Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, zählt in die erstaunliche Reihe junger deutscher Schriftstellerinnen. "Der Spiegel" nannte sie einmal anerkennend "Fräuleinwunder der deutschen Literatur".
Nach dem Abitur begann Juli Zeh ein Jura-Studium, das sie in Passau, Krakau, New York und Leipzig mit den Schwerpunkten Völkerrecht und Nation Building absolvierte. 1998 legte sie in Leipzig das Erste, 2003, nach einem Praktikum bei den UN in New York, das Zweite juristische Staatsexamen ab. Ihre noch unvollendete Dissertation gilt völkerrechtlichen Fragen des Kosovo.

Noch während ihres Studiums belegte sie Vorlesungen am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, ihr Diplom erhielt sie im Jahr 2000. Ihr Debüt-Roman "Adler und Engel" erschien 2001 und wurde bis heute in 28 Sprachen übersetzt. Danach publizierte sie in regelmäßiger Folge Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, zuletzt den Roman "Corpus delicti" (2009) und, gemeinsam mit Ilja Trojanow, "Angriff auf die Freiheit: Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte".
Nahezu alle ihre Werke sind durchzogen von Gedanken um den Antagonismus von Chaos und Ordnung, von flüchtigem Zusammenhalt und den Normen einer auf Individualisierung und Globalisierung beruhenden Gesellschaft, die keine Verantwortlichkeit für die Zukunft einer Weltgemeinschaft mehr erkennen lässt. Juli Zeh ist im Tierschutz engagiert. Ihr schriftstellerisches Werk ist bis heute vielfach ausgezeichnet worden - vom Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik (2000) bis zum Carl-Amery-Literaturpreis und dem Solothurner Literaturpreis (beide 2009). Juli Zeh lebt heute in einem Dorf im brandenburgischen Havelland.