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10. Februar 2012
 

Terra X

 
Buch Die vier Evangelien. Quelle: ZDF
Die Evangelisten kannten Jesus nicht persönlich.

Terra X: Der Fall Jesus

Große Vielfalt an Legenden

Der historische Jesus lässt sich nicht darstellen

1945 tauchten in Oberägypten, in der Nähe von Nag Hammadi, Manuskripte auf, die weltweit für Schlagzeilen sorgten. In den Bergen hoch oben über dem Nil stießen Bauern zufällig auf die Dokumente aus Papyrus.

 
 
 
 

Die kostbaren Zeugnisse gehörten einst zu einer Klosterbibliothek. Wahrscheinlich versteckten Mönche die Schriften in den einsamen Grabhöhlen. Als gesichert gilt, dass im Jahr 367 alle Berichte über Jesus verbrannt werden mussten, die nicht aus der Feder der Evangelisten stammten.

Apokryphe Schriften. Quelle: ZDF
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Auszüge aus dem Thomas-Evangelium

Verborgene Evangelien

Zu den seltenen Schätzen aus Nag Hammadi, die im koptischen Museum von Kairo lagern, zählen vor allem apokryphe Schriften, das heißt: verborgene, nicht biblische Evangelien. Die Texte in koptischer Sprache erzählen von zahlreichen Ereignissen aus dem Leben des Galiläers.

Doch weder das "Evangelium der Wahrheit", noch das der Maria oder das "Evangelium des Thomas" enthalten Angaben über die zwei Jahrzehnte ohne Nachricht von Jesus. Sie beweisen nur: Es gab eine große Vielfalt an Legenden über ihn.

Mann schreibt in ein Buch. Quelle: ZDF
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Das Hauptanliegen der Evangelisten ist die Verkündigung des christlichen Lehre.

Verkündigung der Heilslehre

Die Auswahl der Evangelien für das Neue Testament wurde erst Ende des vierten Jahrhunderts getroffen. Wissenschaftler sind sich einig, dass die vier Schriften nicht auf historisch genauen Fakten beruhen. Keine entstand zu Lebzeiten Jesu. Und keiner der Evangelisten gehörte zum Kreis der Jünger oder kannte den Mann aus Nazareth persönlich. Wer immer sich hinter den Namen, Lukas, Matthäus Markus und Johannes verbergen mag - das Hauptanliegen der frommen Männer ist die Verkündigung der christlichen Heilslehre - 40 bis 80 Jahre nach der Kreuzigung des Religionsstifters.

 

Infobox

Über die Unmöglichkeit den wirklichen Jesus darzustellen

Theologe Robert Price, Selma/USA: "Die Evangelisten verfassten einen heiligen Text, den die Kirche benutzen konnte. Das machten sie gut, aber er bleibt Legende."
Theologe Martin Ebner, Universität Münster: "Schon die Evangelien versuchen, Jesus zu rekonstruieren, in ein positives Scheinwerferlicht zu stellen - als Propaganda: Lebt so, wie er. Was wir heute versuchen, ist im Grunde nichts anderes. Auch wir rekonstruieren Jesus. Wir behaupten, wir sind neutral, und trotzdem sind wir von der Figur begeistert."
Theologe Wolfgang Stegemann, Augustana Neuendettelsau: "Und was wir in der Wissenschaft rekonstruieren können über den historischen Jesus, ist immer nur unsere subjektive, nach bestem Wissen und Gewissen hergestellte Position. Aber es ist selbst ein Konstrukt. Es repräsentiert nicht den wirklichen Jesus, den kann man nicht repräsentieren."

 
 

Etwa 5000 christliche Quellen belegen das Wirken von Jesus von Nazareth aus bedingungsloser Liebe. In seinen Taten spiegelt sich das einzigartige Wesen des Hoffnungsträgers der Menschen. Als historische Figur aber hinterließ er weder in Indien noch in Ägypten und nicht einmal in seiner Heimat Galiläa greifbare Spuren. Dennoch bleibt die Lichtgestalt damals wie heute die Ikone des christlichen Glaubens.

 
 
 
 
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