Seit vier Jahren stehen sie als Clara Hertz und Marion Ahrens gemeinsam vor der Kamera. Lisa Martinek und Charlotte Schwab nehmen sich Zeit für ein Zwischenfazit: Wie dreht es sich zusammen? Was hat sich verändert?
ZDF: Frau Schwab, Sie stehen jetzt seit acht Jahren als Marion Ahrens für "Das Duo" vor der Kamera. Frau Martinek, genau vor drei Jahren hatten Sie als Clara Hertz ihren ersten Einsatz. Was hat sich im Laufe der Zeit verändert?
Charlotte Schwab: Also, erstmal bin ich älter geworden, das verändert einiges. Und ich denke, die Sorgfalt an den Drehbüchern und allgemein ist größer geworden.
Lisa Martinek: Wir beide, Produktion und Redaktion ziehen immer mehr an einem Strang. Es dauert eine Weile, bis man dieselbe Sprache spricht und versteht, dass es nicht um Befindlichkeiten geht, sondern um gute Stoffe und die dazu passenden Regisseure.

ZDF: Clara und Marion sind in ihrem Wesen sehr unterschiedlich. Wo ecken sie aneinander an, wo ergänzen sie sich?
Martinek: Sie mögen sich sehr. Dadurch wächst die Bereitschaft, die Gedankengänge der anderen nachvollziehen zu wollen. Klappt allerdings nicht immer. Und gerade weil sie sich nahe sind, sagen sie sich dann gehörig die Meinung. Ohne viel drum herum.
Schwab: Ich glaube, dass sie sich in der Unterschiedlichkeit gerade ergänzen. Die Eine ist schnell, im Denken wie im Handeln, die Andere versucht mit Tiefe und Gründlichkeit die Dinge und Zusammenhänge zu verstehen.
ZDF: Was die Liebe angeht, halten es Clara und Marion grundverschieden. Warum hat Clara keinen Partner? Genießt sie das Single-Dasein?
Martinek: Clara hat halt noch keinen gefunden. Vielleicht wegen Bindungsängsten, vielleicht weil sie bisher Pech hatte. Marion hingegen hatte das Glück, Viktor zu treffen. Aber da steckt noch eine Menge Potential drin - das ewige Glück ist langweilig. Vielleicht dreht sich die Beziehungssituation der beiden ja bald um ...
Schwab: Das glaube ich gar nicht mal, dass Clara und Marion es in der Liebe grundverschieden halten. Sie leben verschieden. Marion ist auch 20 Jahre älter als Clara. Damit erklärt sich doch der derzeitige "Liebes- und Bindungszustand". Aber wer kann in einer Beziehung schon sicher sein, dass sie hält? Das Leben ist voller Überraschungen! Auch im Fernsehen!
ZDF: Sind Charlotte Schwab und Lisa Martinek ähnlich unterschiedlich wie die beiden Kommissarinnen?
Schwab: Im Grundsätzlichen sind wir uns sehr ähnlich, Lisa und ich. Im Detail sind wir in der Tat grundverschieden.
Martinek: Das eine sind die Rollen, das andere sind wir. Und wir mögen uns im Privatleben noch viel mehr, verbringen irrsinnig gerne Zeit miteinander, und - wenn uns nichts aufhält - reden wir die Nächte durch. Bei Weißwein und gutem Essen. Wir können überhaupt sehr gut zusammen genießen.
ZDF: Was reizt Sie daran, die Hauptrollen in einer Krimi-Reihe zu spielen? Was ist das Besondere an diesem Genre?
Martinek: Im Krimi trauen sich die Verantwortlichen mutiger an Themen ran. Gewalt in der Ehe will der Zuschauer in einem einzelnen Fernsehspiel möglicherweise nicht sehen. Verpackt in einem guten Krimi, den man vor allem einschaltet, weil die Kommissarinnen gefallen, wird das Thema wesentlich besser angenommen.
Schwab: Das Besondere ist, dass zwei Frauen ermitteln. Und spannend an Kommissaren finde ich, dass sie mit der menschlichen Psyche zu tun haben, dadurch forschen und recherchieren können. Suchen ist meine Leidenschaft! Nach (Ab-)Gründen, Motiven, Verstecktem, Verborgenem.
Martinek: Und uns macht es nach wie vor Spaß, die Figuren weiter zu entwickeln. Über neue Wendungen nachzudenken. Das hört nie auf. Man muss nur wach bleiben. Das klingt einfach. Es ist aber nicht zu verachten, wie schwer es ist, bei einer Reihe nicht in einen Trott zu verfallen. Wenn uns das passiert, rütteln wir uns gegenseitig wieder auf.
ZDF: Welche Themen, welche Milieus sind für Sie die spannendsten?
Martinek: Das kann man so nicht sagen. Je existenzieller die Geschichte und die Figuren erzählt werden, umso interessanter ist es. Alles was an der Oberfläche dahin plätschert, ist langweilig. Jede Wiederholung ist öde.
Schwab: Mich reizt alles, was glaubwürdig und gut geschrieben ist. Wie schon gesagt, das Leben ist voller Überraschungen. Natürlich sind soziale Brennpunkte besonders spannend, aber die Statistik zeigt, dass Morde immer noch in über 90 Prozent aller Fälle aus Beziehungs- und Giermotiven passieren. Und das gibt es in allen sozialen Schichten.