
Goethe, Grüne Soße, Ebbelwoi und Wolkenkratzer - typisch Frankfurt, eine Stadt, in der Menschen aus über 170 Nationen arbeiten und leben. Und eine Stadt mit Gegensätzen. Moderne Skyline, Börse, Banken gehören ebenso zum Stadtbild wie die historische Altstadt mit restaurierten Fachwerkhäusern, Kirchen und dem Römer, eines der ältesten Rathäuser der Republik. In Frankfurt verlieben sich viele erst auf den zweiten Blick.
Himmelstürmende, spiegelverglaste Wolkenkratzer - die Skyline ist Frankfurts Wahrzeichen. In "Mainhattan" scheint das Leben schneller und amerikanischer zu sein als in allen anderen deutschen Städten. Die Banken geben den Rhythmus vor und sind wichtige Arbeitgeber für die Region. Das Geschäft mit dem Geld zieht vor allem junge Menschen in die Stadt.
Neben der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank und der Landeszentralbank Hessen finden sich im Hochhausviertel rund 400 weitere Kreditinstitute mit Sitz, Zweig- und Geschäftsstellen, darunter auch viele ausländische. Wo viel Business ist, ist auch viel Bewegung. Täglich verdoppeln 600.000 Pendler beinahe die Einwohnerzahl und machen die Finanzmetropole tagsüber zu einer Millionenstadt.

Doch Frankfurt ist mehr als ein Wirtschaftsstandort. Die Stadt ist auch Zentrum für Worte und Ideen. Zahlreiche wichtige Verlage und die Deutsche Bibliothek, Sammelstelle aller Publikationen, sind hier zu Hause. Denker wie Adorno, Horkheimer und Habermas haben ihre Spuren im geistigen Leben hinterlassen. Alljährlich findet hier die weltweit größte Buchmesse statt, die als Veranstaltungsort auch die Paulskirche wählt, ein Symbol der Freiheit. 1848 tagte in der Paulskirche das erste frei gewählte Parlament, um eine demokratische Verfassung für die gesamte deutsche Nation auszuarbeiten.
Von der Paulskirche zum Römer sind es nur wenige Gehminuten. Der Römerberg ist wegen seines historischen Ambiente nicht nur bei ausländischen Touristen beliebt. Auch Einheimische besuchen die traditionellen Lokale in den Fachwerkhäusern. Frankfurter lieben ihr gemütliches Kleinstadtidyll. Am Freitagvormittag herrscht auf dem Standesamt im Rathaus Hochbetrieb. Dann fotografieren Hochzeitsgäste mit Touristen um die Wette.

Zurück in die City. Kontrast zu den dynamischen Türmen der Hochfinanz bilden die Gründerzeitbauten. Die führende deutsche Aktien- und Devisenbörse versteckt sich in einem repräsentativen Bau der italienischen Neurenaissance. Nicht zu übersehen stehen davor die beiden Achsen des Geschehens: Bulle und Bär.
In der Mittagspause zieht es Börsianer in Richtung Alte Oper, schönstes Monument aus Zeiten Kaiser Wilhelm I. Die Cafés und Bistros vor der prächtigen Kulisse sind beliebter Treffpunkt. Am Abend öffnet die Alte Oper ihre Türen für Konzerte, Lesungen und Galaveranstaltungen.