Wer viel arbeitet, soll auch entspannen. In der hessischen Bankenmetropole ist das südliche Mainufer mit dem Stadtteil Sachsenhausen die Freizeitmeile für gestresste Großstädter.
Ob abwechslungsreiche Museenbesuche am Schaumainkai oder gemütliche Treffen in den Ebbelwoi-Lokalen - Kunst und Genuss liegen nah beieinander. Kontaktstöffchen schlechthin ist der Ebbelwoi für Zugereiste und Fremde. Denn beim sauersten Wein Deutschlands gibt es weder Alters- noch Klassenunterschiede.
In der Stadt der Hochfinanz verdient man nicht nur gut, sondern kann Geld auch gut ausgeben. Wer exklusiv shoppen mag, für den ist die Goethestraße die erste Adresse. Der wenige hundert Meter lange Boulevard der Eitelkeit ist Frankfurts "Fifth Avenue". Verführerisch dekorierte Schaufenster bekannter Modedesigner und Juweliere zeigen die neuesten Kreationen. Das Pendant zur Goethestraße ist die "Zeil" mit den großen Kaufhausketten. Auf Deutschlands umsatzstärkster Einkaufsmeile kaufen die preisbewussteren Frankfurter.
Zwischen Zeil und Goethestraße befindet sich die Hauptwache, der geografische Mittelpunkt der Stadt. Einst Stützpunkt der Frankfurter Miliz und Gefängnis für prominente Ratsherren, ist die Hauptwache heute zum Szenecafé aufgestiegen. Rundherum geht die Post ab, wenn Skater und Rollerblader ihre Tricks und Stunts zum Besten geben.

Frankfurts bodenständige Küche ist weit über das Rhein-Main Gebiet bekannt. Die originellste Spezialität ist "Handkäs' mit Musik", bei dem die Zwiebeln den Klang bestimmen. Frankfurter Rindswürstchen und Grüne Soße gehören ebenfalls auf die regionale Speisekarte.
Immerhin soll die Soße aus Eiern und gehackten Kräutern schon Leibspeise von Deutschlands Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe gewesen sein. Wer mehr über Frankfurts weltberühmten Sohn erfahren möchte, geht ins Goethe-Haus mit angrenzendem Museum. Hier arbeitete der junge Goethe am "Urfaust" und fasste seinen Liebeskummer in "Die Leiden des jungen Werthers" in Worte.
Auf der Fressgasse sorgt man sich um das leibliche Wohl. In Delikatessenläden, Bistros und Restaurants wird gegessen, genossen und geschlemmt. Bodenständigere Frankfurter Speisen bieten die Ebbelwoi-Kneipen in Alt-Sachsenhausen an.
Auf Ebbelwoi, für Nichthessen besser als Apfelwein bekannt, schwören die Frankfurter. Serviert wird das "Stöffche" im "Bembel" oder im "Gerippten". Während sich in Mainhattan Vorstände und Handwerker den Bembel teilen, düsen die Flugzeuge über der Skyline Richtung Rhein-Main. Frankfurts Flughafen ist der zweitgrößte Passagierflughafen Europas.

Der beliebteste Übergang von der City nach Sachsenhausen ist der "Eiserne Steg", eine Fußgängerbrücke aus Stahl und Beton. Hinter dem Eisernen Steg beginnt das Südufer des Mains, die schönste Sportmeile der Stadt. Hier starten regelmäßig Rollerblader und Jogger zum gemeinsamen Lauf. Müßiggänger kommen mit Picknickdecken zum Mainufer und suchen sich ein ruhiges Plätzchen auf der Liegewiese. Dieser Teil des Mainufers wird auch Museumsufer genannt. Neun Museen - zwischen 1980 und 1990 von weltberühmten Architekten kernsaniert oder neu gebaut - bilden ein in Europa einmaliges Kulturangebot. Ob Architektur, Film, Kommunikation oder Völkerkunde - Museumsbesucher haben am Schaumainkai eine leichte Wahl oder auch nicht.
Besonders gut kann man Frankfurts unterschiedliches Stadtleben bei einer gemütlichen Schifffahrt auf dem Main beobachten: auf der einen Uferseite schnell, strebsam, geschäftig und auf der anderen Seite entspannt, kulturell und genießerisch.
Frankfurts neuster Stolz ist das umgebaute Waldstadion. In der Commerzbank-Arena können rund 50.000 Fußballfans dank modernster Technik die Spiele bis ins Detail verfolgen. Clou ist eine besondere Zeltdachkonstruktion, die sich in nur wenigen Minuten auseinander- und zusammenfalten lässt. Die Mainmetropole war Gastgeber für die Fußballweltmeisterschaft 2006.