Die Menschen suchen in der Krise nach sicheren Geldanlagen und der Goldpreis steigt unaufhaltsam. Ob ein Investment in Gold überhaupt sinnvoll ist, ist die eine Frage. Die andere Frage ist, in welcher Form man in Gold investieren sollte. Neben richtigem Gold in Münzen und Barren wird eine Unzahl von Finanzprodukten angeboten, die in das Edelmetall investieren.
Wenn Ihnen die Kosten die beim Kauf von Gold anfallen zu hoch sind und die Handhabung zu umständlich ist, können Sie alternativ auf verschiedene Formen sozusagen verbrieften Goldes zurückgreifen.
Für solches "Papier-Gold" gibt es eine Flut von Angeboten. Gemeinsam ist allen ein Nachteil. Es ist und bleibt eben ein Papier, das Sie in der Hand halten, nicht der Wert an sich. Sie müssen letztlich dem Herausgeber des Papiers, dem Emittenten vertrauen. Und außerdem macht es das deutsche Investmentgesetz den Anlegern und Unternehmen schwer, über Fonds Geld in Gold anzulegen.
Die Vorteile der Goldpapiere liegen auf der Kostenseite und bei der Handhabung. Für viele Goldpapiere müssen Sie nur einen Bruchteil der Kosten zahlen, die Sie für physisches Gold berappen müssen. Es gibt aber auch kostenträchtige Fondskonstruktionen. Die Lagerung ist hier natürlich kein Thema.
Das Investmentgesetz hat den Banken und Fondsgesellschaften enge Grenzen auferlegt, wenn sie in Gold anlegen wollen. Ein Fonds, der ein Sondervermögen bildet, darf eigentlich gar nicht in Gold oder in auf Gold basierende Wertpapiere investieren. So steht es im § 46 des Investmentgesetzes. Die Einstufung als Sondervermögen wiederum ist wichtig für Sie als Anleger. Denn Sondervermögen bleibt im Falle einer Insolvenz des Emittenten, also der Fonds-Gesellschaft, außen vor. Es geht nicht mit Pleite.
Solange Ihre Fondsanteile als Sondervermögen gelten, sind sie im Falle der Insolvenz der Investmentgesellschaft geschützt.
Seit 2007 aber gibt es im Gesetz neben dem normalen Sondervermögen auch noch sonstiges Sondervermögen. Dieses sonstige Sondervermögen darf nach § 90h des Investmentgesetzes zu maximal 30 Prozent in Edelmetall investiert werden. Wenn unterschiedliche Edelmetalle gemischt werden und verschiedene Wertpapiere auf Basis von Edelmetallen hinzugenommen werden, erlaubt die Finanzaufsicht eine Quote von 50 bis 60 Prozent in Gold, andere Edelmetalle und auf ihnen basierende Wertpapiere. Sie sehen, für einen institutionellen Anleger ist es alles andere als einfach in Gold zu investieren.
Öffentlich vertrieben werden darf unter anderem der Gold orientierte Fonds der Signal-Iduna, der Hansa-Invest-Goldfonds. Er legt die erlaubten 30 Prozent in Gold an und den Rest in Anleihen und Zertifikate. So ähnlich geht auch der Gold-Port-Save-Haven-Fonds von der Vermögensverwaltung Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG vor. Generell haben die aktiv gemanagten Gold-Fonds den Vorteil, dass sie Sondervermögen bilden. Das bedeutet, dass das Ihre Fondsanteile, wie oben schon angesprochen, im Falle einer Insolvenz nicht verwertet werden. Sie sind Ihr Eigentum.
Nachteil der meisten aktiven Fonds sind allerdings die Kosten. Die stehen den Kosten der Geldanlage in physisches Gold meist nicht nach. Nicht mehr öffentlich vertrieben werden darf der Fonds DWS Gold plus.
Wenn ein Fonds in Deutschland nicht öffentlich vertrieben werden darf, ist er trotzdem noch erhältlich. Die Bank oder die Investmentgesellschaft darf ihn nicht aktiv bewerben oder einem Kunden anbieten. Wenn der Kunde aber von sich aus nach dem Fonds fragt, bekommt er ihn.
Während für aktiv gemanagte Fonds meist hohe Kosten verlangt werden, sind passive Fonds ausgesprochen preiswert. In Bezug auf Goldinvestment haben sie aber die gleichen Probleme mit den Beschränkungen durch das Investmentgesetz wie die aktiven Fonds. Deswegen sind die meisten ETF nach deutschem Recht gar keine. Rechtlich gelten sie hierzulande als ETC, Exchange Traded Commodities.
ETC bilden kein Sondervermögen, das im Falle einer Insolvenz geschützt ist. ETC sind nach dem deutschen Recht Schuldverschreibungen. Geht ihr Herausgeber Pleite, verlieren die Anleger ihr Geld. Legen Sie Geld in einem ETC an, tragen Sie das Emittentenrisiko.
Der größte Gold-ETF überhaupt ist der SPDR Gold Shares, der von dem Asset-Management-Konzern State Street Global Investors herausgegeben wird. Er investiert vollständig in Goldbarren. In Deutschland ist der SPDR Gold Shares aus den genannten Gründen nicht für den öffentlichen Vertrieb zugelassen. Ebenfalls nicht öffentlich vertrieben werden dürfen unter anderem die Goldfonds der Kantonalbank Zürich (ZKB Gold Fonds ETF) und der Julius-Bär-Bank (Physical Gold Fund). Sie dürfen komplett in Gold investieren, weil sie als Schweizer nicht dem deutschen Investmentgesetz unterliegen.
Wenn Sie in ausländische Fonds investieren, müssen Sie auf die steuerlichen Regelungen achten. Für den Gold Bullion Securities von Lyxor und den Gold Bullion Securities von ETF-Securities gilt das gleiche. Sie lagern ihr Gold jeweils in London.
In Deutschland hingegen bleibt Ihr Gold, wenn Sie es in Xetra-Gold anlegen. Ein Tochterunternehmen der Deutschen Börse AG, die Deutsche Börse Commodities GmbH kauft für Ihr Geld Gold und lässt es bei einer anderen Börsentochter in Frankfurt am Main verwahren. Sie bekommen Ihre Ansprüche auf Gold verbrieft. Sie können sich das Gold gegen einen Aufpreis auch übertragen lassen. Sie erhalten allerdings keine Eigentums- oder Sicherungsrechte an dem Gold. Auch ein Xetra-Gold-Anteil ist ein ETC, also eine Schuldverschreibung.
Noch einmal deutlich komplizierter gestaltet sind Gold-Zertifikate. Sie haben den Goldkurs zur Basis und seine Entwicklung. Zertifikate sind in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Die Bank hat große Spielräume, das jeweilige Zertifikat auf ihrer Seite zu refinanzieren. Auf der Seite des Kunden gelten mehr oder weniger komplizierte Regeln, nach denen der Kunde Geld gewinnt oder verliert. Je nach dem, ob es ein simples Goldpreis-Zertifikat ist, das den Goldkurs einfach nur abbildet oder ein Discountzertifikat, das weniger kostet, aber auch nur geringere Gewinne zulässt oder ein Quantozertifikat, das das Währungsrisiko, das wegen der Dollarbindung beim Gold immer gegeben ist, auffängt.
Der Kreativität der Finanzingenieure sind hier keine Grenzen gesetzt: Bonuszertifikate helfen, wenn der Kurs weder fällt noch steigt. Hebelzertifikate erhöhen die Gewinnchancen aber auch die Verlustrisiken. Garantiezertifikate machen das Gegenteil. Expresszertifikate spielen auf Zeit. Auch ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung, also im Falle einer Insolvenz nicht gesichert.
Eine recht alte Methode, mit Wertpapieren an der Entwicklung des Goldpreises teilzuhaben, ist ein Investment in Aktien von Goldminen-Gesellschaften oder eben Fonds, die in solche Aktien anlegen.
Direkt in Minen-Aktien sollten allerdings nur sehr erfahrene Anleger investieren. Selbst die Anlage in Minen-Fonds ist schon sehr spekulativ. Neben den Kosten und dem Risiko kommt noch ein strukturelles Problem hinzu. Der Wert von Minen-Aktien wird von der allgemeinen Entwicklung an den Börsen mindestens genauso bestimmt wie vom Goldpreis.
Die Geldanlage in Gold hat in Bezug auf das Finanzamt einen großen Vorteil. Für Goldbarren und die Anlagemünzen muss keine Mehrwertsteuer gezahlt werden. Nach § 25c Umsatzsteuergesetz (UStG) ist der Handel mit Gold steuerfrei. Machen Sie beim Verkauf von Gold einen Kursgewinn, ist auch dieser steuerfrei. Voraussetzung nach § 23 Einkommensteuergesetz (EStG): Sie hatten das Gold zuvor mindestens ein Jahr gehalten. Verkaufen Sie innerhalb des ersten Jahres, wird Ihr Gewinn nach Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz belastet. Es sei denn, er bleibt unter 600 Euro im Jahr. Bis zu dieser Freigrenze bleibt Ihr Kursgewinn steuerfrei.
Was die Besteuerung der verschiedenen Gold-Papiere angeht, sollten Sie sich beraten lassen. In der Regel ist die Abgeltungssteuer fällig, der die Erträge aus fast allen Finanzprodukten unterliegen. Die Herausgeber von ETC pochen auf den gegenständlichen Charakter ihrer Anlage und gehen von einer Steuerfreiheit aus. Die Finanzämter sind anderer Auffassung. Wenn Sie Gold hinter der Grenze anlegen, sollten Sie sich ausführlich über die Besteuerung im Gastland und hier informieren.
Ausführliche Informationen zur Geldanlage in Gold, der Kursentwicklung des Metalls und den verschiedenen Finanzprodukten finden Sie auf der WISO-Monats-CD.
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