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20. März 2010
 

Dokumentation

 
Aktuell: Dokumentation am 25.11.2009 Nachtprogramm

Sinn und Unsinn der Abwrackprämie

[Video]

Dokumentation

Alles Schrott?

Sinn und Unsinn der Abwrackprämie

von Stefan Hanf

Fünf Milliarden Euro hat sie gekostet, die Abwrack- oder Umweltprämie. Zwei Millionen Altautos wurden ihretwegen verschrottet, im Gegenzug zwei Millionen Autos neu gekauft. Umstritten war sie von Anfang an. Eine ZDF-Dokumentation zieht Bilanz.

 
 
 
 

"Unsere Fahrzeuge sind eben entweder zu leicht oder sie haben zu wenig Räder. Ein Fahrzeug, das über die Umweltprämie gefördert werden will, braucht vier Räder und ein entsprechendes Mindestgewicht. Unsere Autos fallen also durchs Raster und werden nicht gefördert." Karl Nestmeier ist sauer. Er produziert und vertreibt saubere und extrem sparsame Autos - Elektroautos. Von der Prämie, die ihre Erfinder "Umweltprämie" nannten, konnte er trotzdem nicht profitieren, denn seine Fahrzeuge haben nur drei Räder und wiegen gerade mal 500 Kilogramm. Ein umweltpolitischer Irrsinn.

 

Die einen - wie Gebrauchtwagenhändler, Umweltschützer oder Menschen wie Karl Nestmeier - haben die Prämie verflucht, die anderen - Neuwagenverkäufer und Autoproduzenten - haben sie euphorisch begrüßt. Monatelang hielt das Staatsgeschenk "Abwrackprämie" die Deutschen in Atem: Vom Rätselraten über die Bedingungen im Winter 2008/2009 über den kollektiven Autokauftaumel im Februar und März, die Aufstockung der Prämie im April bis hin zum Ärger über die lange Bearbeitungszeit bei der Auszahlung im Sommer und das Ende des Abwrackbooms im September - das Thema offenbarte immer neue Facetten.

 

Pro und contra der "Erfolgsgeschichte"

Inzwischen sind die fünf Milliarden Euro aus dem Steuertopf längst ausgegeben - was aber haben sie bewirkt? Auf der einen Seite ganz sicherlich, dass in der deutschen Automobilindustrie trotz der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit keine Massenentlassungen vollzogen wurden. Auch der Konsum blieb dank Abwrackprämie im Krisenjahr 2009 stabil. Doch selbst Befürworter, wie der Präsident des Verbandes der deutschen Automobilwirtschaft, Matthias Wissmann, ziehen keineswegs eine euphorische Bilanz. Er meint, dass die Abwrackprämie ein "Medikament mit Nebenwirkungen" war.

Und der Volkswirt Dr. Alfred Boss kommt zu dem Schluss: "Man muss auch sehen, dass die Prämie bezahlt werden muss. Diejenigen, die von der Prämie nicht profitieren sind diejenigen, die letztendlich das Ganze finanzieren. Die Verschuldung des Staates fällt entsprechend größer aus. 5 Milliarden Euro, die künftige Generationen zurückzahlen müssen. Volkswirtschaftlich gesehen hat die Prämie mehr geschadet als genutzt."

 

Fazit der Autoren

Die Autoren der Dokumentation, Ralph Goldmann und Stefan Hanf, haben sowohl bei Nutznießern wie Gegnern der Abwrackprämie recherchiert. Sie haben mit Gewerkschaftern, Autoproduzenten und -händlern, Volkswirten und Psychologen gedreht und kommen zur Erkenntnis: Die Prämie hat die Probleme der Autobranche nicht gelöst, sondern ihr lediglich einen Aufschub auf Kosten der Steuerzahler verschafft. Ihre Prognose: 2010 wird das schwierigste Jahr in der Geschichte der deutschen Automobilindustrie.

 
 

Infobox

Sendehinweis

Die ZDF-Dokumentation sehen Sie in der Nacht von Mittwoch (25.11.2009) auf Donnerstag ab 00:50 Uhr.

 
 

Sendungsinformationen

Mittwoch, 25.11.2009 00:50 - 01:20 Uhr Nachtprogramm

VPS 26.11.2009 00:50

Länge: 30 min

Dokumentation, Deutschland, 2009

  • 16 zu 9
 

Abstimmung

Der Staat hat fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie ausgegeben. Denken Sie, das Geld war gut angelegt?