Ronald Rossig vom Verein "unter hamburg" will herausfinden, wie sicher ein zum Atombunker umgebauter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg wirklich ist. Haben die Bunker-Architekten beim Umbau aus der Feuer-Tragödie von 1943 gelernt?
Am Berliner Tor mitten in Hamburg liegt der Bunker im idyllischen Grün. Vor 66 Jahren überstand er die Feuerhölle von Hamburg, die Schutzsuchenden aber verbrannten und erstickten qualvoll. Anfang der 60er Jahre wurde der Bunker zum Atombunker umgebaut. Doch können Menschen darin ein nukleares Hitzeinferno überleben? Und wie sollten die Menschen im Bunker überhaupt versorgt werden, wenn an der Oberfläche alles verwüstet und verstrahlt ist?

Platz gibt es in dem Bunker für 440 Menschen, und er hat auch genügend Platz, um Nahrungsmittel für zwei Wochen fassen zu können. Ein eigener Trinkwasserbrunnen sollte den Bunker darüber hinaus 14 Tage autark mit frischem Wasser versorgen. Das Wichtigste ist aber zunächst das Überleben der Insassen unmittelbar nach einer Atombombenexplosion. Nach einer Detonation herrschen über eine längere Zeit extreme Temperaturen von 600 bis 800 Grad. Damit es im Bunker nicht unerträglich heiß wird, haben die Ingenieure Sandfilter dort eingebaut, wo Außenluft in den Bunker geführt wird.

Durch den Sand sollte die Luft von radioaktiven Partikeln gereinigt und zusätzlich auch abgekühlt werden. Hier haben sich die Ingenieure die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg zunutze gemacht. Denn die Menschen in den Bunkern sind häufig aufgrund der hohen Umgebungstemperaturen ums Leben gekommen. Die Lüftungsanlage saugte die heiße Luft von außen ein, und die Menschen sind in der Folge an Überhitzung gestorben.

Ob das Filtersystem auch wirklich funktioniert, hat Rossig in einem einmaligen Experiment geklärt. Mit einem Flammenwerfer hat Pyrotechniker Fred Braeutigam die Filter erhitzt, um zu testen, ob sie Kühlung schaffen. Die Gasflamme hat zwischen 600 und 800 Grad, von denen im Innern nicht mehr als 40 bis 50 Grad ankommen, wenn die Filter funktionieren. Der Lüftungsschlitz wurde also mehrere Stunden lang den Flammen ausgesetzt.
Nach zwei Stunden Befeuerung direkt auf die Sandfilter stiegen die Thermometer im Bunkerinnern. Allerdings handelte es sich nur um einen erstaunlich geringen Anstieg von zwei bis drei Grad Celsius. Bezüglich der Lüftungsanlage hat man die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg also genutzt. Die an der Oberfläche vorherrschenden Temperaturen nach einem Atombombenabwurf würden tatsächlich ferngehalten werden. Zumindest den Hitzetod wären die 440 Privilegierten in diesem Bunker also nicht gestorben.