet hat. Doch schon hinter der zweiten Stahltür ist der Boden trocken. Hier finden die Bunkerforscher einen Metallkasten mit interessantem "Innenleben". Damit wurde Sauerstoff durch chemische Reaktion erzeugt. Solche Geräte gehörten zur Standardausrüstung von Atombunkern.

 

Im ersten Trakt, hinter einer Stahlschleuse, entdecken die Forscher eine Telefonzentrale mit Relaisschaltungen. Die Einrichtung ist noch komplett vorhanden. Hier lagern Hunderte elektronischer Bauteile, Hightech aus den achtziger Jahre, hergestellt in Greifswald. Woran sonst in der DDR Mangel herrschte, liegt hier im Überfluss gestapelt - sogar original verpackte Ersatzteile. Seit dem Ende der DDR scheint niemand mehr den Bunker betreten zu haben.

Kompressor mit Druckanzeige. Quelle: ZDF
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Kompressor mit Druckanzeige - eine Technik, um Telefon-leitungen abhörsicher zu machen.

Abhörsichere Telefonleitungen

In einigen Räumen funktioniert sogar noch das Licht. Vorsichtig untersuchen die Bunkerforscher dick ummantelte Leitungen und einen Kompressor mit Druckanzeige. Von der unterirdischen DDR-Nachrichtenzentrale wurde offensichtlich Druckluft in die Ummantelungen der Telefonleitungen gepumpt. Eine Anzeige signalisierte Druckabfall, wenn jemand außerhalb des Bunkers die Leitungen angezapft hätte. Eine Technik, um die Leitungen abhörsicher zu machen.

 

Eine Tür mit aufgebrochenem Siegel, die zusätzlich durch ein Zahlenschloss gesichert ist, führt in einen winzigen Arbeitsraum. Auf dem Tisch liegen noch Siegelmaterialien und Stempel. Im Nebenraum steht ein chiffrierfähiges Telexgerät. Hier wurden offensichtlich von Spezialisten Nachrichten verschlüsselt. Einzige Verbindung zwischen beiden Räumen ist eine Klappe in der Wand. Die Bunkerspezialisten suchen nach geheimen Codes der Chiffrierspezialisten und finden im Papierkorb Durchschläge von Vernichtungsprotokollen des 27. September 1990, sieben Tage vor der Wiedervereinigung.

Uwe Loose. Quelle: ZDF
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Uwe Loose, Nachrichtentechniker

Mobile Funkstationen

Uwe Loose war zu DDR-Zeiten Nachrichtenoffizier. Er erinnert sich, wie sie damals verhinderten, dass der Feind die Nachrichtenzentrale anpeilt. Auf LKW wurden mobile Funkstationen installiert, die Meldungen weit entfernt von Hauptquartier absetzen konnten.

 

"Bei jedem großen Manöver wurden Schaltfunkstellen eingesetzt, die die Aufgabe hatten, die Bundeswehr in die Irre zu führen, um vom eigentlichen Manöver abzulenken. Und man war immer sehr erfreut, wenn man feststellte, dass die Bundeswehr den Köder geschluckt hatte," erzählt Uwe Loose.

 

Schimmelbefall in der Befehlszentrale

Räume im abgedichteten Bunkerteil sind stark von Schimmel befallen. Bei Berührung flirren Millionen Sporen durch die Luft. Sebastian Tenschert, Berliner Bunkernetzwerk e.V.: "Als dieser Bunker Ende der achtziger Jahren entstand, muss am Bau gepfuscht worden sein, nur so lässt sich der massive Schimmelbefall erklären."

 
Geheimes Lagezentrum der ehemaligen DDR. Quelle: ZDF
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Geheimes Lagezentrum der ehemaligen DDR

In diesem Teil der unterirdischen Anlage stoßen die Bunkerforscher auf die ehemalige Befehlszentrale - das Herzstück des Bunkers mit Leitstand, Kartenwand, Funk, Telex und Telefonen. Von hier aus sollte der DDR-Innenminister im Ernstfall seine Befehle an Polizei und Truppenteile in der DDR erteilen. Noch Ende der achtziger Jahre rechnete die DDR mit einem Atomkrieg.

Sebastian Tenschert entdeckt sogar eine computergesteuerte russische Empfangseinheit, ausgestattet mit dem Vorläufer eines E-Mail-Programms. Offensichtlich ist das Gerät noch kurz vor dem Ende der DDR bestellt und geliefert worden. Papiere, Speicherplatten und Lochstreifen sind heute aufschlussreiche Quellen, die vielleicht noch geheime Daten enthalten. Sie werden nun weiter analysiert. Damit sind einmalige Zeitzeugnisse der ehemaligen DDR in einer jahrelang vergessenen Bunkeranlage wieder aufgetaucht.