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Philosophisches Quartett

 
Nächste Sendung: 29.11. um 23.55 Uhr
Unruhen in Afghanistan. Quelle: ap
Unruhen in Afghanistan

Das Philosophische Quartett

Weltproblem Radikalismus

Das Drama der Bevölkerungsexplosion

Weltproblem Radikalismus: Seit der Publikation von Samuel Huntingtons umstrittener Epochendiagnose vom "Kampf der Kulturen" ist das Denken der Soziologen von der Annahme beherrscht, mit dem Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums entstehe eine neue Konfliktlandschaft, die nicht länger mehr durch den Ost-West-Gegensatz, sondern von kulturellen und religiösen Gegensätzen bestimmt wird.

 
 
 
 

Als Gegner des Westens werden asiatische Staaten ausgemacht, das Großreich China zumal, und die islamisch geprägte Welt. Geht es aber in Wahrheit nicht um eine ganz andere Konfliktlinie, die im gegenwärtigen Lärm der politischen Debatten weniger beachtet wird?

 

Das Drama der Bevölkerungsentwicklung

Eine Konfliktlinie, die zeigt, dass die intensivsten Auseinandersetzungen unserer Zeit wohl doch nicht nur ideengeschichtliche, kulturelle oder religiöse Ursachen haben? Diese Reibungsgrenze, so Peter Sloterdijk, verläuft an demographisch heißen und kühlen Zonen des Planeten: das Drama der Bevölkerungsentwicklung.

 

Sie wird, so stellt der Soziologe Gunnar Heinsohn fest, konkret unter anderem am Schicksal der ungezählten Millionen junger Männer in den benachteiligten Ländern und Völkern der asiatisch-afrikanischen Dritten Welt, den, wie er sagt "überflüssigen Söhnen". Es staut sich ein Frustrations- und Resignationspotential, das nach Entladungen drängt.

 

Heikle Diskurse

Aus dieser Diagnose ergeben sich politisch-strategische wie ethische Konsequenzen für eine Definition der westlichen Position auch im Hinblick auf heikle Diskurse mit den anderen großen Religionen. Zivilisationsarbeit in den demographisch unruhigen Zonen, die Absenkung der Geburtenrate zur demographischen Temperaturregelung scheinen vordringliche Aufgaben zu werden, so Sloterdijk und Safranski.

 

Geburtenrate als Weltproblem: Wie eine Politik aussehen müsste, die sich nicht an den Symptomen abarbeitet, sondern sich entschlossen den Ursachen zuwendet, darüber diskutierten im "Philosophischen Quartett" Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit Ihren Gästen, dem Bremer Soziologen und Gewaltforscher Gunnar Heinsohn und dem Publizisten und Schriftsteller Roger Willemsen.

 


Das nächste Philosophische Quartett Sehen Sie am 26. November zum Thema "Schuld und Sühne - Putins Russland" Als Gäste werden erwartet: Prof. Egon Bahr, Publizist, Russland-Kenner und Miterfinder der Ostpolitik Prof. Dr. Boris Groys, Kunstwissenschaftler und Philosoph

 

Buchtipp von Peter Sloterdijki:
Heinsohn, Gunnar
Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen
192 Seiten
Verlag: Orell Füssli
ISBN: 3280060087
Preis: 24 Euro